Digitalisierung 4.0: Eine Entmachtung der IT gegenüber der Fachabteilungen?

Credits: ©-itestro-Fotolia.com

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CIOs haben es derzeit nicht leicht. Die einen kämpfen mit ambitionierten Millenials, die andere mit dem BYOD-Trend. Wieder andere aber haben es dank zahlreichen abteilungsspezifischen Cloud-Services mit selbstherrlichen Fachabteilungen zu tun. Diese treffen zunehmend ihre Entscheidungen für Cloud-Dienste selbst. Die IT-Abteilung wird nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen. Und so mancher CIO wird sich fragen, wo liegt eigentlich unsere Zukunft in der Welt der Cloud, wenn uns die Kontrolle zunehmend entgleitet.

In so manchem Meeting und auf einigen Konferenzen hört man derzeit die Fragestellung: Wird die IT-Abteilung immer mehr entmachtet und zu einer Evaluierungsebene ohne Entscheidungskompetenz? Die Frage ist sicherlich berechtigt. Erst kürzlich bestätigte Techconsult mit seiner Studie, dass 56% der befragten Unternehmen Cloud Services externer Dienstleister nutzen, ohne zuvor die eigene IT-Abteilung oder IT-Organisation davon in Kenntnis zu setzen. Aber spielt der aus Fachabteilungen angeführte Zeitgewinn auf dem Weg zur Digitalisierung 4.0 und die vorzeitigen Einsatzmöglichkeit der Cloud-Lösung der IT-Fachseite in die Karten?

Grundsätzlich steht fest, dass Public Cloud-Lösungen die Diskussion um die Entmachtung der IT wieder neu aufflammen lassen. Zahlreiche Fachabteilungen sind es leid, auf ihre IT-Abteilung zu warten. Zielvorgaben in Fachabteilungen lassen das oftmals gar nicht zu. So wird schnell auf Lösungen im Bereich Software as a Service (SaaS) oder Infrastructure as a Service (IaaS) gesetzt und der Vertrag mit dem Anbieter, einem Systemhaus oder gar einer Digitalagentur unterschrieben.

Das Problem liegt allerdings nicht in den Fachabteilungen, sondern oftmals im strukturellen System einer ausgelagerten IT-Infrastruktur bzw. einer langsam agierenden IT-Abteilung an sich. Die Erfahrung hat so manche Fachabteilung gelehrt, dass es schneller geht, eine feste Beziehung mit einem Tool-Anbieter einzugehen. Da Service-Level Agreements oftmals mit angeboten werden, denken so manche Abteilungsleiter, auf die IT-Abteilung verzichten zu können. Wovon die Abteilungsleiter in der Regel wenig Ahnung haben, sind die Probleme die zustande kommen, wenn es zu Schnittstellen zwischen Abteilungen oder IT-Systemen kommt. Gerade in einer sich dynamisch digitalisierenden Unternehmenswelt, sind Fachabteilungsleiter gut beraten, die Kraft der IT-Abteilung anzuerkennen und lieber zweimal nachzudenken.

Was dennoch CIOs und ihre Teams lernen müssen, ist dass man ohne marktorientierte Lösungen für die täglich anfallenden Arbeiten, auch weiterhin den Entmachtungsangriffe der Fachabteilungen spüren wird. Da bringt es auch wenig, sich auf den guten alten IT-Support oder irgendwelche Service-Level Agreements zurück zu besinnen. Auch Trainings und Implementierungsprozesse unterstützen die Cloud-Anbieter einfach und unkompliziert. Denn oft sind Cloud-Anbieter inzwischen in diesem Punkt ebenso gut aufgestellt wie die hauseigene IT-Abteilung und bieten zusätzlich aufgrund der zahlreichen Systemanbindungen, die sie gewährleisten müssen, einen großen Erfahrungsschatz im Schnittstellen-Management. Ob die Anwendung von sozialer Software und die Nutzung privater Endgeräte wie Smartphones oder Tablets in Business-Prozessen dann mit Sicherheitsrisiken zu rechtfertigen sind, kann in der Regeln nur der CIO mit seinem Team evaluieren, was wiederum ein Pluspunkt für die Kompetenz der IT-Abteilung und ihrer Organe ist.

Als Fazit lässt sich sagen, dass IT-Abteilungen oftmals nicht nur die eigenmächtige Fachabteilung gegen sich haben, sondern mehr die grundsätzliche Digitalisierung zahlreicher Business-Prozesse, die verstärkt ihre Leistung und ihren Beitrag an der Wertschöpfungskette nachweisen muss. Dazu stehen unzählige technische Tools zur Verfügung, über die sowohl in Marketingabteilungen als auch in Personalabteilungen zunehmend nachgedacht wird. IT-Abteilungen, die hier schnell und flexibel die Cloud-Dienste analysieren, bewerten und Implementierungsprozesse unterstützen können, werden das Gerede um eine Entmachtung der IT-Abteilung vergessen lassen. Alle anderen werden ihr Dasein auf kurz oder lang wohl in Frage stellen.

Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit dem HP Business Value Exchange Blog.

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