Facebook-Fans und die (Fragwürdigkeit der) Exklusivität

Was wollen sie denn nun, die Facebook-Fans? Gewinnspiele, Coupons, Rabatte, Schnäppchen oder Exklusivität? Angeblich steht letzteres am höchsten im Kurs, wie eine Studie der PR-Agentur fischerAppelt uns erklärt. Zwar sind Gewinnspielfanatiker und Schnäppchenjäger auf den Facebook Profilen oft aktiv, was den meisten Nutzern dennoch zählt ist Exklusivität. Und zwar an Informationen, die man eben nur auf den Facebookseiten als Fan bekommt.

Das Ergebnis ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Umfrage wurde unter einer kleinen Zahl an Fans der Industriesektoren Beauty, Gesundheit und Lebensmittel durchgeführt (200 Befragte zwischen 24 und 40 Jahren). Inwieweit andere Branden ebenso betroffen sind, bleibt zu beweisen. Grundsätzlich decken sich diese Ergebnisse und Grundaussagen mit einer Studie von ExactTarget CoTweet.

Der Trend könnt sich dennoch generell abzeichnen, denn von den Befragten gehen 72% vorwiegend wegen exklusiven Informationen (detaillierte Produktinformationen und Tipps von  Experten) auf die Seiten der Zuckerberg Firma. Wer als Facebook Seitenbetreiber für seine Firma auf Gespräche hofft, wird vermutlich enttäuscht werden.

Ein paar weitere Ergebnisse…
– 69% wollen lediglich informiert bleiben und den Anschluss an die Markentwicklung nicht verpassen
– 48% kommen auf die Facebookseiten wegen Gewinnspielen und Rabattaktionen
– 46% wollen Menschen hinter einer Marke sehen und wissen, wie deren Produkte hergestellt werden
– 44% haben wegen Themenirrelevanz eine Fanseite eines Unternehmens verlassen
– nur 17% suchen den Austausch mit der Facebook Community.

Facebook ist dennoch stark im Empfehlungsmarketing. Zwei von drei Nutzern vertrauen den Empfehlungen von Facebook Freunden. Ob das für einen Kauf ist dennoch fraglich. Denn sie informieren sich aber trotzdem noch weiter über ein Produkt. Und: 80% der Befragten gaben an, Produkte einer Marke auch unabhängig von Facebook zu erwerben.

Wer es als Unternehmen übertreibt, dem wird die Freundschaft gekündigt, was 65% schonmal getan haben. Jeder Zweite erträgt nicht mehr als zwei bis drei Updates pro Woche, jeder Vierte sogar nur eins. 44 Prozent haben auch schon eine Fanpage wieder verlassen, weil ihnen die Themen nicht interessant genug waren.

Die Frage, die sich stellt… Wird Facebook ein Einkaufskatalysator? Lässt sich Markenbindung dank Facebook beschleunigen und somit der Umsatz erhöhen? Und wo hört Exklusivität für den Nutzer auf? Wo fängt sie an? Porsche hat eine siebenstellige Fanzahl, Volkswagen hat gerade mal die sechsstellige erreicht. Beide lassen ihre Mitarbeiter dennoch nicht auf Facebook. Wie soll dann die gewünschte Exklusivität den Nutzern übermittelt werden?

Ford hat in einer Kampagne schonmal versucht, mir mein für mich richtiges Auto zu verkaufen (ich stand damals nicht auf den Focus und die Kampagne ging ins Leere). In meinen Augen ist F-CRM und F-Commerce ein komplexes Thema, wie nicht nur diese 7 Ansätze des F-Commerce zeigen.

Wenn das Social Seating der Airline KLM via Facebook käme, würde es spannend – allein schon aufgrund der Inhalte, die dort geteilt werden. Die Idee des Business-Matching im Flieger (via LinkedIn geplant) erscheint zukunftsträchtig, Exklusivität gegeben. Ob zwei Menschen zu „matchen“ eher funktioniert auf menschlicher Ebene denn technischer? Nachher bringt so ein Match-Making noch unerwartete exklusive Ergebnisse auf privater Ebene bringen.

Was meint ihr…?

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