Studie: Ignorieren Top-Entscheider das Social Web bewußt…?

Sie führen Unternehmen. Sie entscheiden über unsere politische Zukunft. Sie sind die Top-Entscheider des Landes. Und, sie haben eines gemeinsam: Sie meiden das Social Web, Social Media und Social Networks. Eine Studie des Institus für Demoskopie Allensbach (IfD)   kommt bei seinem „Capital-Elite-Panel“ zu diesem ernüchternden Ergebnis.

Und das, obwohl diese Menschen als die wichtigsten Impulsgeber Deutschlands gesehen werden? Ist das der richtige Impuls…? Der russische Präsident Dmitry Medvedev sieht das anders. Er jat über eine Millionen hat 1 Millionen Follower nach 24 Stunden, in Russland’s führendem Social Network Vkontakte. Die deutschen Entscheider fangen erst gar nicht an…

Als ich letzte Woche das Panel „Social Business becomes real. Adoption of new Technology Opportunities by Lotus Customers“ auf der DNUG Konferenz in Bamberg moderieren durfte, war die Botschaft der Panelisten um Kevin Cavanuagh, Michel Roche (beide IBM), Rainer Gratzfeld (Henkel), Ortwin Riske (Fiducia IT) und Prof. Joachim Niemeier klar: Leadership ist entscheidend.

Wer sich der Entwicklung des Social Business verweigert, überlässt dem Mitbewerb eine grüße Spielwiese. Unternehmensführer sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und sich intern wie extern den Chancen und Herausforderungen der beiden Kommunikationsstränge stellen und diese genauso wie ihre Mitarbeiter annehmen.

Die Studie im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Capital“ aber kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Top-Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung nutzen Social Media wenig. So nutzen 72% der Entscheider kein XING, kein LinkedIn und kein Facebook. Immerhin haben 28% der Top-Entscheider laut Capital in einem dieser drei Netzwerke ihr aktives Profil.  

Die Befragung von „Capital“ evaluierte die Aktivität im Social Web in Verbindung mit der politischen Einstellung. Die Grünen sind dabei klar auf dem Vormarsch in Bezug auf ihr „Social Engagement“. Entscheider, die mit den Grünen sympathisieren, machen dann doch einen ordentlichen Anteil von 43% aus. Bei den SPD-Anhängern sind es rund ein Drittel. Die Unions-Befürworter schaffen es nur auf jeden Vierten, die FDP sogar nur auf jeden Fünften.

Man könnte nun fragen: Wie definitert sich ein moderner Top-Entscheider und wie muss er/sie neuzeitlich technologisch ausgestattet sein? Richtigerweise sieht die Studie Minister, Ministerpräsidenten und Leiter von Bundes- und Landesbehörden als die Top-Entscheider. Offensichtlich haben die andere Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Papier ablegen zum Beispiel. Die traditionelle Affinität für Papier sieht man an den fleißigen Helferlein, die ihnen mit ausgedruckten Stapeln in weiß im Schlepptau folgen. Kommunikationsexperten könnten da auf digitalem Wege mit mobilen Lösungen vermutlich helfen, so manche Information der Menschheit via Social Software und in Social Networks schneller und transparenter zur Verfügung zu stellen.

Nur: Das muss der Top-Entscheider wollen. Und auch wenn dann das Wort „Change Mangement“ gerne mal fällt, einen einhergehenden Kulturwandel ins Auge fassen – zur Sicherung der eigenen Vorreiterschaft.

Es stellt sich die Frage…

Wenn man Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern befragt und diese sind nicht im Web vernetzt wie ihre Mitarbeiter, so stimmt einen das in Bezug auf den Social Business Trend fragwürdig. Seltsamerweise finden Europa’s Top-Manager Twitter wiederum gut, wie uns eine andere Studie zeigt. Werden sie von ihren Beratern oder ihren Unternehmen angehalten, sich nicht auf Portalen wie Xing oder LinkedIn anzumelden? Warum? Wollen sie nicht die Menschen an der Front mit sich vernetzen, oder ihre Kunden? Damit sie nicht abgeworben werden? Macht das Sinn? Müssten diese nicht als Firmenvorbilder fungieren? Ich meine: „Ja!“ Und ihr…?

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