B2B Online Monitor 2013 – Digitale Transformation noch am Anfang

Online Kanäle -wenigstens die etablierten- werden zu 85% positiv bewertet. Eine Webseite haben alle. Einen Newsletter haben zwei Drittel. Suchmaschinen-Marketing wird von mehr als der Hälfte gemacht. Landing Pages auch von einigen. Online Budgets steigen. Online ist in. Auch in der B2B Welt. Potential in den Themen Social Media, Mobile Marketing oder Online-Kommunikation liegt dennoch brach. Und mit der digitalen Transformation ist es nicht weit. Und das sagen diejenigen, die sich tagtäglich mit dem Thema Online im Marketing, Produktmanagement und der Unternehmenskommunikation beschäftigen. Das sind die vorwiegenden Erkenntnisse des B2B Online-Monitor 2013, einer Online-Befragung unter 216 Unternehmen zu den Themenfeldern Kommunikationsstrategie und mobile Kommunikation.

Doch es gibt auch die Schattenseiten in der B2B Welt, die uns selbst nicht verborgen bleiben in diversen Seminaren und auf Konferenzen, bei denen man als Sprecher eingeladen wird. Social Media is noch lange nicht integraler Baustein der Online-Kommmunikation (64%). Der Grund: Es wird nicht verstanden, und Social Business schon gar nicht gelebt. Wenn 65% kein Social-Media-Monitoring durchführen, ist das ein klarer Beweis dafür. Das funktioniert aber nur mit einer ordentlichen strategischen Zielausrichtung und -führung. Und genau daran hapert es in B2B-Unternehmen.

Beim Thema Mobile sind sich die Experten nicht so unbedingt einig. Die einen sagen, da liege die Zukunft, die anderen sind da nur teilweise oder gar nicht überzeugt von. Am meisten verwundert hierbei die Unbedachtheit, Unwissenheit und der unerfahrene Umgang beim Thema SoLoMo (siehe auch den Whitepaper-Button, rechst). Lieferte der QR Code noch kurzlich die Option der Kommunikationsverlängerung aus Print und Outdoor in Richtung Mobile und Web, so hat er seine besten Zeiten angeblich schon gehabt – nur noch 12% werden ihn zukünftig einsetzen.

Die digitale Transformation fehlt aber vor allem deshalb, weil den Unternehmen das strategische Handwerkzeug bei der ganzheitlichen Planung der Online-Kommunikationsstrategie fehlt. Ohne Mobile und Social Media geht es halt schwer und wenn das ein “Rand-Dasein” erlebt im Unternehmen, dann ist es eben nicht ordentlich implementiert in die Prozesse oder verstanden von den Mitarbeitern (oder meist dem Management). Wenn dann 35% der Befragten meinen, dass die Strategie Entscheidungsgrundlage für das Aufsetzen neuer Kommunikationsmaßnahmen ist und diesen Prozess vereinfachen kann, dafür aber fast nie Zeit ist, oder Zeit als Argument angeführt wird, warum man keine Strategie-Meetings macht, dann fragt man sich, ob das Thema verstanden wurde.

Die digitale Transformation ist auf dem Vormarsch, eben nur im Schneckentempo. Was wir immer wieder erleben sind die klassischen drei Faktoren, die bei den Themen Mobile, Social und Digitalstrategie von Management-Teams als kritisch angeführt werden – und hinten dran geben wir mal mit an: Unser Verständnis, wie es zu bewerten und umzusetzen ist!

- Kommunikation: Social Business ist Unternehmens-Kultur, Social Media eine Einstellung zum Kunden und Social Networking ist Wertschätzung.
- Menschen: Mobile ist kein Tool, sondern ein Lebensstil aus Effizienz und Echtzeitkommunikation.
- Prozesse: Silos sind Hindernisse und helfen niemandem! Kollaboration ist der Weg der Zukunft.
Und wer mehr wissen will, darf sich gerne mal mit uns unterhalten…

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Internet Start-Ups, und warum Berlin vielleicht doch nicht der Hit ist…

Der Weg vom Innovationsführer zum Marktführer ist ein steiniger. Amerikaner scheinen hier dann doch die besseren Reifen zu haben, die aus einem unglücklichen Start nicht gleich einen Platten werden lassen. Aber warum ist das so…?

Ein Learning, dass ich in den letzten Monaten diversen Start-Ups mitgeben durfte ist: Innovationsführer werden nur selten Marktführer – wenn sie aus Deutschland kommen. Auch wir haben das in der Vergangenheit mit dem silicon Newsdienst erfahren. Wir waren mit die ersten die auf Web-TV in Europa gesetzt haben. Personalisierung war nicht nur ernsthafter Taktikansatz, sondern galt als unser höchstes Qualitätsgut. Heute beschreibe ich das Business immer als Facebook und Youtube für IT-Entscheider der Vorzeit.

Aber vielleicht waren wir der Zeit und dem Markt “zuvor”…

Wenn man sich dann so die Infografik von Venture Village ansieht und den Gründer-Hype um Berlin sich mal durch den Kopf gehen lässt, dann möchte man noch nicht einmal daran denken, was da so alles Innovatives ersonnen wird. Ob das dann aber einer der “Leading Businesses im Web” wird, wagt man zu bezweifeln.

Auch wenn die Zeichen gut stehen für Berlin, keine Frage: günstige Mieten, ein hippes Stadt-Image mit vielen Gesichtern sowie viele hungrige Jugendliche mit modernem Arbeitseinsatz winken mit Erfolg. Dazu ein Oberbürgermeister, der die Stadt clever gegen Mitbewerber wie München zu positionieren weiß.

Dennoch stellt sich so mancher Investor wie Gründer die Frage, warum es die Berliner nur selten schaffen, sich mit ihren Innovationen einen Namen zu machen, und den gewünschten Umsatz und Erfolg zu verzeichnen, der Marktführer erschafft.

Auch der Spiegel hat erst kürzlich den Hype um Berlin kritisch beäugt und illustriert am DailyDeal Beispiel, wie eng Erfolg und Misserfolg bei Berliner Internet Start-Ups beieinander liegen. Der Beitrag macht deutlich, dass Deutschland, respektive Berlin, ein paar klare Erfolgskriterien fehlen: große Investoren, Umsatzpotential (welcher bedeutende Industriezweig sitzt schon in Berlin?), unternehmerischer Mut und vor allem das Verständnis für Skalierung. Zum Starten eines Business ist Berlin gut, aber als Wachstumsstandort…?!

Seit unserem letzten Start-Up ist über ein Jahrzehnt vergangen. Irgendwie fühlt ich mich heutzutage in einer Post-2000-er Matrix gefangen. Denn all diese Erkenntnisse über deutsche Start-Up Schwächen kannten wir schon vor vielen Jahren. Gelernt haben wir Deutschen anscheinend immer noch nichts. Amerikanische Start-Ups hingegen rollen potent finanziert von Erfolg zu Erfolg. Ob Umsatz oder nicht…

Erst kürzlich hat Flipboard wieder mit einer Innovation auf sich aufmerksam gemacht, die mir diese Erinnerungen an vergangene Tage in den Kopf riefen. Flipboard kündigte mit seinem Release 2.0 im März 2013 an: “Now Anyone Can Create And Share Their Own Magazines”. Eigentlich ist das ein alter deutscher, ja sogar Berliner Hut – von der Vision, vom Konzept und von der Ausführung. Selbst die Vermarktung erinnert an klassischen Anzeigenverkauf.

MY-MIKI, ein Kunstwort aus M(agazin) und (W)IKI, ist 2007 in Berlin mit Angel Investment angetreten und wollte u.a. mit dem Thema Content Curation eben solchen Businessvisionen wie Flipboard den Markt erobern. Zudem trat die Plattform bereits früh (weit vor dem Tablet-Markt) im iPad Format an.

Flipboard erschien 2010 als First Step Content Curation. Die Erweiterung in Richtung des MIKI Konzepts (Social Magazine) erfolgte jetzt im April 2013 als deren “… biggest release ever and one that we think will open an entirely new experience for our readers”, so der CEO von Flipboard Mike McCue.

Warum es dennoch nicht so richtig geklappt hat für MY-MIKI, konnte ich kürzlich auf der nextCC Konferenz in Stuttgart mit den Gründern Marc Frey und Ralf Greis in einem Interview besprechen. Vielleicht hilft es ja, dass wir unsere Einstellung zu Internet Start-Ups in Deutschland weiter entwickeln.

Oder sind wir Deutschen vielleicht wirklich “zu innovativ” oder einfach im “falschen Land zur falschen Zeit”? Wird die aktuelle Taktik der Samwer Brüder mit “aggressiven Wachstumsversprechen” für Investoren helfen? Eure Meinung wäre interessant zu hören…

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comScore Report Deutschland: Desktop ist out, Smartphone übernimmt, Tablets auf dem Vormarsch

In einem kürzlich veröffentlichten Report “2013 Future in Focus – Digitales Deutschland” zeigt comScore die digitalen Trends hierzulande auf. Der Report liefert ein paar interessante Einblicke in die deutsche Digitalwelt (u.a. hinsichtlich E-Commerce, Internetnutzung, Mobile, Online Video, Online Werbung und Social Media. Die Anzeichen für dieses Jahr generiert comScore aus den Daten von Dezember 2012.

Der Bericht macht klar, welchen Herausforderungen sich Marketers in der heutigen Zeit stellen müssen. Die heutige Multi-Plattform-Umgebung wandert von Computer-Nutzung in Richtung Smartphones, Tablets, Gaming-Plattformen sowie ConnectedTV. Eine Fragmentierung von Medien, der die Marketingverantwortlichen schnellstens begegnen sollten. Denn: Inzwischen greifen 8,4 Millionen Menschen fast jeden Tag mit ihrem Handy auf soziale Medien oder Blogs zu – ein Plus von 68% zu 2011. Einer von fünf iPhone Nutzern hat zum Weihnachtsgeschäft mit seinem Smartphone eingekauft.

Hier ein schneller Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht Deutschland den Zeitraum Dezember 2012 betreffend:

- 96% des deutschen Such-Marktes wird inzwischen von Google eingenommen.
- 51% der genutzen Mobiltelefone waren Smartphones.
- 29% der Internetnutzer investieren im Dezember 2012 mehr Zeit auf Einzelhandels-Webseiten als 2012.
- 10% des Internet-Traffics kommt inzwischen schon nicht mehr vom Desktop.
- XING nimmt bei deutschen Internetnutzern doppelt so viel Zeit ein wie LinkedIn
- Um 211% ist Mobile Video gestiegen: 10 Millionen Mobile Video-Viewer im Dezember 2012.
- Frauen stehen auf Spil Games und H&M: 27,9 Mio. weibliche Nutzer verzeichnet das Jahr 2012 (Plus von 7%)

Aber auch Tablets stehen zukunftsreiche Tage bevor, wie die nachfolgende Grafik des Berichts zeigt.

“Verbraucher können frei entscheiden, wann und wie sie Inhalte konsumieren möchten. Ereignisse in 2012, wie zum Beispiel die Olympischen Spiele in London, haben uns gezeigt, dass Konsumenten ein nahtloses digitales Nutzungserlebnis wünschen, so dass Informationen wie Nachrichten, Emails, Filme, und Social immer und überall genutzt werden können. Den digitalen Konsumenten und seine Präferenzen z.B. bezüglich von Endgeräten und Plattformen zu verstehen und darauf zu reagieren, sollte in 2013 zur Priorität in deutschen Unternehmen gemacht werden.” Robert Tierhold, Vice President D/A/CH, comScore

Spot On!
Der deutsche Internetnutzer zeigt sich dennoch im europäischen Vergleich sehr aktiv und liegt hinter Russland auf Platz 2, welches im letzten Jahr ein Zuwachs in Unique Visitors von 15% aufwies. Bei der Handynutzung ist Deutschland in Europa sogar führend mit 61 Mio. Besitzern eines kleinen mobilen Telefons, was ja oft schon nicht mehr als Telefon genutzt wird. Mit 762 Milliarden Display Ad Impressionen wurde in Deutschland im Jahr 2012 immernoch erstaunlich viel Bannerwerbung ausgeliefert.

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Die Milliarden Dollar Startups

Startups. Welche Startups haben es geschafft in die Milliarden-Liga? Staff hat eine tolle Infografik erstellt. Sie verdeutlicht, wie viel Investment Kapital die “großen” Startups der Digitalwelt bekommen haben, wie viele Mitarbeiter sie zählen und was ihr derzeit geschätzter Marktwert ist. Nicht viele Startups haben es geschafft, sich an die Spitze der digitalen Web-Elite zu etablieren und in der Milliarden Dollar Liga zu spielen. Und das sind nur die Firmen, die von 2004 (Facebook Gründungsjahr) an im Markt sind…

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Visitenkarten, QR Code & Social Media

Visitenkarten sind immer noch ein beliebtes Mittel, um Kontaktdaten und Hintergrundinfos zum Business schnell zugänglich zu machen…, und das seit vielen Jahrzehnten. In Zeiten der digitalen Business-Realität bekommen Businesskarten aber noch mal eine ganz andere Wichtigkeit. Kunden und Partner können so zum Promoten und Teilen von Business-Inhalten gemacht werden. Aber nur, wenn man es clever anstellt…

In einer neuen Infografik von UPrinting.com wird ganz schön aufgezeigt, wie man Social Media, QR Codes und Visitenkarten (oder andere Print Coding Zukunftstechnologien) parallel einsetzen kann, um sie so effizient wie möglich für die Digitalstrategie zu nutzen. Neben zahlreichen guten Design Vorschlägen und Tips, wie man mit kreativen Ideen, die Kunden an sein Business erinnern kann, zeigt sie auch, dass “a business card is so much more than contact information.”

Es bieten sich natürlich nahe liegende Optionen, wie sein Twitter Handle, Facebook Profil oder natürlich die Webseite des Unternehmens einzufügen, um so den Zugang zu Content Marketing Ebenen zu schaffen. Aber mit einem geschickt verwendeten QR-Code lässt sich auch der Inhalt permanent erneuern. Zum Beispiel so wie The Strategy Web das macht, indem wir einen Ad Server hinten dran geschaltet haben. Da kann man dann jederzeit mal auf Events, Personen oder aktuelle Inhalte in Social Media Plattformen verweisen.

Und wie weit seit ihr mit Social Media Ansätzen auf Eurer Visitenkarte?

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Mehr als die Hälfte der US-Kids lesen eBooks

Studie von Digital Book World und PlayScience präsentiert beeindruckende Zahlen zum Leseverhalten von Kindern zwischen 2 und 13 Jahren in USA.

“If children are the future, then ebooks are the future of the publishing industry.”

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der US-Kids lesen eBooks, mehr als doppelt so viele wie Erwachsene. So eine aktuelle Studie von Digital Book World und PlayScience, ein auf Kinderthemen spezialisierte Digital-Research-Unternehmen aus New York. In der Studie „The ABCs of Kids & EBooks: Understanding the E-Reading Habits of Children Aged 2-13“ finden sich folgende Aussagen zum Leseverhalten der jungen Generation:

- 54 Prozent der Eltern, die sagen, dass ihre Kinder eBooks lesen, bestätigen, dass ihre Kinder dies immer öfter tun. Mindestens einmal in der Woche lesen 85 Prozent dieser Kinder ein eBook.

- Kinder lesen eBooks auf Tablets, mehr als auf allen anderen Devices. Von 54 Prozent der Kinder, die Zugang zu einem Tablet haben, nutzen 56 Prozent das Tablet, um ein eBook mindestens einmal pro Woche zu lesen.

- Von 28 Prozent der Kinder, die Zugang zu einem E-reader haben, nutzen 57 Prozent das Gerät um mindestens einmal die Woche ein eBook zu lesen.

- 70 Prozent der befragten Eltern sagen, dass ihre Kinder eine Kombination von “enhanced” eBooks und normalen eBooks lesen.

- Eltern, die im Besitz eines Tablets sind, legen größten Wert auf “enhanced” eBooks, also auf digitale Bücher, die angereichert sind mit Videos, Games etc. und sie geben hierfür mehr Geld aus, im Durchschnitt für “enhanced” eBooks $7,76, für eBooks durchschnittlich $5.80

- Nur 5 Prozent der befragten Eltern erwarten, dass reguläre eBooks und “enhanced” ebooks kostenlos erhältlich sind.

Sowohl das Volumen als auch die Frequenz des Leseverhaltens von eBooks sollte ein willkommener Ansatz für Kinderbuchverlage sein, weiter in diesen Bereich zu investieren. Kinderbuchverlage haben bereits einen Anstieg der Umsätze aus eBooks in 2012 erkennen können. Bereits im August 2012 stieg der Umsatz um 50 Prozent mit eBooks im Vergleich zum Vorjahresmonat an.

Für die Studie von DBW und PlayScience wurden eine repräsentative Auswahl von 1287 Eltern befragt, deren Kinder zwischen 2 und 13 Jahren sind. Die Befragung fand Online statt.

Die Studie steht zum kostenpflichtigen Download unter folgendem Link bereit: Link

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Wer war, wer kommt und wer bleibt – Fünf Jobtitel für die Zukunft der Webstrategie

Sind Jahresrückblicke sinnvoll? Braucht man sie in der heutigen Zeit der Informations- und Kommunikationsflut? Schafft man es da überhaupt noch, der Aktualität des Alltags zu entfliehen? Und was ist schon eine einzelne zurückschauende Meinung Wert? Welche Nachhaltigkeit kann sie haben?

Die diplomatische Antwort schlauer Professorenhirne wäre vermutlich: “Das kann man so und so sehen!” Wer gerne in die Zukunft schaut, der findet vermutlich an Ausblicken mehr Begeisterung – auch wenn sie meist auf Erkenntnissen beruhen, die sie erst so richtig zum Leben erwecken.

Wage ich also mal einen Ausblick in 2013 in die Zukunft der Webstrategie. Dazu möchte ich aber mal das Thema Webstrategie aus Sicht von The Strategy Web definieren. In 2012 haben wir sehr oft gemerkt, dass hier noch ein rechtes Unverständnis herrscht, was Webstrategie eigentlich ist:

“Webstrategie ist die Übersetzung der organisatorischen Ziele und Werte in Vorgehensweisen des Top-Managements und ihrer Teams für alle über das Web entstehenden und abzuwickelnden Businessprozesse. Die Webstrategie liefert das Zukunftsbild der Kundenkommunikation, das die Vernetzungstrends des Internet und die Tools der modernen Webentwicklung mit den individuellen Business-Taktiken vereint, um die übergeordnete Unternehmensvision zu verwirklichen. ©The Strategy Web GmbH 2012″

Anlehnend an diese Definition soll in diesem Jahr das Zukunftsbild in Richtung neuer Jobtitel gehen. Welche alten Jobrollen wackeln sowie welche neuen Aufgaben und Herausforderungen in Unternehmen gilt es für die Neuausrichtung bzw. Neuorientierung eines Unternehmens zu überdenken?

Diese nachfolgenden fünf Jobrollen sollten clevere Manager überdenken. Ob man sich die Personen dann leisten will, soll oder muss, ist eine Definitionssache für den Einzelfall. Wichtig werden diese Jobbilder auf jeden Fall.

Dass in der Rangfolge eine Logik besteht, denkt sich der geneigte Leser vermutlich. Für alle anderen formuliere ich es mal in eine Formel…
Wissen x Daten x Inhalt x Kultur x Kunde = Unternehmenserfolg

Entsprechend also mal schnell ein paar Gedankenanstöße zu den neuen Jobrollen.

a.) Corporate Knowledge Officer
Die größte Herausforderung für die Personalabteilung ist, die Perlen der unternehmerischen Wertschöpfungskette zu binden. Sie sind das Wissen des Hauses, die Säulen der Produktivität. Verlässt eine Säule das Unternehmen, geht in der Regel das Wissen mit dieser Person verloren. Was passiert, wenn Menschen erkennen, dass die fütternde Hand des Unternehmens wenig Sicherheit und Altersabsicherung im Jahr 2025 bietet? Was ist, wenn die Millennials, die in 2020 fast die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, dem klassischen Arbeitsbild entsagen und eher projektorientiert Wissen zur Verfügung stellen? Was wenn Wissensarbeiter sich gar nicht mehr anstellen lassen in 2015, weil man ihre Hirnleistung kaufen kann?

Wer Social Business versteht, wer Wissen sichern und “immer verfügbar” lagern will, kommt am Corporate Knowledge Officer nicht vorbei. Sie sind Game Changer für Analysten, Marktforscher und große Beratungshäuser.

b.) Corporate Data Scientist
Die Welt spricht Big Data. Buzzword oder Biz-Wert? Kaum ein Wort wurde so oft gebraucht in der Wirtschaft 2012, in der der Terminus Webstrategie oft noch ein Fremdwort ist. Sieht man sich nur an, was in 60-Minuten im Web an Daten anfällt, oder wie schnell Gespräche sich entwickeln, so wird das Datenaufkommen für den Wertschöpfungsprozess eine wahre Herausforderung. Aber wer leistet sich den Menschen, der in der Zukunft so begehrt sein soll laut Harvard Business Review? Wo ist diese Person im Excelsheet, dieser Forscher, Logiker und Mathematiker in einer Person? Noch gibt es wenige davon. Sie sind diejenigen, die wissen, wie man den 0 und 1 Prozess auf den Kopf stellt, um so Rückschlüsse auf neue Inhalte und Werte zu ziehen.

Wer nicht bei Data Mining und Business Intelligence aufhören will, sollte den Wert des Corporate Data Scientist erkennen. Sie sind Herausforderer für PR- und Marketingverantwortliche, die CEOs mit Daten und Fakten überzeugen müssen.

c.) Corporate Content Officer
Inhalte formen Daten. Aber Inhalte sind die schwächste Produktionsstätte der Unternehmen. Oft ausgelagert bei PR-Experten oder Medienhäusern, die heute selbst am kämpfen sind. Wer soll im Unternehmen Inhalte recherchieren, schreiben, ausformulieren und terminieren? Wer kann Inhalte priorisieren, aggregieren und kuratieren? Und wo bekommen die Unternehmen die Expertise her, ein Medienunternehmen zu werden? Wenn Content Marketing die Zukunft ist, wer bereitet den Weg von PR und Marketing hin zum journalistischen Zwitter, den man in meinen Augen als undefinierbare Mischung aus Corporate Publishing und Community Management bezeichnen könnte.

Wer Gespräche als Chance sieht und den Sinn integrierter Communities in Webseiten versteht, macht vor dem Einsatz eines Corporate Content Officers nicht Halt. Sie sind Medientrainer und Chefredakteure des Unternehmens, die alle Unternehmenseinheiten zur Inhaltsproduktion bewegen.

d.) Chief Culture Officer
Mit einer veränderten Inhalts- und Datengenerierung sowie einem neuen Verständnis für Wissensmanagement geht eine unternehmerische Kulturveränderung einher, die Grant McCracken in seinem Buch eingehend beschreibt. Menschen müssen neue Plattformen verstehen. Mitarbeiter müssen den Nutzen von neuen Tools und Techniken begreifen, bevor sie zum Einsetzen selbiger gehievt werden. Auch wenn, wer die Email nicht mag, eben Mitarbeiter- und Kundenkommunikation auf Stream-Working ändert. Doch wer die Kultur der Offenheit und Transparenz ablehnt, wird auf der Strecke bleiben. Bei Leuchttürmen kann das Unternehmen bitter zu stehen kommen.

Wer die Herausforderung des Arbeitens mit zahlreichen Projekt-Plattformen kennt, weiß welchen Mehrwert ein Chief Culture Officer mit sich bringen kann. Er ist verlängerter Arm des Managements, der menschliche “Erklär-Bär” und gleichzeitig sehr nah am Personalwesen dran.

e.) Chief Customer Officer
Kunden verändern mittels offener Kommunikation, Lob und Kritik die Spielregeln. Was einst Top-Down ist heute Bottom-Up. Der Kunde ist König. Ein Satz, der Kunden früher zum Weinen einlud. Heute bringen die 3 R’s (Rating, Review, Recommendation) des sozialen Kunden eher die Manager zum Weinen. Sie lassen ganze Umsatzströme erzittern. Wer aus der Konversation mit Kunden seine Erfahrung gewinnt, die Daten in Inhalte fließen lässt und eine Kultur der Kooperation schaffen kann, der versteht das Wort Empathie. Der schafft Begeisterung an Marken, an Produkten und an Unternehmen.

Wer die Community der Kunden als Ökosystem der Erkenntnis akzeptiert, wer dabei Markenadvokaten, Kritiker und Nörgler als gleichberechtige Prozessbeteiligte sieht, wird den Chief Customer Officer als Institution in Betracht ziehen. Diese Personen sind Game Changer für Vertriebler und Kundendienst-Mitarbeiter.

Noch nie habe ich soviel über Jobdefinitionen und Jobrollen gesprochen, diskutiert und philosophiert wie in 2012. Sei es auf Kongressen als Moderator auf B2B-Events als Sprecher oder auch als rebellischer Start-Up Panelist. Ob die Jobbilder Realität werden? Noch einmal, entscheidet Ihr…

Ja, 2012 war ein tolles Jahr. Danke an alle, die es dazu gemacht haben. Einen guten Rutsch in 2013 allen Freunden, Fans und Followern. Ich freu mich auf Euch…!

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Was war, was kommt und was bleibt. Ein kleiner persönlicher Rückblick.

Das Jahr 2012 hatte es in sich. Viele neue Themen standen auf meiner Agenda. Das Digital Business entwickelt sich ständig weiter – schneller als manchem lieb ist. Die rasante Geschwindigkeit ist für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. Altbekannte Business Modelle stehen vor dem Aus, neue Business Modelle entwickeln sich rasant und rollen den Markt auf. Aber was bleibt von allem? Es lohnt sich einmal in Ruhe zurückzublicken und eine Bestandsaufnahme zu machen. Welche Themen haben mich persönlich bewegt, welche Themen werden zum Beispiel auch in der Unternehmenskommunikation stärker an Bedeutung gewinnen und was wird von all dem bleiben?

Das Jahr 2012 war gekennzeichnet von einer großen Aufbruchsstimmung in die Welt des Social Media Marketings. Aber auch das Second Screen Advertising, Mobile Marketing, Content Marketing, Digital Publishing und Big Data waren Themen, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen konnte. Spannende Themen, von denen ich einzelne in einer kurzen Zusammenfassung nochmals beleuchten möchte.

Social Media Marketing

Laut der aktuellen Studie „Social Media Marketing in Unternehmen 2012“ des Deutschen Institut für Marketing, an der 900 Personen unterschiedlicher Unternehmen teilnahmen, nutzen mittlerweile knapp 70 Prozent Social Media Marketing.  Das ist im Vergleich zum Vorjahr (66,3 Prozent) zwar nur ein geringer Zuwachs, allerdings planen mehr als ein Drittel der Befragten, die gegenwärtig Social Media Marketing nicht nutzen, den Einsatz für die Zukunft. Heute werden bereits ca. 18,7 Prozent des Marketingbudgets für Social Media Marketing festgelegt.

Interessant ist jedoch, dass nur die Hälfte der befragten Unternehmen ein Social Media Monitoring durchführt. Damit wären wir bei einem Punkt, der definitiv im Jahr 2013 stärker Beachtung finden wird. Social Media Monitoring muss in den Aufgabenkatalog der Unternehmen, denn nur so kann festgestellt werden, ob die Aktivitäten beim Menschen ankommen und das eingesetzte Budget sinnvoll eingesetzt wurden. Zudem bietet das Social Media Monitoring die Möglichkeit, Opinion Leader oder Markenadvokaten zu identifizieren. Markenadvokaten werden für Unternehmen und Brands immer wichtiger, denn sie werden zukünftig eine noch wichtigere Vermittlerfunktion im Netz übernehmen.  Eine Einordnung in unterschiedliche Brandvangelist-Typen wird kommen und einhergehend mit dieser Einordnung die individuelle Ansprache dieser Typen. Einen interessanten Artikel hat hierzu Martin im November veröffentlicht.

Content Marketing

Um sich in der digitalen Welt einen Platz zu erobern, braucht es neben der guten Platzierung in den Suchmaschinen, auch Content, der die User auf der Seite hält, Informationen und Unterhaltung liefert. Um an diesen Content heranzukommen, setzen bereits die ersten Unternehmen in Deutschland auf Content Marketing. Ein Trend, der in 2012 sich ankündigte, aber erst in 2013 stärkere Beachtung in den deutschen Marketingabteilungen finden wird. In USA investieren zum Beispiel B2B-Unternehmen bereits mehr als 33 Prozent ihres Marketingbudgets in Content Marketing.

Content Marketing ist ein Bereich, der in der Unternehmenskommunikation in jedem Fall auf die Agenda 2013 gehört. Ein journalistischer Ansatz, die Liebe zum Schreiben, ein objektiver Blick auf Themen und Kommunikationsbereitschaft sind für erfolgreiches Content Marketing wichtig. Aber genauso wichtig ist es, diesen Content marketingrelevant zu präsentieren und mit Social Media, Mobile Marketing und dem Online Marketing zu fusionieren. Einen ausführlichen Artikel zum Content Marketing habe ich im Juni 2012 veröffentlicht. Weitere werden sicherlich folgen. Erwähnenswert an dieser Stelle ist in jedem Fall nochmals das Engagement von Coca Cola, ein tolles Beispiel, das sicherlich Nachahmer finden wird.

Bewegtbild / Branded Entertainment

Viel beachtet war in 2012 auch der Hype um Bewegtbild. Verleger nutzen die Kraft von Bewegtbild, um Berichte lebendiger zu gestalten. Der Einsatz von lizenziertem und aggregiertem professionellen Bewegtbildinhalten ist ein Trend, der in den letzten Jahren immer mehr Beachtung fand. Und dieser Trend setzt sich weiter fort und wird sich im Jahr 2013 etablieren. Zudem sollte die Frage erlaubt sein, ob Bewegtbild zukünftig das geschriebene Wort im Internet ablösen wird, wie zum Beispiel die Kampagne von Air New Zealand zum Filmstart von Der Hobbit zeigt: Air New Zealand / The Hobbit

Ich bin mir sicher, dass ‚Branded Entertainment Content’, also unterhaltende Videos, die in der Produkt- oder Unternehmenskommunikation zum Einsatz kommen und über verschiedene Netzwerke wie YouTube, Facebook distribuiert werden, in 2013 erst so richtig an Fahrt gewinnen. Und mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets wird Branded Entertainment sicherlich auf allen digitalen Kanälen eine große Rolle spielen.

Mobile Marketing

Und somit kommen wir zum Mobile Marketing. Diesem gelang in diesem Jahr der Durchbruch, auch wenn die Werbeumsätze immer noch hinter den Erwartungen der Agenturen liegen. Aber Mobile Marketing wird weiter wachsen und das Jahr 2013 dürfte nun tatsächlich das ‚Jahr des Mobile Marketings’ werden. Denn mit der rasanten Verbreitung von Tablets und Smartphones wird das mobile Marketing immer wichtiger. Auch in der Unternehmenskommunikation wird dieser Kanal an Bedeutung gewinnen. HTML5 und mobile Websites müssen 2013 auf der Agenda stehen. Und es braucht neue kreative Konzepte, wie der User mobil erreicht werden kann. Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Artikel von mir, der über Herausforderungen in den Agenturen berichtet.

Parallelnutzung / Second Screen

Die Zahlen zur Parallelnutzung bestätigen den Trend hin zum Second Screen. Tablets und Smartphones werden während der TV-Nutzung zum Chatten, Surfen, Netzwerken genutzt und die Werbung macht sich diesen Trend zu Nutze. Die Erkennung der Zuschauer über Audio Content oder Visual Content Recognition sowie Fingerprinting wird sicherlich im Jahr 2013 kommen, die Technologie ist vorhanden. Es gibt bereits vielversprechende Aktivitäten von Unternehmen wie zum Beispiel das von Puma. Puma hat im Rahmen der Olympischen Sommerspiele in London eine ausgesprochen schöne crossmediale Kampagne gelauncht. Besonders gut gefallen hat mir auch die Einbindung des Offline Marketings. Und damit wären wir bei einem Punkt, der sicherlich wieder stärker in das Bewusstsein der Marketiers rücken sollte.

Offline Marketing

Bei aller Liebe zum Online Marketing, ich glaube und ich bin mir sicher, dass das Offline Marketing in den nächsten Jahren wieder stärker an Bedeutung gewinnen wird. Auch wenn wir uns Online in Sozialen Netzwerken austauschen und Freundschaften pflegen, Kampagnen online und mobil erleben, der Wunsch der Menschen nach „Live-Erlebnissen“ wird bleiben. Vielleicht sollten wir uns alle am Ende des Jahres einmal in Erinnerung rufen, welche Ereignisse tatsächlich wichtig waren, welche Ereignisse uns etwas gegeben haben. Fanden sie online oder offline statt? Ich würde mich hierzu sehr über Eure Kommentare freuen.

Ich wünsch Euch allen ein ‘Happy New Digital Year 2013′!

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Digitale Kinder- und Jugendmedien: Zukunft, jetzt!

Credits: © Fotolia.com

Kinder und Jugendliche lieben elektronische Geräte und dies bestätigt auch die neue Jim-Studie 2012. Und der Trend geht hin zu mobilen Endgeräten: Handys und Smartphones haben ihre Rolle als Alltagsbegleiter weiter ausgebaut und verdrängen Konsolen und PCs von der Wunschliste der Jugendlichen. 96 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein eigenes Handy, das von über 80 Prozent täglich genutzt wird. Die Verbreitung von Smartphones nimmt dabei rapide zu. Fast 50 Prozent der Jugendlichen verfügen mittlerweile über ein solches Gerät. Und mit der Verbreitung der Smartphones ist die Nutzung des mobilen Internets auch bei Jugendlichen ein Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist. Bereits 40 Prozent der Jugendlichen, die ein Smartphone besitzen, gehen mobil ins Internet.

Was bedeuten diese Ergebnisse nun für Contentproduzenten, Publisher und Verlage? Noch im letzten Jahr (Jim-Studie 2011) stand das Lesen bei Jugendlichen als Freizeitbeschäftigung relativ weit oben im Ranking (44% regelmäßige Leser, im Vergleich 1998: 38 %). Das Lesen von Büchern nimmt jedoch leicht ab, so ein aktuelles Ergebniss der Studie (42 Prozent). Dennoch kann das Lesen von Büchern noch als stabil betrachtet werden. Und diese Aussage sollte Verlage ermutigen, im digitalen Bereich zu experimentieren. Denn eines kann sicher festgestellt werden: Die Verbreitung von Smartphones und Tablets bei Kinder- und Jugendlichen, wird auch deren Mediennutzungsverhalten langfristig ändern. Je früher Verlage eine Antwort auf das neue Nutzungsverhalten haben, desto früher können sie sich mit ihren Brands und guten Inhalten in den Köpfen der Kinder- und Jugendlichen verankern.

Der 3. Kindermedienkongress, veranstaltet von der Akademie des Deutschen Buchhandels, gab hierzu einige interessante Antworten, auf welche Trends Publisher und Verlage bei Kinder und Jugendlichen setzen sollten:

Die Herausforderung besteht weiterhin beim Thema Digitalisierung der Medien. Vor allem durch neue Endgeräte (v.a. Tablets) stehen die Medien in einem noch größeren Wettbewerb zueinander. Die Produktformen Text, Bild, Ton, Animation, Bewegtbild verschwimmen in den digitalen Medien immer mehr miteinander und neuer Wettbewerb bestimmt die Branche. Das Gebot der Stunde lautet: Erhöhung der Wertschöpfung durch Exklusivität, mehrmediale Marken, Aggregation, Individualisierung, Personalisierung (Heinold, Spiller & Partner).

Apps: Sie spielen bei Kindern unter 12 Jahren noch eine untergeordnete Rolle. Die meisten Apps werden von Eltern heruntergeladen, bei Kindern ab 12 Jahren und Jugendlichen ist ein Anstieg zu verzeichnen (Studie Trend Tracking Kids 2012). Am beliebtesten sind kostenlose Apps. Ein Umsatztreiber für Verlage sind Apps aber bei weitem nicht. Das größte Problem bei Apps ist, dass sie nur schwer aufzufinden sind und in den App-Stores der Preiskrieg herrscht. Die 89 Cent-Kultur für eine schön aufgemachte Kinderbuch-App ist meist nicht refinanzierbar.

Apps können aber als kostenlose “Apetizer” herhalten und für kostenpflichtige Apps oder Verlagsproduktionen werben. Interessante Beispiele für App-Lernmedien sind Mindshapes mit Livebooks und Barefoot World Atlas. Diese Apps begeistern Kinder rund um den Globus.

E-Books: Auch E-Books finden sich bislang kaum in den Haushalten, egal in welcher Altersgruppe. Die rapide Verbreitung von Smartphones und Tablets könnten jedoch die Verkäufe kurzfristig ankurbeln. Eigene E-Book-Stores für Kinder und Jugendliche gibt es bereits: Onilo.de, Schoolastic, Tigerbooks.

E-Books können im Vergleich zu Apps hochwertiger hergestellt werden, denn sie lassen sich zu einem höheren Preis verkaufen. Aber auch die Animation dieser Bücher kostet Geld und Animation wird bei digitalen Kinderbüchern mittlerweile erwartet. Tigerbooks bietet eine Antwort auf enhanced-Medien, also auf Bücher, die interaktive Elemente integriert haben, (Tigerbooks ab 2013 / Tigerfish Media / Verlag Oetinger).

Dennoch sollten sich alle Publisher und Verlage überlegen, wieviel Animation und ‘enhanced’ denn wirklich sein muss. Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche reagieren ganz unterschiedlich auf mediale Reize. Laut Prof. Dr. Braus (HSK) bleibt keine Erfahrung ohne Spuren im menschlichen Gehirn zurück, ob positiv oder negativ. Das Lernen über Video bei Kleinkindern bringt zum Beispiel überhaupt keinen Profit. Bei Jungs zwischen 9 und 12 Jahren konnte man beobachten, dass diese an Lesekomptenz verlieren, wenn sie sich am Tag zu lange mit digitalen Medien beschäftigen. Kinder unter 13 Jahren haben größte Schwierigkeiten, die virtuelle Realität zu vergleichen. Auch Social Media wird bei Kindern unter 13 Jahren als sehr kritisch betrachtet, sie haben einen enormen Effekt auf die Entwicklung der Kinder. Man sollte sich also gut überlegen, ob eine Social Network-Anbindung bei Kinderbüchern und Apps überhaupt Sinn macht.

Und dann gibt es ja auch noch die Eltern, die besonders bei Kindern immer noch mitentscheiden, was heruntergeladen wird und was nicht. Eltern beurteilen in der Regel das gedruckte Medium immer positiv, bei digitalen Medien sieht das anders aus. Das größte Problem ist, dass Eltern sich zuwenig mit den digitalen Medien für Kinder und Jugendliche beschäftigten, die eigene fehlende Medienkomptenz bringt Unsicherheit in der Nutzung mit sich. Skepsis ist angesagt, daher können sich Eltern nur schwer mit digitalen Medien identifizieren, (Katrin Viertel, Medienlotse.com). Eine Investion in die Aufklärungsarbeit wäre vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkehrt.

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Eine Chance für Start-Ups? Von Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielen in Schrebergärten einer gestylte Stadt…

Credits: © Wissmann Design – Fotolia.com

Wenn man im altehrwürdigen Prinz-Carl Palais zur Diskussion und Mitarbeit beim Standortmarketing unter dem Motto “Digitale Wirtschaft Bayern” eingeladen wird, so darf man das als Ehre werten. Es freut einen mehrfachen Firmen-Gründer, hier Input und Inspiration liefern zu dürfen. Das ist eine -vermutlich einmalige- Chance. Auch wenn so mancher Teilnehmer im Nachhinein meinte, ob die Veranstaltung nicht wohl mehr ein Hilfeschrei der Politik und Wissenschaft war. Im Wettstreit mit Berlin, London, San Francisco oder anderen Städten wird Bayern, respektive und im besonderen München, im Ringen um Start-Ups der Rang abgelaufen – national wie international.

Ob die hochfeine Lokation für die Thematik passend war, ist Ansichtssache. Vielleicht wäre eine Halle, Lager oder ein Co-Working Space wie eben das geplante Werk1 München passender gewesen. Aber vielleicht hätten Anzüge die Diskrepanz der Welten hier noch mehr hervorgehoben. Es stimmte einen dennoch nachdenklich, wenn Avner Warner, Business Development Manager der Stadt Tel Aviv, mit treffend formulierter Rhetorik stichelt: “Wenn ich meine Zigarette in dieser super gestylten Stadt an der falschen Stelle ablegen würde, hätte ich schon das Problem hier überhaupt noch toleriert zu werden.”

Der Vortrag von Warner zeigte den Unterschied zwischen Bayern und Tel Aviv auf: mittelständisch-bürokratische Ordnung versus innovativ-inspirativem Laissez-Faire. “Kein Respekt vor Hierarchie” klingt fordernd, aber eben nicht nach 3 Monaten für einen Termin mit einem gestandenen Unternehmen oder 5 Jahren für eine finale Vertragsunterzeichnung. Was von Experten wie Andy Goldstein, Executive Director LMU Entrepreneurship Center, wunderbar dargstellt wurde. Dies erklärte sich auch aus den Aussagen der referierenden Politiker, die sich und den Zuhörenden vor ihren Reden gegenseitig erstmal die Verantwortung klar machten. Zeitweise glich dies einem Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Meine Nebensitzerin schmunzelte mich mehrfach an: “Ja, wem gehört denn nun die Verantwortung…? Dutzi, dutzi…”

Das wichtigste Motto im Mittelpunkt von Warner’s Vortrag war “Daring”. Und es schien fast so, als sei das seine Botschaft an München. Für ihn ist “Daring” einer der entscheidenden Schlüssel zum Erfolg. Doch gibt es “Daring” in einer Stadt, in der der Porsche als Sinnbild des Erfolgs vorfährt? In Tel Aviv ist das ein Unding. Dort gilt Daring gleich “Caring” und “Sharing”. Dort stehen 800 Start-Ups ganzen 40 Grossunternehmen gegenüber, womit Tel Aviv auf Platz 5 der Start-Up Städte weltweit rangiert.

Dem gegenüber verblassen Parolen wie die von Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). “Wir setzen die Hoffnung auf die Jungen, Kreativen, Interkulturellen, die Start-Ups.” Sie wirken wie Worthülsen und wenig authentisch. Zwischenzeitlich fragte man sich, was aus dem Slogan “Weltstadt mit Herz” geworden ist, den die Stadt zur Standort-Positionierung Jahrzehnte lang genutzt hat. Hat der Slogan ausgedient? Mit Herzblut hat das wenig zu tun, wie man sich dem Thema “Start-Ups und Investoren” widmete. Wäre man stolz, würde man dann nicht mehr Internet- oder Start-Up Helden in München hofieren und zu Wort kommen lassen? Doch in München regieren Bildende Künste, aber kein hyperdigitaler Schweiß (wie in Berlin), und auch nicht Rahmenbedingungen für die 3Cs des modernen Arbeitsplatzes.

Wo ist das wahre Interesse an den digitalen Gründern?

Auf dem Panel sagt man, dass man gerade erst ein Plattform Start-Up gegründet hat. Weder Moderator (spannenderweise von der FAZ, nicht der Süddeutschen!), noch Investoren, noch Wirtschaft, noch Politiker gehen darauf ein – davor oder danach. Das war vor rund zehn Jahren nicht anders, als wir in Zeiten der Internet-Blase einen Management Buy-Out gemacht und 4 Jahren später nach harter Arbeit an ein angesehenes internationales Medienhaus verkauft haben. Kaum Presse. Kein Lobbyismus. Start-Up Helden werden nur geboren, wenn Mentoren da sind, die eine Notwendigkeit für Veränderung erkennen. Solche, die Lobbyismus verstehen und das Potential erkennen.

Mein Tweet am Veranstaltungstag war ernst gemeint…

Das Wort “successful” hätte ich gerne noch mit eingefügt – successful business. Aber ein Tweet ist ein Tweet. 140 Zeichen lang. Nicht mehr, nicht weniger. Weniger war leider nicht mehr bei der Veranstaltung. Viele Reden. Viele Besserungsbekundungen. Viele Vision. Wenig Moderne Digitale. Wenige Tweets und Updates. Wenig Gründer. Wenig Innovation.

Wenn man vom Moderator motiviert wird, Veränderungsvorschläge mal so richtig als Wunschkonzert in die Runde zu werfen, dann ist das einerseits eine Chance, andererseits auch der Anfang vom Ende. Denn schnell entweicht man deutschen Grenzen (“Auf den Medientagen hat mir selbst die Begeisterung für den Medienstandort Deutschland gefehlt.”), und es reihen sich zahlreiche Punkte aneinander…

- Offenheit: Die Generation Y sollte endlich von den Unternehmensführern eingeladen werden. Initiativen sieht man hier in Berlin oder London. Wie lautet eine deutsche Initiative?
- Lobbyismus: Berlin leistet starke PR-Arbeit für Gründer, die über die nationalen Grenzen hinausgeht. Warum ist München so leise…? Wie lautet das Standortmarketing bis 2030?
- Argumente: “Mir fehlen die Argumente, mit denen ich internationale Unternehmen nach München holen könnte.” Warum positionieren wir nicht Berge, Bier oder Bayerisches Lebensgefühl?

Aber ich will der von Jennifer Regehr konstatierten Schrebergarten-Metalität in München mal mit einem Open-Innovation-Ansatz begegnen. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich hiermit viel Geld hätte verdienen können. Hier mal ein paar Vorschläge, die Bayern als Digitalen Wirtschaftsstandort positionieren können…

1. Co-Corporate Space (als Erweiterung des Co-Working Space)
Viele gestandene Unternehmen, Real Estate Firmen und öffentliche Gebäude in München haben ungenutzte Flächen. Wie wäre es, wenn man hier eine initaitive startet, die Arbeitsfläche zur Verfügung stellen? Denn Co-Working Spaces müssen bezahlbar sein und ein wenig Bandbreite lassen sich da sicher “abzwacken”. Für steuerliche Feinheiten oder vergünstigte und flexible Mietzeiten liesse sich sicher eine Lösung finden.

2. Start-Up Paten Programme (als Erfahrungsaustausch)
Wird man geboren, bekommt man einen Paten, der einem an die Seite gestellt wird falls Papa und Mama mal nicht mehr sein sollten. Und was ist mit Start-Ups, wenn die Investoren zurücktreten oder ganz wegfallen? Paten-Programme könnten schneller Schwächeperioden abfangen, sei es finanziell mit einem Überbrückungskredit, strategisch mit dem eigenen Netzwerk oder plastisch mit kostenfreiem Arbeitsumfeld.

3. Veranstaltungen – Nacht der Start-Ups
In München gibt es soviele faszinierend organisierte Nächte zu bestimmten Themen – Nacht der Bildenden Künste. Nacht der Museen. Nacht der Musik. Nacht der Goldenen Ananas. Wann kommt die Nacht der Start-Ups oder die Nacht der Digitalität? Dort könnten sich Studenten, Arbeitsuchende und Unternehmen finden. Und die Politik nutzt es zum Lobbyismus und für ihre PR-Zwecke.

Fazit
Gefordert ist ein Trialog: Politik, Wirtschaft und Unternehmen. Lasst uns an den Tisch setzen, wenn Bayern wirklich an einer Start-Up Szene und moderner Dynamik gelegen ist. Aber bitte wundert Euch nicht, wenn dann mehr Hoodies das traditionelle Stadtbild von feinem Zwirn, Kulturstrick und beigem Karomuster durchbrechen. Ich bin dabei, denn wir wollen in München Helden aus der Taufe heben.

PS: Wer sich die Diskussion und das Wunschkonzert der Start-Ups noch einmal ansehen möchte, kann dies hier in voller Länge machen…

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