Studie: Deutsche Marketer sehen digitalem Wandel optimistisch entgegen

Entgegen der landläufigen Meinung, die deutschen Marketingverantwortlichen sein für den digitalen Wandel nicht gewappnet, zeigt eine aktuelle Studie von Adobe, dass dem offensichtlich nicht so ist. Die deutschen Marketingleiter sehen sich sogar im Vergleich mit ihren französischen und britischen Kollegen inzwischen als Treiber der digitalen Transformation.

Die „Adobe Digital Roadblock Report 2015“ Studie stellte dabei 1.300 Marketingentscheider in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Frage, wie sie dem digitalen Wandel gegenüberstehen sowie welche Rolle ihnen selbst dabei zukommt.

Sicherlich nicht verwunderlich ist die vorwiegende Erkenntnis der Marketers (58%), das Marketing habe sich im vergangenen Jahr stärker verändert als in den gesamten fünf Jahren zuvor. Auch gehen sie davon aus, dass diese schnelle Entwicklung sich noch weiter beschleunigen werde. Dennoch wird dies als Chance (87%) und nicht als Gefahr oder Bedrohung erkannt.

Adobe 2015 Pace of Change

So sehen die Befragten gerade im Bereich der Wearables sehr großes Potential und man rechnet mit neuen Optionen dank revolutionärer Technologien für die Kundenansprache aber auch die Analyse der Marketingtaktiken (58%). Einzige Schwierigkeit über alle Länder hinweg scheinen Ressourcen und fehlende Budgets zu sein.

Adobe 2015 IoT

Das Ergebnis der Studie ist aus deutscher Perspektive erstaunlich positiv. 71% der deutschen Marketingentscheider empfinden ihr Unternehmen für die kommenden Herausforderungen des digitalen Wandels als gut aufgestellt. Demgegenüber stehen skeptischere Marketingentscheiden aus Großbritannien (68%) und Frankreich (58%), die mit wenig Überzeugung diese Frage beantworten.

Ebenso sind die beiden Länderkollegen weniger zuversichtlich mit ihrer jeweiligen Firma als wichtige Treiber des digitalen Wandels dazustehen. Bei den britischen Marketingleitern sind dies nicht ganz die Hälfte (49%) und den französischen sogar noch etwas weniger (46%). Erstaunlich selbstsicher antworteten die deutschen Marketingchefs, die hier mit 68% klar über den beiden anderen Ländern liegen.

Es sei die Anmerkung an dieser Stelle erlaubt, dass wir in unseren Beratungsprojekten, diese Erkenntnis weniger teilen können. Denn hier zeigt man sich eher skeptisch, ob des richtigen Strategieansatzes, aber auch der optimalen Exekution neuer Technologien oder Taktiken. Gerade wenn es darum geht, die gewünschten Reaktionszeiten bzw. den generellen Prozess des Feedbacks gewährleisten zu können, der von Kunden in der heutigen Zeit erwartet wird.

Adobe Customer Expectations

Auch erscheint uns die Aussage der Studie erstaunlich, dass 71% der Marketers in Deutschland einen wachsenden Einfluss des Marketings auf den Gesamtumsatz sehen sowie 63% eine zunehmende Bedeutung ihrer Tätigkeit für die Unternehmensstrategie wahrnehmen wollen.

Entweder die deutschen Marketingleiter versuchen hier ihre Position zu stärken, oder die Marketing-Entscheidern fehlt der richtige Blick in den Maschinenraum des eigenen Teams – denn oft zeigen sich dort ganz andere Realitätseinblicke als in den Chefetagen. Hier zeigt sich komplette Überlastung, wenig Verständnis und Commitment für die Aktivitäten (u.a. in den Bereichen Social Media, Mobile, Content Marketing), Unverständnis des Sales bei der Lead Generierung usw. Aber das mag ein „subjektiver“ Eindruck sein.

PS: Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der hier auch seine Meinung oder Erfahrung zu dem Thema teilen kann und darf. Wir sind gespannt…!

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