Der Live Test – LinkedIn iPad App


Der LinkedIn iPad Test Tag war eine wahrlich neue Erfahrung. Er war anregend, spannend und gelungen organisiert von LinkedIn. Unvoreingenommen und jungfräulich habe ich mich der Herausforderung gestellt, die iPad App zu testen. Und ich kann euch sagen, es war ein Erlebnis – für mich als auch für meine Mittester Anna Brüning und Jan Kirchner.

Die Herausforderung des Tages lag auf dem Thema „Live“ für mich. Live heißt, dass man ein iPad aufsetzt, die App installiert, sich mit ihr vertraut macht, und dann die App auf Herz und Nieren prüft. Man macht vorher keinen Vorab-Test. Man versucht einfach auch mal, der Agenda des Tages keine Aufmerksamkeit zu schenken. Man legt sich vorher keine Tweets, Status Updates oder ähnliches zurecht, die dann über die eigenen Netzwerke rauschen sollen. Live. Das war für mich die wahre Herausforderung.

Die App ist schnell aufgesetzt. Unter Berücksichtigung der 5 strategischen Gründe für eine App versuche ich die App mal zu bewerten. Service-orientiert ist sie, aufgeräumt und reduziert auf das Wesentliche. Drei Kacheln erwarten den Nutzer: All Updates, You und Inbox – auf deutsch: Nachrichten (personalisiert aus dem Netzwerk generiert), der Nutzer sowie die Mailbox mit Kontaktaufnahmen oder Direktnachrichten. Was mir hier fehlte, waren die Gruppen, die ich nur nach langem Suchen über die winzige kleine Navigation ganz oben finde. Eine eigene Kachel hätten die Gruppen schon aus LinkedIn-Eigeninteresse verdient. Dort wird diskutiert, Kundeneinsichten generiert und die Qualität des Netzwerkes geliefert.

Bei der Vorstellung von LinkedIn durch das Management-Team, frage ich mich, warum wiedermal „You“, sprich der eigene Nutzer, eine eigene Kachel bekommt – und nicht ein „Your Network“ angeboten wird. Darum geht es doch eigentlich bei LinkedIn, oder? Meine Netzwerk-Kontakte finde ich erst nach einigem Suchen unterhalb der gut gemachten, an „Flipboard“ oder eine Twitter-Wall anmutende Darstellung der letzten Kommunikation aus meinem Netzwerk. Schade ist hier, dass es keine Filtersuche gibt, die das Netzwerk schneller durchforsten lässt. Wissen wir doch wie Google unser Hirn verändert und wie schwierig die Zuordnung eines Kontaktes zwischen Firma, Industrie, Ort oder Name (alphabetische Option) ist.

Bei diversen Testphasen am morgen erkennen wir, wie schnell das Foto die eigene Persönlichkeit definiert. Die Vortragenden aus dem Rahmenprogramm hatten sich alle mit uns verknüpft. So wurde dann aus einer Raum- und Erfolgsexpertin mal schnell „Die Blonde mit Lippenstift“. Die Qualifikation rückte da schnell in den Hintergrund, was sie uns dann auch selbst bestätigt in ihrem Vortrag. 95% unseres Kaufverhaltens werden nämlich von Emotionen, Sinneswahrnehmungen und non-verbaler Kommunikation (Bilder, Videos, Gestik, etc.) gesteuert. Ob die 5% Inhalt da noch ins Gewicht fallen?

Ja, sie tun es. LinkedIn weiß das. Nicht umsonst bietet das Unternehmen für die LinkedIn Rekruiter Lösung Trainings an, wie man kommunikativ richtig mit dem Netzwerk umgeht. Aber auch eine Coaching-Expertin machte uns das klar. Die imposante Erscheinung hat uns vier Verhandlungstypen vorgestellt und in 45 Minuten auf wahrlich“provokativ-konstuktive“ Weise gezeigt, wie man diese mit den richtigen Worten in Preisverhandlungen „Schachmatt“ setzt.

Grundsätzlich wurde mir erstmalig mit dem Test der Unterschied zwischen LinkedIn und XING klar. XING ist ein offenes Netzwerk gemäß ihres ehemaligen Titel „OpenBC“. LinkedIn hingegen basiert eher auf einem Beziehungsansatz. Nur wer vorher mit einer Person schonmal in ein „beziehungsähnliches Verhältnis“ getreten ist, kann sich mit dieser Person auch vernetzen. Somit wird der qualitative Unterschied klar. LinkedIn will Spam und ungebetene Gäste im Netzwerk vermeiden, was ich inzwischen bei XING nicht wirklich bestätigen kann.

Der Spaß kam am LinkedIn Tag definitiv nicht zu kurz. Die Entscheidung des Running Gag, was nun das trendigere Getränk sei Club Mate (Meinung: Hamburg) oder Wild Fire (Meinung: München) muß wohl in einer zweiten Runde ausgetragen werden. Auch Sprüche wurden ordentlich geklopft. So meinte Jan spontan bei seiner Vorstellung: „Es wär so schön, wenn die Kunden nicht wären!“ So, so…, ja irgendwie hat er manchmal recht und wer das verneint, der muss sich mal an die Nase fassen, ob sie schon wächst. Und auch die Definition „Workshop“ war mir neu: „Ihr worked, ich geh danach schön shoppen!“ Herrlich.

Fazit
Der Tag war vollgepackt mit wertvollen Live-Erlebnissen. Allen Gesprächen immer „Live“ zu folgen und das Produkt zu testen, zu twittern und Fragen auf Facebook zu beantworten, ist wahrlich eine Herausforderung. Ein Dank an Gudrun Hermann, PR-Chefin von LinkedIn Dach, die einen tollen Tag organisiert hat. Ein „Chapeau“ an meine Mittester, die sich mir als kompetente und witzige Nordlichter präsentiert haben. Ein Lob an die iPad App, die sich gut verkauft hat, aber noch ein wenig Nachsitzen muß…

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