comScore Report Deutschland: Desktop ist out, Smartphone übernimmt, Tablets auf dem Vormarsch

In einem kürzlich veröffentlichten Report “2013 Future in Focus – Digitales Deutschland” zeigt comScore die digitalen Trends hierzulande auf. Der Report liefert ein paar interessante Einblicke in die deutsche Digitalwelt (u.a. hinsichtlich E-Commerce, Internetnutzung, Mobile, Online Video, Online Werbung und Social Media. Die Anzeichen für dieses Jahr generiert comScore aus den Daten von Dezember 2012.

Der Bericht macht klar, welchen Herausforderungen sich Marketers in der heutigen Zeit stellen müssen. Die heutige Multi-Plattform-Umgebung wandert von Computer-Nutzung in Richtung Smartphones, Tablets, Gaming-Plattformen sowie ConnectedTV. Eine Fragmentierung von Medien, der die Marketingverantwortlichen schnellstens begegnen sollten. Denn: Inzwischen greifen 8,4 Millionen Menschen fast jeden Tag mit ihrem Handy auf soziale Medien oder Blogs zu – ein Plus von 68% zu 2011. Einer von fünf iPhone Nutzern hat zum Weihnachtsgeschäft mit seinem Smartphone eingekauft.

Hier ein schneller Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht Deutschland den Zeitraum Dezember 2012 betreffend:

- 96% des deutschen Such-Marktes wird inzwischen von Google eingenommen.
- 51% der genutzen Mobiltelefone waren Smartphones.
- 29% der Internetnutzer investieren im Dezember 2012 mehr Zeit auf Einzelhandels-Webseiten als 2012.
- 10% des Internet-Traffics kommt inzwischen schon nicht mehr vom Desktop.
- XING nimmt bei deutschen Internetnutzern doppelt so viel Zeit ein wie LinkedIn
- Um 211% ist Mobile Video gestiegen: 10 Millionen Mobile Video-Viewer im Dezember 2012.
- Frauen stehen auf Spil Games und H&M: 27,9 Mio. weibliche Nutzer verzeichnet das Jahr 2012 (Plus von 7%)

Aber auch Tablets stehen zukunftsreiche Tage bevor, wie die nachfolgende Grafik des Berichts zeigt.

“Verbraucher können frei entscheiden, wann und wie sie Inhalte konsumieren möchten. Ereignisse in 2012, wie zum Beispiel die Olympischen Spiele in London, haben uns gezeigt, dass Konsumenten ein nahtloses digitales Nutzungserlebnis wünschen, so dass Informationen wie Nachrichten, Emails, Filme, und Social immer und überall genutzt werden können. Den digitalen Konsumenten und seine Präferenzen z.B. bezüglich von Endgeräten und Plattformen zu verstehen und darauf zu reagieren, sollte in 2013 zur Priorität in deutschen Unternehmen gemacht werden.” Robert Tierhold, Vice President D/A/CH, comScore

Spot On!
Der deutsche Internetnutzer zeigt sich dennoch im europäischen Vergleich sehr aktiv und liegt hinter Russland auf Platz 2, welches im letzten Jahr ein Zuwachs in Unique Visitors von 15% aufwies. Bei der Handynutzung ist Deutschland in Europa sogar führend mit 61 Mio. Besitzern eines kleinen mobilen Telefons, was ja oft schon nicht mehr als Telefon genutzt wird. Mit 762 Milliarden Display Ad Impressionen wurde in Deutschland im Jahr 2012 immernoch erstaunlich viel Bannerwerbung ausgeliefert.

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comScore: Fast 50% der Deutschen nutzen Smartphones

Die aktuellen Zahlen des comScore-Dienstes MobiLens machen klar: Das Smartphone erobert Deutschland, aber auch vier weitere europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Mit inzwischen 131,5 Millionen Besitzern erlebt der Smartphone-Markt in den EU5 Märkten ein Wachstum von 35% im Vergleich zu 2011.

Spanien hat dabei mit 63,2% die höchste Smartphone Marktdurchdringung in Europa. Im Vergleich mit den anderen Ländern steht Deutschland mit 48% Smartphoneanteil an letzter Stelle. Inzwischen hat Samsung mit 32% Marktanteil Apple (21,2%) und Nokia (16,9%) den Rang bei den Smartphones abgelaufen, die in Deutschland genutzt werden.

Bei den Smartphone Betriebssystemen führt weiterhin Google’s Android mit 50,6%, vor Apple (21,2%) und Symbian mit 17,3%.

Stellt sich für mich so langsam die Frage: Findet Apple’s Vorreiter-Stellung bei den Smartphones langsam ein Ende?

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Online Video wächst rasant

Der Markt ist riesig für Online Video. Stellt man sich vor, dass im Jahr 2019 85 Jahre Videos auf unseren mobilen Devices geschaut werden können (Goldmedia), dann wird die Größe des Marktes für dieses Format greifbarer, oder auch nicht. Die Zahl scheint unrealistisch, obwohl bereits heute die Geschwindigkeit und die Prozessoren in den Devices immer schneller und größer werden. Sie verdoppeln sich fast alle zwei Jahre.

Online Video boomt. Und bald auch Longform Videos, so Comscore. In allen Bereichen. Ob im ecommerce, in der Unternehmenskommunikation, im News & Entertainment. Netflix hat zum Beispiel bereits 23 Millionen Abonnenten für ihren Kanal in den USA, dort beträgt der Anteil des Traffics für Online Videos in der Hauptzeit derzeit stolze 30%. In Deutschland betrachten knapp 45 Millionen Nutzer 187 Videos für 19.6 Stunden pro Monat. Und auch die Gesamtzeit, die Nutzer in Deutschland Bewegtbild pro Tag konsumieren, hat sich erhöht: Von ursprünglich 220 Minuten im Jahr 2000 auf bis zu 309 Minuten im Jahr 2011 (Mobile Nutzung nicht eingerechnet / ARD/ZDF Online Studie 2011).

Online Video Nutzung findet überall statt: Zuhause, von unterwegs aus oder im Büro. Und das tolle an diesem Format ist, dass es auch jetzt von jedem Device aus Spaß macht, Online Videos zu betrachten. Kein Ruckeln mehr, keine Abstürze, ein Klick und der User ist mittendrin in einer fantastischen Bewegtbildwelt. Denn die Inhalte sind da. Sie stammen überwiegend von TV-Sendern, Produktionshäusern oder Unternehmen und natürlich von den Usern selbst. User Generated Content hat heute immer noch den größten Anteil vom Online Video Kuchen. Aber nur ein kleiner Anteil von User Generated Content ist überhaupt gut, brauchbar, sinnvoll. Dennoch lieben Verbraucher UCG, sie lassen sich auf YouTube von den Inhalten unterhalten, ohne speziell danach zu suchen. Besonders die Generation der Digital Natives surft auf YouTube, switcht von Inhalt zu Inhalt. Man könnte dieses Verhalten mit dem des TV-Hoppings vergleichen. Aber nicht jedes Video lässt sich monetarisieren, doch diese Frage müssen sich am Ende des Tages alle Beteiligten stellen. Denn Online Video kostet Bandbreite und auch ein ständiges Aufrüsten der Netzbetreiber kommt bei dem enormen Wachstum der Online Video Nutzung kaum nach. Livestreaming ist deshalb immer noch ein Problem. Aber Glasfaserkabel und neue Mobilfunkstandards wie LTE werden vielleicht dieses Problem bald lösen.

Die Frage, die sich jedoch stellt ist, wer bezahlt die ganze Bandreite? Werbetreibende oder die User, durch Pay-Modelle? Dass der Kuchen für Online Videowerbung noch Potential hat, daran gibt es keinen Zweifel. Im letzten Jahr wurden 197 Millionen Euro OVK Werbegelder in Online-Video gesteckt. Aber der Anteil am Gesamt-Online-Werbemarktkuchen ist noch gering. Betrachtet man die Investitionen im Vergleich zu TV-Werbebruttogelder, dann fällt er noch geringer aus, aber man kann erahnen, wieviel Potential in dieser noch jungen Disziplin steckt. So hat Forrester festgestellt, dass im Jahr 2016 stolze 5,4 Milliarden US-Dollar in Online Video Werbung fließen sollen. Grund: hochqualitative und markensichere Videoinhalte werden immer mehr verfügbar, die Verbreitung von videofähigen Geräten und der Einfluss von internetaffinen, jüngeren Käufergruppen wachsen. Für Deutschland gibt es hierzu noch keine Schätzung, nur eine Kurve die steil nach oben zeigt. Und in einer noch nicht veröffentlichten Studie, die von MediaMind im April herausgegeben wird, besagt, dass auch die Kontaktzeit mit dem Werbemittel davon profitiert. Die von MediaMind durchgeführte Analyse von mehreren Millionen Impressions zeigt, dass durchschnittlich 73% der In-Stream-Impressions vollständig abgespielt, und 71% zu drei Vierteln abgespielt werden, wodurch gemessen am Einsatz eine sehr hohe Kontaktzeit geboten wird. Das sollte Werber ermuntern, auf Online Video Werbung zu setzen. Und vielleicht schaut bereits am Ende des Jahres 2012 der Online-Werbekuchen gleich viel anders aus. Was meinen Sie?

Diese und viele anderen Zahlen und Fakten wurden im Rahmen des Video Streaming Summit in München unter anderem von Speakern von Streamingmedia.com, Goldmedia, Comscore, SnackTV, Videoplaza und Brightcove präsentiert.

Foto Credits: © HaywireMedia – Fotolia.com

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