Content als Innovationstreiber für neue digitale Geschäftsmodelle

01-theartslogorein-083-3Inhalte, ob Musik, Filme, Texte, brauchen bekanntermaßen ein Medium, damit diese transportiert werden können. Angetrieben von neuen Technologien sind daher in den letzten Jahren viele neue Medienträger entstanden, um diese Inhalte in einer digitalisierten Welt den Menschen zugänglich zu machen. Wir konsumieren heute Content auf den unterschiedlichsten Endgeräten in vielen verschiedenen Varianten und denken dabei meistens daran, welch große Innovationen uns die neuen Technologien beschert haben. Wir denken aber nicht daran, dass es doch eigentlich in erster Linie der Content war, der Anbieter neuer Technologien dazu angetrieben hat für diese Inhalte neue Übertragungs- und Medienträger zu entwickeln. Erlaubt man sich diesen Gedanken, dann kann leicht nachvollzogen werden, warum gerade auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ein neues Ausstellungs- und Konferenzformat Premiere feiert: TheArtPlus.

Dieses Format stellt vor allem die Kultur- und Kreativindustrie auf 2000 Quadratmetern in den Mittelpunkt und beschreibt sich selbst als „Inkubator für die Kunst“. Denn die Kunst braucht Unterstützer, um lebensfähig zu sein und den oftmals ‚harten‘ Zusammenstoß mit der Technologiebranche zu verkraften, den sie während des Digitalisierungsprozesses erfahren hat und immer noch erfährt. Auf der Messe und in der Konferenz bringen die Gründer der TheArtsPlus, Christiane zu Salm, Nicolai-Verlegerin, und Holger Volland von der Frankfurter Buchmesse, nun Museen, Künstler, Politiker, VC- und Technologieunternehmen, Start-ups, Quer- und Kreativdenker zusammen, um neue Geschäftsmodelle für und mit der Kunst zu diskutieren.

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Mit neuen Technologien wie Virtuell Reality, Augmented Reality, Artificial Intelligence, 3D-Printing entstehen derzeit neue Ausdrucksformen in der Kunst. Hierfür verwenden die Künstler vorhandene Technologien, aber sie entwickeln diese auch nach ihrem Geschmack in eindrucksvoller Weise weiter. Sie fordern damit die Technologieunternehmen heraus, denn für diese neu entstandenen digitalen Kunstformen braucht es neue Währungen, ein neues Rechtemanagement, um das Recht am eigenen Werk zu schützen.

img_8184Nehmen wir die Präsentation der LED-Kleiderkollektion von Anina.net (360fashion.net), die seit 10 Jahren mit ihrer Arbeit eine Brücke zwischen Mode und Technologie schlägt. Diese Künstler sind es, die neue Technologien in neue Formate gießen, damit experimentieren und damit auch wieder die Technologie herausfordern, neue Technologien zu entwickeln, die auf die hohe Anforderung der Kunst reagieren kann, wie zum Beispiel der Einführung von Blockchains zum Schutz des geistigen Eigentums.

Ein weiteres Beispiel ist die Initiative EUROPEANA, deren Auftrag es ursprünglich war, Kunstschätze aus Europa zu Digitalisieren und somit neuen Medienträger zugänglich zu machen. Auf der Messe hat EUROPEANA nun das Experiement gewagt in verschiedenen Sessions mit Menschen aus dem Digital- und Kunstbereich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die dann als Start-up-Idee Finanzinvestoren vorgestellt werden.

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Kunst und Kreativität brauchen Raum um sich zu entfalten, sie brauchen aber auch Schutz und eine Heimat, in der sie sicher sind vor betrügerischen Handlungen. TheArtPlus will mit dieser neuen kleinen Messe und dem dazu hervorragend arrangiertem Programm – das über die gesamte Messedauer auch einen freizugänglichen Part beinhaltet – einen Beitrag leisten. Ein Beitrag, der wertvoll ist und der in jedem Fall im nächsten Jahr wieder auf die Agenda gehört.

Die Messe und das Programm finden noch bis zum 23.10. in Frankfurt auf der Buchmesse statt.

PS: Mein persönliches Highlight auf der TheArtsPlus am 1. Messetag war die Präsentation David Hockney SUMO auf dem TASCHEN Stand. Eindrucksvoll erklärte David Hockney sein img_8195überdimensionales Buchprojekt und sein Verhältnis zu neuen Technologien. Ein wunderbares Interview habe ich hierzu in der FAZ gefunden.

Frage: Wird das iPad auch das Verständnis von Malerei verändern?

Ich glaube schon. Meine Porträts entstehen auf dem iPad.

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