Willkommen im digitalen Kinderzimmer

little boy at expressive face using a digital tablet in bedKinder sind für Markenunternehmen eine begehrte Zielgruppe, denn je frühzeitiger ein Kind mit einer Marke in Kontakt kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Marke den kleinen Konsumenten über sein gesamtes Leben hinweg begleitet. Kein Wunder also, dass auch Internetkonzerne wie Google mit neuen Produkten in die Lebenswelt von Kindern und Kleinkindern frühzeitig eindringen möchten. Google hat nun eine App speziell für Kleinkinder vorgestellt, in der ausschließlich kindgerechte Inhalte über Youtube zur Verfügung gestellt werden. Die App verfügt über Zusatzfunktionen wie einen Abschalt-Timer und ist kindgerecht gestaltet. Bislang gibt es das Angebot nur in den USA, aber es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis die App auch hierzulande erhältlich ist. Einen Vorgeschmack gibt es über das Produktvideo:

Und zwei weitere Deals sind interessant: Der Internetkonzern bringt gemeinsam mit dem Spielehersteller Mattel eine 3D-Kinderbrille für Android-Smartphones heraus. Die Brille wird ab Herbst erhältlich sein und soll virtuelle Reisen ermöglichen. Die Technologie hierfür stammt von Google, die Brille, die unter dem Namen „View Master“ vertrieben werden soll, stammt von Mattel. Zudem hat Google nun ein spannendes Startup gekauft, das bislang im iOS Markt unterwegs war. Mit der Übernahme von Launchpad durch Google hat der Internetriese nun auch einen Spezialisten für Augmented Reality Apps für Kinder an Bord.

Und auch Lego setzt auf moderne Technologien. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr den ersten digitalen Legostein auf den Markt bringen. Wenn man den digitalen Legostein auf ein Tablet legt, öffneten sich in einer App virtuelle Spielwelten. Zugleich könnten die Kinder mit dem neuartigen Legostein durch virtuelle Abenteuer navigieren.

Die Nutzung von kindgerechten Apps und digitalen Spielsachen wird vor allem aufgrund der großen Verbreitung von Smartphones und Computern im Kinderzimmer begünstigt. So sind in der Altersgruppe von 10 bis 11 Jahren mit einem Anteil von 94 Prozent nahezu alle Kinder online. Die Verbreitung von Smartphones nimmt ebenfalls zu, so gehören Smartphones mit einer Verbreitung von 84 Prozent zur Standardausstattung der Altersgruppe 12 bis 13 Jahre in Deutschland, s. hierzu Studie „Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft“ von Bitkom. In USA sind Smartphones bereits im Grundschulalter im Einsatz und auch Tablets werden stärker im Kindesalter genutzt. Auch Kinder in UK lieben Tablets, so besitzen laut einer aktuellen Studie bereits ein Drittel aller Kinder zwischen 5 und 15 Jahren ein eigenes Tablet.

Aber nicht nur Kinder und Jugendliche wollen begeistert werden, auch Eltern stehen beim Einzug von digitalen Technologien im Visier der Entwickler. So sollen nun die Allerkleinsten mit Wearables ausgestattet werden, die Eltern ruhiger schlafen lässt. Ein intelligentes Produkt aus dem Bereich IoT, das sicherlich Abnehmer finden wird.

Sowieso scheint es, dass die Entwicklung von Wearables für Kleinkinder ein neuer Trend ist, den wir aufmerksam verfolgen. Im Mittelpunkt steht immer das Wohl des Kindes, es geht um Überwachung und um Kontrolle, bzw. um Serviceaspekte für Eltern, für die der Einsatz von digitaler Technologie ganz selbstverständlich ist. Einen interessanten Beitrag habe ich hierzu bei Cisco entdeckt.

Wearables für Babies, Apps für Kleinkinder und digitale Spielsachen für kleine Entdecker, ein Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist und immer mehr Anhänger findet. Wichtig dabei ist, dass Eltern alle Produkte kritisch unter die Lupe nehmen und einen Einsatz abwägen und auch die Spieleindustrie als auch die Internetunternehmen sind gefordert: Sie sollten verstärkt in Aufklärungsarbeit und Studien investieren, um sicherzustellen, dass der Einsatz von digitalem Spielzeug oder IoT-Anwendungen im Kinderzimmer keine negativen Auswirkungen auf die Kleinsten hat.

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