Social Media rockt den Second Screen

Ob Tatort, GNTM oder Dschungelcamp: Viele TV-Serien profitieren vom Boom des Second Screens in deutschen Wohnzimmern. Innerhalb von fünf Tagen nach Ausstrahlung erreichte zum Beispiel das Format Dschungelcamp bereits über 150000 Nennungen im Social Web (MediaCom). Dies sind 8x mal mehr Erwähnungen als noch im Jahr 2013. Es wird getwittert, diskutiert und geliked, was das Zeug hält und viele Medien berichten mit großer Freude über die Aktivitäten in den sozialen Kanälen. Da „menschelt“ es einfach, das ist Lagerfeuer pur!

Immer mehr TV-Sender wollen daher ihre Programme in den Second Screen verlängern und ihre Zuschauer aktiv auffordern, in den sozialen Kanälen mitzumachen, zu diskutieren oder Likes zu verteilen. Es geht ihnen dabei nicht nur um die Aufmerksamkeit ihrer Sendung, es geht ihnen vor allem um die Aufmerksamkeit ihrer Werbekunden. Denn der Second Screen steigert nachweislich die Werbewirkung, dies bestätigte Ende letzten Jahres der Vermarkter IP. Das gemeinsame Fernseherlebnis verbindet und nach Aussage von IP setzen sich Nutzer intensiver mit den Inhalten auseinander und haben dadurch ein viel höheres Involvement. Die durchschnittliche Werbeerinnerung in den zehn von IP untersuchten Formaten lag mit ausschließlicher TV-Nutzung bei 24 Prozent. War parallel der Second Screen im Einsatz, stieg die Werbeerinnerung auf 30 Prozent.

2014 – Das Jahr des Second Screens?

Man könnte es vermuten. Denn die Zahlen sprechen für sich. Aber was machen nun TV-Sender, wenn sie all die Tweets und Likes und Gespräche auf dem Tisch haben? Werden TV-Programme dadurch besser? Meiner Meinung nach könnte dies der Fall sein. Immer mehr TV-Sender kreieren ihre Programme so, dass sie Social-Media-tauglich werden. Und das hat seinen Grund: Denn Social Media rockt nicht nur den Second Screen, es treibt auch wieder die Zuschauerzahlen nach oben.

Es verwundert daher nicht, dass immer Fernsehanstalten richtig viel Geld in Second- Screen-Angebote investieren, um den User ein einzigartiges Show- und Serienerlebnis zu bieten und ihn an sich zu binden. Denn die Gefahr ist groß, dass TV-Zuschauer einfach andere Dinge tun, wenn sie nicht zusätzlich aktiviert werden. Dies bestätigte wieder einmal Nielsen in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Diese besagt, dass in den USA zwar mittlerweile 84 Prozent (!) der Amerikaner ihre Tablets oder Smartphones nutzen während sie fernsehen, aber das was sie auf ihrem Zweitgerät machen, hat nicht immer etwas mit dem TV-Programm zu tun, s. Grafik.

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Wenn man nun aber immer mehr TV-Programme für den Social Media User konzipiert, dann gewinnt man die Aufmerksamkeit der Nutzer zurück und steigert zudem das Engagement der Zielgruppe. Second Screen Anwendungen sollten für Marketingverantwortliche daher nicht nur als zusätzliche „Datenquelle“ gelten, sie sollen vielmehr die Social Media User begeistern, denn nur durch die intelligente Verknüpfung von Social Media Apps werden TV-Serien oder Programme zum neuen Hub für Engagement.

Und wie man User mit Second Screen Apps begeistern und aktivieren kann, das zeigen diese beeindruckende Beispiele, die Mashable vor kurzem zusammengetragen hat.

P.S. Und wie es ausschaut, kommt mit Facebook weitere Bewegung ins Spiel. Facebook geht mit einem neuen Programm für TV-Sender an den Start und bietet Sendern an, die Gespräche im sozialen Netzwerk zu TV-Sendungen auszuwerten. Mit dem PCS Programm (Public Content Solutions) möchte Facebook TV-Sendern unter die Arme greifen, und ihnen Insights bieten, an die sie sonst nicht rankommen. Denn die Gespräche unter Freunden sind im sozialen Netzwerk nicht öffentlich, anders als bei Twitter.

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