Wisch und Weg: Mobile Reduktion

Auch in diesem Jahr stehen Tablets und Smartphones auf der Wunschliste vieler Bundesbürger, so wollen laut Bitkom 30 Prozent aller Bundesbürger ein Tablet verschenken bzw. sich selbst eine Freude machen und 28 Prozent wünschen sich ein Smartphone oder wollen eines verschenken. An Heiligabend liegen in diesem Jahr auch weiterhin intelligente Uhren im Trend (14 Prozent) und so manch einer darf sich über ein Fitnessarmband freuen (18 Prozent). In deutschen Wohnzimmern wird an Weihnachten in Sachen Technik und Gadgets wieder aufgerüstet und mit dem Kauf von meist leistungsstärkeren mobilen Devices steigt auch die Nutzungsintensität von mobilen Anwendungen und Services. Es verwundert nicht, dass daher immer mehr Markenunternehmen endlich Mobile als den Kanal der Zukunft betrachten und selbstbewusst ihre Marketing-Budgets umschichten wollen. Werbung für mobile Devices steht nun also vor dem Durchbruch und soll nach ZenithOptmedia bis zum Jahr 2018 zum weltweit zweitstärksten Werbemedium aufsteigen und mehr als die Hälfte der weltweiten Werbeausgaben für sich beanspruchen.

Doch mit Mobile ist das so eine Sache. Die Bildschirme sind klein und das verfügbare Datenvolumen schnell aufgebraucht, sofern man nicht im heimischen WLAN surft. Die Aufmerksamkeitsspanne für Inhalte sinkt jedes Jahr etwas mehr und mit einem Wert von 8 Sekunden liegt es bereits unter Goldfisch-Niveau (9 Sekunden). Mobile Werbung kann dann nerven und das zur Verfügung stehende Datenvolumen in wenigen Tagen auffressen. Verlage punkten mit neuen Werbeformaten wie Anti-Nerv-Formate vom Verlagshaus Springer. Ein Format, das der User mit einem Wisch auf dem Smartphone wegblättern kann, wenn er die Werbung nicht sehen möchte. Und auch im Content Marketing fangen die ersten Produzenten an darüber nachzudenken, was man dem User eigentlich so alles zumuten möchte, denn auch Native Advertising-Formate können geblockt werden und bei weitem kommt nicht jeder Inhalt beim User an. Klar ist, dass mit der Zunahme der Screens die digitalen Inhalte noch attraktiver gestaltet werden müssen, um überhaupt noch beim Konsumenten durchzudringen. Adobe hat nun in seiner aktuellen Studie „State of Content“ festgestellt, dass die inhaltliche Genauigkeit nicht das Maß der Dinge ist. Inhalte mit Unterhaltungswert haben aber gute Chancen, das Medienrauschen zu durchdringen und die Nutzer zu erreichen. Glaubwürdigkeit ist dennoch wichtig. Für fast drei von zehn Deutschen geht die Form sogar über den Inhalt: Sie finden den Unterhaltungswert einer Nachricht wichtiger als deren inhaltliche Genauigkeit. In der Generation der so genannten Millenials sind es sogar vier von zehn Deutschen. Glaubwürdigkeit spielt dennoch eine große Rolle: Rund die Hälfte der Nutzer hinterfragt, ob ein Magazin-Foto bearbeitet wurde (51 Prozent) oder ob der Autor eines Tests durch finanzielle oder andere Anreize beeinflusst wurde (46 Prozent). Skeptisch gegenüber Inhalten, die im Auftrag von Marken publiziert wurden, sind Nutzer dennoch. 65 Prozent aller deutschen Befragten vertrauen am liebsten Inhalten, die ihnen von einem Familienmitglied oder einem Freund empfohlen werden.

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Aber nicht nur der Inhalt zählt, sondern auch an die Kreation warten neue Herausforderungen: Kreative stehen nicht nur unter Druck, immer mehr Content in immer kürzeren Intervallen zu produzieren, auch die Anforderungen an die Qualität des Content-Designs steigen. Angesichts eines begrenzten Zeitbudgets bevorzugt über die Hälfte der Deutschen (59 Prozent) Inhalte, die visuell hochwertig gestaltet sind und deutsche Konsumenten zögern nicht, den Inhalt wegzuklicken und zu einem anderen Screen zu wechseln, wenn

  • Bildauswahl und Layout visuell unattraktiv sind (77 Prozent)
  • Inhalte zu lang sind, um sie schnell zu konsumieren (67 Prozent)
  • Bilder zu langsam laden (78 Prozent) oder gar nicht laden (81 Prozent)

Weihnachten ist auch dazu da, sich zu besinnen und zu reflektieren, ob das was man tun auch Sinn macht. Die Studie von Adobe liefert hierfür einige gute Punkte, über die man nachdenken sollte.

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