Der perfekte Mix? Content & Wearables

Wearables sind nach dem Smartphone und Tablet Hype das nächste große Ding und auch wieder ein möglicher Heilsbringer für Content-Produzenten. Besonders beliebt sind bei Konsumenten Fittnesstracker oder Smartwatches und in den Startlöchern stehen sogenannte „Hearables“. In den USA soll bereits jeder 5. bzw. 10. US-Amerikaner (je nach Studie) über 18 Jahre ein vernetztes Gerät tragen und auch in Deutschland ist in diesem Jahr der Hype um Wearables entfacht und wird zu Weihnachten einen neuen Höchstpunkt erreichen. So sollen unter dem Weihnachtsbaum vor allem Smartwatches & Co. liegen und die Umsatzerlöse könnten laut aktueller Prognosen in Deutschland auf knapp 466 Millionen Euro steigen. Dies wäre ein Wachstum von 177 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem Smartwatches begeistern die Beschenkten und lassen die Verkaufszahlen steigen: 2014 könnten dann insgesamt 540.000 intelligente Uhren verkauft werden. Dies wäre ein Anstieg um über 600 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ob Konsumenten nun ein Gerät am, auf oder im Körper tragen, eines ist gewiss: Wearables sind der nächste Schritt hin zu einer vernetzten Gesellschaft, bzw. einem vernetzten Nutzer, der für Content-Produzenten äußerst attraktiv ist. Daher machen sich immer mehr Content-Produzenten Gedanken darüber, wie am besten die „inhaltliche Eroberung“ der Geräte zu gestalten ist. Beim Abendgespräch „Wearables: Wie Content-Anbieter von den Technologien am Körper profitieren“, zu dem die Akademie der deutschen Medien eingeladen hatte, sprach Beate Muschler von Gräfe und Unzer und sie erklärte am Beispiel GU-Balance, wie der Verlag ein auf Wearables zugeschnittenes Content-Portal entwickelt hat. Es ist kein Wunder, dass Gräfe und Unzer sich das wachsende Fitness-Bewusstsein der Gesellschaft zu Nutze macht. Zum einen kann der Verlag hier sehr gut seine Ratgeber-Kompetenz unter Beweis stellen, zum anderen sind Fittness- und Gesundheits-Tracking-Dienste das, was Konsumenten von Wearables erwarten (Studie GfK).

Unter dem Motto: „Leichter durchs Leben“ spricht GU vorrangig Frauen an, die einen persönlichen Coach für ihre Balance suchen. Es werden Tipps, Online-Kurse und Beratung für mehr Bewegung, gesundes Essen und Entspannung geboten und alles mit dem Ziel, dass Nutzer des Portals ein Leben im Gleichgewicht führen können. GU ist die Gesundheit seiner Nutzer von GU-Balance wichtig, aber wichtig sind dem Verlag auch die Daten der Konsumenten, die Auskunft über den Fittnessalltag bieten. Mit Hilfe dieser Daten können dann persönliche Empfehlungen für den Nutzer zusammengestellt und weitere Angebote entwickelt werden.

Das Portal von GU hat jedoch einen Nachteil. Ich muss meine Daten von meinem Tracking-Gerät erst in das Portal übertragen und das Portal ist nur auf dem Desktop bzw. auf dem Tablet verfügbar. Eine Smartphone Version gibt es noch nicht. Das wäre mir aber als Konsument zu kompliziert und die Dienste, die mein Trackinggeräteanbieter zur Verfügung stellt, reichen mir bislang völlig aus. Zudem sind die Dienste kostenlos und ich kann meinen Trainingsverlauf gut abbilden. Dennoch könnten auch diese Dienste verstärkt in Content investieren und die Auswertungen mit Inhalten anreichern. Bislang sammelt man als Konsument nur Daten und das Datensammeln schafft erstmal nur Information, die jeder für sich selbst einordnen muss. Bin ich gut oder laufe ich zu langsam? Habe ich mein Fitnessprogramm erfolgreich absolviert oder fehlen mir noch 1000 Schritte zum Erfolg? Was tun, wenn ich dem „Leistungsdruck“ (der durch Wearables entsteht) nicht gewachsen bin? Schalte ich dann das Gerät lieber ab? Und mit dieser Erfahrung bin ich nicht alleine: In den USA legen bereits ein Drittel der Wearable-Nutzer ihre Geräte nach einem halben Jahr wieder in die Schublade (Studie Endeavour).

Das Tragen bzw. die Nutzung von Wearables sollte daher differenzierter betrachtet werden. Natürlich kann der Nutzer von der Information profitieren, sofern die Daten, die gesammelt werden, für den Nutzer einen emotionalen Wert erfüllen und Mehrwert für das Leben bieten. So sagte Kevin Kollenda (CEO & Co Founder of Two Hustlers) auf dem NY Talks Wearables: „Wearables technology should be an emotional connection. You want to feel something. At the end of the day, we want to feel connected.“

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