Social Media Marketing und Strategie – akademisch und praktisch gesehen…

Wenn man sich fünf Jahre theoretisch und praktisch mit dem Thema Social Media Marketing und rund zehn Jahre mit Community Building in der digitalen Welt beschäftigt, sind die akademischen Expertenansichten spannend sowie dem eigenen Wissen diesbezüglich förderlich. Ich schätze es zudem, wenn Menschen Print eine Chance und mal einen gegliederten Rahmen präsentieren. Die Limitationen ein Thema nicht „echtzeitlich zu leben“, nimmt der Autor dann in Kauf. Ein Buch hat ein Ende, das Web nicht, oder wie ich immer sage: Reden ist Online, Schweigen is Print. Der Vorteil eines Buches? Man kann seinen Wissensstand in kurzer Zeit mit einem aggregierten Format abgleichen und sehen, ob und wenn ja, wo man noch ansetzen kann.

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Im Juni veröffentlichte Prof. Gerald Lembke sein Buch „Social Media Marketing“ und ich habe in zwei Wochen abends seinen Inhalt und seine Expertise überflogen. Die Punkte, die mir aufgefallen sind, lies ich den Autor selbst beantworten. Aus meiner Erfahrung fand ich beim Lesen des Buches eine die eine oder andere Herausforderung für die Masse der Gesellschaft(er/innen).

Das Buch offeriert eine ordentliche und fundierte Leitlinie, wie sich Unternehmen dem Thema Social Media aus strategischer Sicht nähern können. Ob es dabei mehr um einen Social Media Strategie Prozess oder Social Media Marketing generell ging, konnte ich nicht wirklich ausmachen. Auch nicht, ob ein unerfahrenes Unternehmen in der Lage ist, einen solchen Prozess alleine zu durchwandern. Die Fragen von Teilnehmern aus diversen Social Media Seminaren und Workshops klingen mir da noch in den Ohren, denn ich verifiziere derzeit eine saubere Trennung und Abgrenzung der Begriffe.

Entsprechend die Frage an Prof. Lembke, ob das Buch und sein Ansatz für den Mittelstand nicht sehr aufwendig sei. Mir half das fiktive Fallbeispiel des mittelständischen Gummistiefel-Herstellers wenig, der seine Marketingaktivitäten hinsichtlich Social Media expandieren will. Offensichtlich habe ich es richtig interpretiert, wie ich der Antwort von Hr. Lembke entnehmen kann.

„Genauso war es gedacht. Natürlich ist dieses Thema zeitaufwendig. Und ich wollte ganz bewusst vom Social Media Aktionismus ablenken, wie „mal schnell Twitter machen“ & Co. Der Einsatz von digitalen Medien wird meiner Einsicht immer noch unter dem „Kostenlosaspekt“ betrachtet. Hingegen handelt es sich um eine Investition wie andere betriebliche Invests auch“.

Hierzu denke ich… Richtig: Social Media Marketing gibt es nicht zum günstigen Tarif. Dennoch teilweise bedenklich. Gerade dem mittelständischen Unternehmen ist es zu empfehlen, sich dem Thema Social Media Strategie mit Personal, Zeit und Budget zu widmen. Vielleicht aber in Form des skalierbaren, etwas simplifizierten Ansatzes der 3-Säulen-Strategie. Denn es werden sich Synergien aus Unternehmensabteilungen ergeben, interdisziplinäres Verständnis entstehen, sowie Budgets hier frei, die dort für Social Media Marketing effizient einsetzbar sind. Insofern ist der strategische Ansatz gut. Nur wer keine Vorkenntnis zu Blogging, Twitter und Facebook mitbringt, bleibt vermutlich im Web im sozialen Abseits.

Auf die Frage, wieso es nicht einen Ansatz in Richtung Social Search und Google Adwords oder Banner Advertising in Social Networks im Buch gibt, den man hätte berücksichtigen können, bleibt die Antwort knapp. Dass habe Lembke bewußt getrennt und sei der Meinung, es gehöre zum Thema Online-Marketing und „da gibt es doch schon ganze Bibliotheken und Blogs“.

 

Hierzu frage ich mich… Wieder bedingt richtig. Gilt es doch die Waage zwischen theoretischen Nicht-Insidern und der Mehrzahl der wirtschaftsnahen Praktiker im Auge zu behalten. Ergänzen sich Online-Marketing und Social Media Marketing nicht grundsätzlich? Gehören sie nicht sogar unmittelbar zusammen? Was macht der Marketier, wenn er die KPIs seiner Facebookseite erhöhen will? Fällt Online-Media Taktik, um nur ein Feld zu nennen, da nicht gewaltig ins Gewicht als Teil des Social Media Marketings? Selbst die HR Abteilungen haben das Thema Employer Branding sowie den Mehrwert von Social Networks in den letzten Monaten erkannt, und nutzen die LinkedIn-Anzeigen auf klevere Art und Weise. Sehr euch mal die Mashable Statisken (Infografik) zum Thema Social Media Marketing an und dann stellen wir die Frage zur Diskussion…

Die ins Buch „eingebauten“ QR-Codes zur interaktiven Illustration und Weiterbildung sind die vor einigen Wochen angesprochene mobile Extension der modernen Printwelt (erfordert aber ein Lesen des Buches mit einem Handy oder Tablet und nicht abends im Bett…). Aber wann hat man dafür Zeit im (Business)alltag unserer Onlinewelt…? In meinen Augen dennoch eine gute Idee schnell die Synergien aus Print, Online und Mobile zu verknüpfen.

Social Media Marketing oder auch Social Media Strategie ist eine noch junge Wissenschaft und bleibt eine Herausforderung, akademisch und praktisch, egal ob Groß- oder Kleinunternehmen, egal ob man sich im Web oder im Buch weiterbildet. Vielleicht ist die Offline-Weiterbildung Face-To-Face manchmal doch am effizientesten…? Eine Ausführung würde an dieser Stellen wohl zu weit führen…

PS: Im Q4 finden noch drei Social Media Marketing Seminare in Zürich, Wien und Starnberg statt. Wer sich noch anmelden will, ist eingeladen dann dort gerne abends mit mir bei einem Glas Wein weiter zu diskutieren. Oder ihr kommentiert einfach hier…

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