Die Erfolgsstrategien der Superheroes aus dem Digital Publishing 

Auf dem Pre-Event der Frankfurter Buchmesse, der internationalen Konferenz „The Market – Global Publishing Summit“, standen in diesem Jahr die Erfolgsstrategien internationaler Publisher im Fokus. Führende Publisher und Marktbeobachter aus Deutschland, USA, Süd-Korea, China, Indonesien, Mexiko und der Türkei trafen sich im Business Club, um voneinander zu lernen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Nach Angaben der Veranstalter waren 69 Publishing- und Buch-Experten aus sieben Ländern und über 300 Teilnehmer aus 20 Ländern in Frankfurt.

Die neuesten Entwicklungen und Strategien für das digitale Publizieren von Inhalten, die auf die veränderte Mediennutzung und besonders auf Millenials zugeschnitten sind, standen im Vordergrund der Gespräche und Vorträge.

Einige Erkenntnisse teile ich heute auf Digitalstrategie, da sie eine Orientierung in einem immer stärker fragmentieren Markt ermöglichen.

#1: Go global

Das digitale Publizieren von Inhalten schreitet in allen Regionen mit einer Geschwindigkeit voran, bei denen die Publisher zu den Gewinnern gehören, die neben ihrer Landessprache auch in englischer Sprache publizieren. Es zeigt sich, dass englischsprachige Publisher weltweit mit ihren Lesern in allen digitalen Kanälen kommunizieren und diese Verbindung derzeit stark ausbauen und Leser auf der ganzen Welt an sich binden.

#2: Mobile first

Auch bei Büchern und allen anderen Publikationen gilt: Denkt ‚mobile first‘. Das Lesen von Büchern auf mobilen Endgeräten nimmt zu und für Millenials ist es das normalste auf der Welt, auf Smartphones auch längere Texte zu lesen. Zudem bieten mobile Modelle auch den schnellen Zugang zu sozialen Netzwerken. Die Community wird immer mächtiger und für die Vermarktung von Büchern immer wichtiger. Bookmate, ein Subscription based e-book Service, spricht sogar von ‚Super engaged Usern“, die für die Verbreitung von Büchern extrem wichtig sind.

#3: Audio Content

Wem das Lesen von längeren Texten auf mobilen Devices zu anstrengend ist, der nutzt Audio Content und hört sich seine Bücher ‚on the go‘ an. Audio Book Content wuchs im letzten Jahr um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

#4: Education goes digital

In vielen Märkten gehört es zum guten Ton, Schulen mit digitalen Lehrmitteln auszustatten. Alleine in Süd-Korea investierte die Regierung innerhalb von vier Jahren  2,3 Milliarden US-Dollar für digitale Schulbücher. Ein papierloses Klassenzimmer ist das Ziel, dass die Regierung im Jahr 2011 vorgab und neben viel Geld auch strenge Richtlinien für Publisher veröffentlichte. Der Trigger für die digitale Weiterbildung war das Tablet.

#5: EMS-Commerce

Ob im E-commerce, M-commerce oder S-Commerce, ebooks können überall verkauft werden und sie sollten zukünftig über alle Kanäle angeboten werden. Eine Social Commerce Strategie für ebooks gehört für internationale Publisher zukünftig zum guten Ton.

Haidar Bagir, President Director der Verlagsgruppe Mizan aus Indonesien, sagt eine schnelle Entwicklung des heimischen e-commerce-Marktes voraus: “63 million Indonesians are active on social media, and 45 per cent of the population uses mobile devices to read and study.”

#6: Readers become Creators

Dies bedeutet nicht, dass die Leserschaft Inhalte selbst produziert, sondern aufgrund ihres Leseverhaltens im digitalen Space viele Daten hinterlässt, die für Publisher wertvolle Hinweise geben, um zum einen die Performance zu verbessern und zum anderen wichtige Trends zu ermitteln.

#7: Subscription Modells

Millenials sind es gewohnt, Inhalte über eine Subskription Fee zu erhalten. Das beste Beispiel sind Abo-Modelle für Musik wie iTunes oder Spotify oder Video Demand Services wie Netflix oder Hulu. Subskription Fees für Bücher werden in den kommenden Jahren ebenfalls den Durchbruch schaffen. Auch wenn kürzlich Oyster seinen Dienst eingestellt hat, so bedeutet dies nicht, dass Subscription-Modelle für Bücher nicht funktionieren. Bookmate veweist aber zurecht auf die Problematik, dass eine einheitliche Subscription Fee für alle Arten von Bücher nicht funktionieren kann. Man muss unterscheiden, ob es sich um ein Billig-Produkt oder um hochwertigen Content handelt.

#8: Offline&Online

Digitale und traditionelle Formate verschmelzen immer stärker miteinander und sie eröffnen auf vielfältige Weise neue Möglichkeiten, wie Content in Zukunft konsumiert werden kann. In entwickelten Märkten ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, Print und Digitales gleichzeitig anzubieten. In Emerging Markets wie in China und Korea, haben digitale Publikationen die Nase vorn, sie fördern aber gleichzeitig den Verkauf von Print-Produkten. Besonders Publikationen für Kinder gehören zu den klaren Gewinnern.

Ryan Kim, CEO von Y Factory Inc. sagt: „Of the roughly 43.000 new titles published each year, literary fiction is the leading genre, followed by children’s books; in terms of the total print run of new releases, children’s literature actually holds first place, with 28.7 per cent. Among books translated into Korean, children’s books have a market share of some 24 per cent.“

#9: 1 Click and buy

Der User auf dem Smartphone möchte schnell und ohne Umwege den gewünschten Content auf seinem Smartphone sehen. Daher braucht es auch im Buchmarkt eine One-Stop-Buy-Denke. Amazon macht es ja bekanntlich sehr gut, aber auch auf der eigenen Verlagsseite ist ein 1 Click Buy-Button die erste Wahl, um den Kunden schnell mit seinem Lieblingsbuch versorgen zu können.

#10: New Channels

Neue digitale Kanäle sind vor allem für Backlists interessant, die durch die größere Verbreitung neue Zielgruppen erreichen können. Wobei es eine Außnahme gibt: Apps, die lediglich ein Buch repräsentieren, werden verschwinden, dafür werden App-Plattformen, die einen kompakten Einstieg in das Lesevergnügen ermöglichen, zu den Gewinnern zählen.

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