Kenexa: Wie sich Unternehmen auf die Zukunft des Arbeitsplatzes einstellen können

Es gibt wenige Veranstaltungen zum Thema Zukunft des Arbeitsplatzes, die mit gutem Inhalt aufwarten. So herrschte auch vor dem Kenexa-Event „Creating a smarter workforce“ bei mir ein wenig Skeptis, ob nicht doch nur viel heiße Luft durch die Arbeitswelten geblasen wird. Aber meine Erwartungen wurden dann doch erfüllt. Vor allem der Vortrag des Kenexa Gründers Rudy Karsan lieferte einige gute Ansätze, wie sich denn der Arbeitsplatz der Zukunft definieren wird und worauf es für Unternehmen im „War of Talents“ ankommen wird.

Der Tag drehte sich um eine grundlegende Frage, die sich Unternehmen permanent stellen sollten: „Was braucht ein Mitarbeiter in der heutigen Zeit, um erfolgreich zu sein?“ Wissen Sie es? Dann los, lesen Sie einfach nicht weiter und kommentieren sie mal gleich und teilen sie ihre Meinung. Denn, wie wir inzwischen aus einer aktuellen Microsoft Studie wissen, kollaborieren Mitarbeiter in der heutigen Zeit mehr als es ihnen erlaubt ist. Falls Sie zu den 60% gehören, bei denen das noch nicht der Fall ist, lassen Sie sich einfach noch ein wenig inspirieren.

Der Vortrag von Rudy Karsan machte schnell klar, dass der Einzelkämpfer in der heutigen Welt einen schweren Stand haben wird. Letztendlich sind es gute Beziehungen am Arbeitsplatz, die entscheidend für Erfolg und Effizienz des Unternehmens zeichnen. Grundsätzlich liege die Zukunft des Arbeitsplatzes aber in einem lernseitig-gepträgten Wechselspiel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Karsan skizzierte, dass der Tag der Karriere des Einzelnen vorbei ist und das Kollektiv auf die Siegerstrasse gehe, was er anhand einer persönlichen Erinnerung und seiner Herausforderung in Mombasa ein Schwimmer zu sein illustrierte. Wo eben kein Schwimmbad ist, muss man im Meer trainieren und die Wellen zu seinen Freunden machen. Eine schöne Analogie zur heutigen Businesswelt wie ich finde.

Worauf sich die Mitarbeiter der Zukunft fokussieren solle, sind seiner Meinung nach drei Kernbereiche:
1. Ausgeprägtes Verständnis und Offenheit für aufkommende (mobile) Techniktrends.
2. Gesunder Fokus auf gesundheitsorientierte Technologie sowie Design und Kommunikation.
3. Wege identifizieren, wie man selbst wachsen kann. Grundsätzlich entscheidend sei dabei eine interessierte Weltoffenheit.

„Experience more of the global. 1 in 7 of us are crossing national borders!“

Karsan mahnte aber auch die Unternehmen mit ihrer wachsenden Macht verantwortungsbewußt um zugehen. Die Balance zwischen Geld und daraus resutierenden Möglichkeiten dürfe nicht aus den Fugen geraten, und auch nicht die Macht den Politiker entgleiten. Die „Balance of the power shift“ gelte es im Auge zu behalten. Denn die Gefahr herrsche, dass sich Firmen nur noch um Geld kümmern und nicht mehr um die Menschlichkeit, die Kunden, den Mitarbeiter und die Gesellschaft. Hierbei sei es immens wichtig, Individuun zu rekrutieren, die menschliche Werte hinter dem Kunden identifizieren können, um so das „Golden Age“ weitertreiben. Denn heute gehe es nicht darum, das tägliche Essen auf den Tisch zu bekommen, sondern sich mit der Arbeitsaufgabe tagtäglich identifizieren zu können.

Auch als man ein paar Worte mit ihm persönlich wechseln konnte, faszinierte seine Idee, dass er sich jedes Jahr einen Kollegen suche, den er als Freund für den Rest seines Lebens definieren würde, und an deren Freundschaft er arbeiten und sie entwickeln wolle. So habe er es auf 30 Freunde in 30 Jahren gebracht. Man muss nur mal selbst überlegen, wer es einem denn Wert gewesen wäre und sich dann die Frage stellen, ob und wenn ja, wieviel Zeit man in eine solche Beziehung stecken könnte und würde.

Ebenfalls beeindruckend war der Vortrag von Jonathan Ferrar, Vice President Smarter Workforce bei IBM, der mit seinen vier Trends aufzeigte, wie sich Effizienz am Arbeitsplatz steigern lässt.
1. Wachstum von Social Media: 12% Produktivitätssteigerung (The Social Economy: Unlocking Value and Productivity Through Social Technologies.” McKinsey Global Institute, July 2012.)
2. Wachstum von Big Data und Analyse: 63% sehen darain einen Wettbewerbsvorteil (Big Data @Work Study, IBM Institute of Business Value and Said Business School, University of Oxford, Oct 2012)
3. Wachstum von Mobiltechnologie: 75% haben ein Mobiltelefon heutzutage (eMarketer 2011)
4. Wachstum des Freiberuflers: 30% sehen sich als unabhängige Arbeitskräfte (HBR 2011)
Als Ergebnis hieraus machte er klar (und wir sind ebenfalls davon überzeugt), dass Hierarchien aufgelöst werden sollten, um der kollektiven Intelligenz mehr Kraft zu verleihen, sowie eine radikale Transparenz über Organisationen hinweg basierend auf sozialen Software-Plattformen und konstante Zusammenarbeit. Eine Ansicht, derer sich Manager immernoch derzeit verweigern bzw. den Gewinn dahinter oft nicht wahrhaben wollen.

Der Nachmittag war insofern eine Bereicherung, da er auch kritisch auf die Effektivität eines schnelles Onboarding einging. Ein anderer Vortrag prangerte aber auch die Weiterqualifizierung der Belegschaft an, die immer öfter bei Kostendruck auf der Strecke bleibt. Aber auch die fälschliche Annahme wurde in einem anderen Vortrag entkräftet, dass Incentivierung grundsätzlich höhere Mitarbeitermotivation fördere. Interessant hierbei waren die Erkenntisse des Allianz Engagement Survey der Allianz SE, der wiedermal verstärkte, wie wichtig diese kontinuierliche Befragung der Mitarbeiter in Unternehmen ist.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung und damit ihr noch ein kleines Takeaway zum Schmunzeln habt, hier ein Video der Allianz-Gruppe, die das Thema Engagement am Arbeitsplatz der Zukunft auf humorvolle Art und Weise erklärt.

PS: Ich gestehe, dass ich die Veranstaltung etwas früher verlassen habe, aber vor allem um meine Work-Life-Balance nicht zu gefährden und mich auf eine herausfordernde Radtour vorzubereiten, die am Ende Social Media mal für 24-Stunden ruhen lies.

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