Wie Online Videos die TV-Welt verändern

Das Fernsehen kann erstaunlicherweise immer noch Zuwachsraten bei der Nutzung vorweisen. So stieg die Nutzungszeit auf immerhin 242 Minuten pro Tag pro Fernsehzuschauer an ((1) AGF/GfK, jeweils 1. Halbjahr, ARD/ZDF Onlinestudie). Dennoch befindet sich die Branche in einer schwierigen Situation. Immer mehr Zuschauer beschäftigen sich während des Fernsehens mit einem Zweitbildschirm und die jungen Zuschauer nutzen verstärkt alternative Videoangebote und stillen ihren Hunger nach Information und Unterhaltung auf anderen Plattformen.

Denn Online Videos sind mittlerweile überall zu finden und bequem abzurufen: auf Desktop, Smartphone, Tablet und auf dem SmartTV im Wohnzimmer. In Deutschland wurden in einem Monat durchschnittlich 175 Online Videos per Viewer geschaut. Weltweit schauen 1,3 Milliarden Menschen im Durchschnitt 162 Online Videos pro Monat. Und die Nutzung findet hauptsächlich auf Youtube statt. YouTube ist immer noch die Online-Video-Plattform Nr. 1, danach folgen Facebook und andere Online-Video-Plattformen wie VEVO und Hulu oder in Deutschland die Mediatheken der Sender (comscore Video Metrics).

Und die Nutzung steigt weltweit weiter an. Im Jahr 2013 werden Online Videos 91 Prozent des gesamten Internet Traffics ausmachen und besonders die jungen User verbringen weit mehr Zeit mit Online Videos als mit dem TV-Programm. Deshalb reibt sich auch manch Verantwortlicher in den TV-Sendern die Augen und sucht nach neuen Möglichkeiten, um mit seinen Inhalten online und mobil mitzumischen. TV-Sender haben begonnen, ihre Inhalte im Netz zu verlängern. Sie aggregieren ihren Inhalte oder bieten eigene Mediatheken oder Apps an. Sie verlängern ihre Sendungen in Facebook wie RTL2 mit ihrer Daily Soap ‘Berlin Tag & Nacht’, um mit den jungen Zuschauern im Netz interagieren zu können und sie zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erreichen. Es scheint, dass derzeit ein regelrechter Run ins Netz stattfindet. Wer jetzt nicht drin ist und seine Inhalte adäquat zur Verfügung zu stellen weiß, wird es schwer haben, den Anschluss zu finden.

Denn die Mehrzahl der derzeit vorhandenen Online Videos stammt eben meist nicht von TV-Sendern, sondern von Usern (User Generated Content), von Markenunternehmen (Branded Entertainment) oder von neuen Produktionsgesellschaften wie Endemol beyond oder PutPat, Mediakraft etc. Diese Anbieter haben sich bereits bestens mit neuen Formaten positioniert. Besonders in der jungen Zielgruppe. Ein bekanntes Beispiel ist y-titti, ein Format von Mediakraft. Ein Format, das begeistert, geteilt und millionenfach abgerufen wird. Laut Mediakraft, die auf der diesjährigen AVMD (Audiovisual Media Days) in München zu Gast waren, verzeichnet y-titti mehr als 1,6 Millionen Abonnenten auf YouTube. Für das Gesamtnetzwerk verzeichnet Mediakraft 8,5 Millionen Unique Viewers pro Monat und bezeichnet sich selbst als Leitmedium für Jugendliche.

Trotz neuer Player und dem Run auf Online Videos schaute Gerhard Zeiler von Turner Broadcasting System auf dem TV-Wirkungstag dennoch deutlich optimistisch in die Zukunft. Er sagte der Gattungsmarke Fernsehen sogar eine rosige Zukunft voraus. Die Branche sei bestens positioniert, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Die Gattung TV erlebe keine Revolution, sondern eine Evolution – noch nie wurde soviel Fernsehen geschaut wie heute. Und Fernsehen ist im medialen Vergleich stärker denn je und es ist immer noch die tragende Säule des Mediengeschäfts. Dennoch müssen TV-Sender reagieren, indem sie ihre Inhalte auf allen Geräten bereitstellen, in die Programmqualität und in Experimente investieren. Darüber hinaus gibt er der Branche den Tipp, sich mit einer starken Sendermarke zu präsentieren.

Audiovisual Media Days 2013

Aber ob das tatsächlich hilft, mag ich an dieser Stelle bezweifeln. Viel zu stark hat sich der Online-Video-Konsum bei Jugendlichen etabliert. In den Jugendzimmern findet man keine Fernseher mehr und die Bedeutung des TV-Geräts im Wohnzimmer wird weiterhin abnehmen, so jedenfalls Dr. Hentschel von Goetzpartners auf den Audiovisual Media Days in München. Werden sich die Jugendlichen tatsächlich wieder den Programmen der etablierten TV-Sender zuwenden oder werden sie ihren Bewegtbildkonsum anderweitig stillen? Und dabei ist es nicht entscheidend, auf welchem Gerät sie Bewegtbild nutzen, dies kann auch weiterhin der große Bildschirm im Wohnzimmer sein, auf dem ein Spielfilm einfach besser rüberkommt und man diesen mit Freunden oder der Familie gemeinsam genießen kann. Die Frage ist, ob der User sich sein Angebot über YouTube selbst mixt oder hierfür einen Film aus dem TV-Programm wählt? Vielleicht nutzt er auch ein OnDemand- oder PayTV-Angebot oder er schaut sich IP-basiert einen Film auf dem Fernseher an. Vielleicht baut sich der Zuschauer / User oder wie man den Bewegtbildkonsument der Zukunft auch immer nennen möchte, sein eigenes Programm aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten zusammen und nutzt diese über alle verfügbaren Bildschirme. Aber vielleicht ist der User auch bequem und er freut sich, wenn Programmverantwortliche ihm ein individuelles Programm für den Tag zur Verfügung stellen. Das TV-Gerät wird also zur Plattform und diese Plattform wird in jedem Fall in vielen Wohnzimmern eine neue Rolle einnehmen.

TV is a geography. A Place. A Function.
TV is not just a box in the corner of the room.  Tej Rekhi, DG

TV-Sender müssen sich in diesem Wettbewerb neu positionieren und ihre Qualitäten über eine starke Sendermarke dem jungen Publikum präsentieren. Machen sie das nicht, dann überlassen sie das Feld neuen Playern. Und das kann meines Erachtens schneller passieren, als ihnen lieb ist.

 

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TV: Alles neu und doch weiterhin die Nummer 1

© apops – Fotolia.com

77 Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Online-Video. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat diese beeindruckende Zahl kürzlich verkündet. 50 Prozent sehen Filme und 47 Prozent schauen bei Live-Events über das Internet zu, in beiden Fällen etwa 12 Prozent auf mindestens wöchentlicher Basis. Die 16- bis 34-Jährigen weisen die höchste Nutzungsintensität auf. In der kürzlich veröffentlichten Studie von Adobe „Adobe Digital Index“ wurde zudem festgestellt, dass Inhalte von TV-bezogenen Medienseiten über alle Geräte deutlich häufiger bis zum Ende geschaut werden, als Inhalte von nicht TV-bezogenen Seiten. Die Inhalte werden vor allem auf Tablets konsumiert.

Dennoch ist es erstaunlich, dass der Großteil der Werbebudgets immer noch ins TV wandert. Im Jahr 2012 konnten die deutschen TV-Sender immerhin 11,34 Milliarden Euro Bruttowerbeumsatz verbuchen. Und auch in den USA wird die Hälfte der Werbeausgaben für TV-Werbung ausgegeben, obwohl die Zuschauerzahlen rückläufig sind. Eine Studie von Adobe will herausgefunden haben, dass zwei von drei Konsumenten TV-Werbung für effektvoller als Online-Werbung halten soll.

“The study revealed that two-thirds of consumers believe that television commercials are more effective than online advertising and that online banner ads do not work (54%).”

Zu einer ebenfalls deutlichen Aussage bezüglich der Werbewirkung von TV-Spots kommt eine Studie von Innerscope, die bereits im Jahr 2010 feststellte, dass Mediennutzer sich mit einem TV-Spot 30-mal stärker beschäftigen als mit Online-Display-Werbung.

Allerdings ist es ratsam, dem Trend des Second-Screens zu folgen und in der Werbung auf eine Kombination von TV und Online zu setzen. Denn die positive Wechselwirkung, die zum Beispiel erzeugt wird, wenn der Mediennutzer TV und Online zeitgleich nutzt, ist enorm. Die Vielfalt, die den Video- und Second-Screen-Werbmittelinhalten eigen ist, geht zudem weit über den bloßen Klick hinaus. Es geht um einen Werbemittelinhalt, der relevant ist und den Konsumenten während er fernsieht einbindet. Und es handelt sich hierbei nicht um Inhalte, die User mühsam zum Fernsehprogramm suchen müssen. Der Unterschied liegt in einem Service-Push, den TV-Sender anbieten sollen. Second-Screen-Werbeinhalte sollten also eine ganz natürliche Folge sein und das Verhalten des Nutzers reflektieren. Dennoch scheint der Weg zum Konsumenten für TV-Sender noch beschwerlich. Die NPDGroup hat nun festgestellt, dass zwar 87 Prozent der US-Bürger ein Zweitgerät nutzen, während sie TV konsumieren. Doch das was sie tun, hat noch nicht viel mit Dialogkommunikation in linearen Werbebotschaften zu tun, bzw. erst 47 Prozent nutzen Second-Screen Applikationen.

“Among TV viewers who use second-screen devices, only 47 percent have participated in second-screen activities. The most common TV-to-second-screen interaction was learning more about the TV program they were watching, and finding out about the actors in that program. Viggle, zeebox, and other apps designed to enhance second-screen engagement are not commonly used by consumers. Instead, of those TV watchers who engage in second-screen activities, most interact with their TV experience by visiting IMDb, Wikipedia, and social networks.”

Copyright: NPDGroup

Wie deutsche TV-Sender sich auf den Wandel einstellen und welche Angebote sie im Bezug auf Second-Screen für den User bereithalten, ist ein Thema auf dem kommenden TV-Wirkungstag am 18.4. in Düsseldorf. Dort sprechen Top-Speaker zu den Themen Second Screen, Social TV und Fernsehen der Zukunft. Und auch die Audiovisual Media Days widmen sich am 22. und 23. April in München ausführlich den Themen Smart- und Web-TV, Videowerbung und Social Media.

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Was war, was kommt und was bleibt. Ein kleiner persönlicher Rückblick.

Das Jahr 2012 hatte es in sich. Viele neue Themen standen auf meiner Agenda. Das Digital Business entwickelt sich ständig weiter – schneller als manchem lieb ist. Die rasante Geschwindigkeit ist für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. Altbekannte Business Modelle stehen vor dem Aus, neue Business Modelle entwickeln sich rasant und rollen den Markt auf. Aber was bleibt von allem? Es lohnt sich einmal in Ruhe zurückzublicken und eine Bestandsaufnahme zu machen. Welche Themen haben mich persönlich bewegt, welche Themen werden zum Beispiel auch in der Unternehmenskommunikation stärker an Bedeutung gewinnen und was wird von all dem bleiben?

Das Jahr 2012 war gekennzeichnet von einer großen Aufbruchsstimmung in die Welt des Social Media Marketings. Aber auch das Second Screen Advertising, Mobile Marketing, Content Marketing, Digital Publishing und Big Data waren Themen, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen konnte. Spannende Themen, von denen ich einzelne in einer kurzen Zusammenfassung nochmals beleuchten möchte.

Social Media Marketing

Laut der aktuellen Studie „Social Media Marketing in Unternehmen 2012“ des Deutschen Institut für Marketing, an der 900 Personen unterschiedlicher Unternehmen teilnahmen, nutzen mittlerweile knapp 70 Prozent Social Media Marketing.  Das ist im Vergleich zum Vorjahr (66,3 Prozent) zwar nur ein geringer Zuwachs, allerdings planen mehr als ein Drittel der Befragten, die gegenwärtig Social Media Marketing nicht nutzen, den Einsatz für die Zukunft. Heute werden bereits ca. 18,7 Prozent des Marketingbudgets für Social Media Marketing festgelegt.

Interessant ist jedoch, dass nur die Hälfte der befragten Unternehmen ein Social Media Monitoring durchführt. Damit wären wir bei einem Punkt, der definitiv im Jahr 2013 stärker Beachtung finden wird. Social Media Monitoring muss in den Aufgabenkatalog der Unternehmen, denn nur so kann festgestellt werden, ob die Aktivitäten beim Menschen ankommen und das eingesetzte Budget sinnvoll eingesetzt wurden. Zudem bietet das Social Media Monitoring die Möglichkeit, Opinion Leader oder Markenadvokaten zu identifizieren. Markenadvokaten werden für Unternehmen und Brands immer wichtiger, denn sie werden zukünftig eine noch wichtigere Vermittlerfunktion im Netz übernehmen.  Eine Einordnung in unterschiedliche Brandvangelist-Typen wird kommen und einhergehend mit dieser Einordnung die individuelle Ansprache dieser Typen. Einen interessanten Artikel hat hierzu Martin im November veröffentlicht.

Content Marketing

Um sich in der digitalen Welt einen Platz zu erobern, braucht es neben der guten Platzierung in den Suchmaschinen, auch Content, der die User auf der Seite hält, Informationen und Unterhaltung liefert. Um an diesen Content heranzukommen, setzen bereits die ersten Unternehmen in Deutschland auf Content Marketing. Ein Trend, der in 2012 sich ankündigte, aber erst in 2013 stärkere Beachtung in den deutschen Marketingabteilungen finden wird. In USA investieren zum Beispiel B2B-Unternehmen bereits mehr als 33 Prozent ihres Marketingbudgets in Content Marketing.

Content Marketing ist ein Bereich, der in der Unternehmenskommunikation in jedem Fall auf die Agenda 2013 gehört. Ein journalistischer Ansatz, die Liebe zum Schreiben, ein objektiver Blick auf Themen und Kommunikationsbereitschaft sind für erfolgreiches Content Marketing wichtig. Aber genauso wichtig ist es, diesen Content marketingrelevant zu präsentieren und mit Social Media, Mobile Marketing und dem Online Marketing zu fusionieren. Einen ausführlichen Artikel zum Content Marketing habe ich im Juni 2012 veröffentlicht. Weitere werden sicherlich folgen. Erwähnenswert an dieser Stelle ist in jedem Fall nochmals das Engagement von Coca Cola, ein tolles Beispiel, das sicherlich Nachahmer finden wird.

Bewegtbild / Branded Entertainment

Viel beachtet war in 2012 auch der Hype um Bewegtbild. Verleger nutzen die Kraft von Bewegtbild, um Berichte lebendiger zu gestalten. Der Einsatz von lizenziertem und aggregiertem professionellen Bewegtbildinhalten ist ein Trend, der in den letzten Jahren immer mehr Beachtung fand. Und dieser Trend setzt sich weiter fort und wird sich im Jahr 2013 etablieren. Zudem sollte die Frage erlaubt sein, ob Bewegtbild zukünftig das geschriebene Wort im Internet ablösen wird, wie zum Beispiel die Kampagne von Air New Zealand zum Filmstart von Der Hobbit zeigt: Air New Zealand / The Hobbit

Ich bin mir sicher, dass ‚Branded Entertainment Content’, also unterhaltende Videos, die in der Produkt- oder Unternehmenskommunikation zum Einsatz kommen und über verschiedene Netzwerke wie YouTube, Facebook distribuiert werden, in 2013 erst so richtig an Fahrt gewinnen. Und mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets wird Branded Entertainment sicherlich auf allen digitalen Kanälen eine große Rolle spielen.

Mobile Marketing

Und somit kommen wir zum Mobile Marketing. Diesem gelang in diesem Jahr der Durchbruch, auch wenn die Werbeumsätze immer noch hinter den Erwartungen der Agenturen liegen. Aber Mobile Marketing wird weiter wachsen und das Jahr 2013 dürfte nun tatsächlich das ‚Jahr des Mobile Marketings’ werden. Denn mit der rasanten Verbreitung von Tablets und Smartphones wird das mobile Marketing immer wichtiger. Auch in der Unternehmenskommunikation wird dieser Kanal an Bedeutung gewinnen. HTML5 und mobile Websites müssen 2013 auf der Agenda stehen. Und es braucht neue kreative Konzepte, wie der User mobil erreicht werden kann. Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Artikel von mir, der über Herausforderungen in den Agenturen berichtet.

Parallelnutzung / Second Screen

Die Zahlen zur Parallelnutzung bestätigen den Trend hin zum Second Screen. Tablets und Smartphones werden während der TV-Nutzung zum Chatten, Surfen, Netzwerken genutzt und die Werbung macht sich diesen Trend zu Nutze. Die Erkennung der Zuschauer über Audio Content oder Visual Content Recognition sowie Fingerprinting wird sicherlich im Jahr 2013 kommen, die Technologie ist vorhanden. Es gibt bereits vielversprechende Aktivitäten von Unternehmen wie zum Beispiel das von Puma. Puma hat im Rahmen der Olympischen Sommerspiele in London eine ausgesprochen schöne crossmediale Kampagne gelauncht. Besonders gut gefallen hat mir auch die Einbindung des Offline Marketings. Und damit wären wir bei einem Punkt, der sicherlich wieder stärker in das Bewusstsein der Marketiers rücken sollte.

Offline Marketing

Bei aller Liebe zum Online Marketing, ich glaube und ich bin mir sicher, dass das Offline Marketing in den nächsten Jahren wieder stärker an Bedeutung gewinnen wird. Auch wenn wir uns Online in Sozialen Netzwerken austauschen und Freundschaften pflegen, Kampagnen online und mobil erleben, der Wunsch der Menschen nach „Live-Erlebnissen“ wird bleiben. Vielleicht sollten wir uns alle am Ende des Jahres einmal in Erinnerung rufen, welche Ereignisse tatsächlich wichtig waren, welche Ereignisse uns etwas gegeben haben. Fanden sie online oder offline statt? Ich würde mich hierzu sehr über Eure Kommentare freuen.

Ich wünsch Euch allen ein ‘Happy New Digital Year 2013′!

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Studien – Wie die Flimmerkiste zum Social TV wird…

Das Fernsehen verändert sich. Es gibt immer mehr Endgeräte, über die Bewegtbild konsumiert werden kann. Es gibt auch immer mehr Programme und mehr Inhalte. Die gute alte Flimmerkiste hat irgendwie ihre besten Zeiten gehabt, oder auch nicht? Was wird kommen in Zeiten, in denen Nutzer verstärkt Endgeräte parallel nutzen? Der Frage ist eine Studie der Interone mit dem Titel “TV to come. TV to go” nachgegangen. Dabei greift die Studie Themen auf wie die Digitalisierung der TV-Welt durch Laptops, Tablets und Smartphones, die sich als neue Geräte für Bewegtbild-Inhalte etablieren und sodie TV-Welt verändern werden. Zudem gibt die Studie Antworten auf die Schlagworte SmartTV, Google TV und Second Screen Apps.

Die Transformation des Fernsehers vom Leit- zum Ambientmedium hat begonnen. Interaktion und Involvement ersetzen das moderne Lagerfeuer der Gesellschaft. TV versammelt zwar immer noch einen Großteil der Bevölkerung, besonders bei Großereignissen oder Live-Shows, aber der Feldzug der Second Screens schreitet kontinuierlich voran. Und diese Second Screens werden parallel zum Fernsehprogramm genutzt. Die Aufmerksamkeit für TV-Inhalte nimmt damit ab, obwohl die Nutzungsdauer mit 223 Minuten täglich noch sehr hoch ist (Media Control Fernsehnutzung 2011). TV, so scheint es, könnte bald abgelöst werden und doch soll es neue Herausforderungen meistern: Auf dem Gerät soll man Lernen, Spielen, Fotos zeigen oder Skypen können. “Sozial” wird das Fernsehen aber erst durch neue Programme, die die Synchronisierung zwischen Tablet oder Smartphone mit dem TV-Programm ermöglichen. Und die Synchronisierung der Geräte zum Beispiel durch Audio-Signale (Audio Content Recognition) ist bereits möglich.

Der Second Screen ist auf dem Vormarsch, worüber kürzlich erst eine Yahoo und Razorfish Studie aufklärten. Fast jeder Fünfte nutzt die mobilen digitalen Endgeräte, um neben dem Fernsehen auf Facebook und Twitter zu chatten. Dass so mancher TV-Sender mit der Entwicklung nicht mehr gerechnet hat, sieht man am Broadcaster CBS, die einmal Vorreiter waren, aber ihre Viewing Rooms dann inzwischen abgeschaltet haben. Oder wollte CBS es nicht sehen…?

Ein paar weitere Erkenntnisse der Studie lauten…
- 67% lassen das TV Gerät häufig oder gelegentlich “nebenbei” laufen
- 49% nutzen unterschiedliche Geräte zum Fernsehen
- 43% finden. Werbung lasse sich besser vermeiden als früher
- 41% wollen mit dem TV-Gerät online gehen
- 17% würden sogar für werbefreies TV bezahlen

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=-UZ5pbIG1wM&w=560&h=315]

Die Fragen, die sich stellen… Werden wir auf dem TV-Gerät irgendwann den Split-Screen haben – horizontal oder vertikal aufgeteilt? TV und Internet nebeneinander? Oder werden Tablet und Smartphone die “Conversation-Extension” der Flimmerkiste?

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Nielsen Studie bringt Licht in die Nutzung des “zweiten Bildschirms”

Die Nutzer eines Tablets tun es. Und die Nutzer eines Smartphones machen es ebenfalls. Während sie Fernsehen, wird nach neuen Produkten gesucht oder Preisvergleichen gemacht. Manche checken auch ihre Emails oder Sportergebnisse. Während die Flimmerkiste läuft, sind wir längst nicht mehr mit den Gedanken nur noch beim Fernseher. Die parallele Nutzung des zweiten Screens nimmt immer mehr zu. Dual Screening heißt die neue Devise.

Eine neue Studie von Nielsen mit dem Titel “State of the Media: Advertising & Audiences” unterstreicht nun mit aktuellen Zahlen, wie es um die derzeitige Parallelnutzung steht. Die “zweite Screen-Nutzung” reichert die TV Erfahrung mit weiterem Wissen an und nimmt nicht unbedingt Zeit weg von ihr. Wenn Männer gleichzeitig TV und Tablets nutzen, suchen sie eher Informationen die Inhalte des Fernsehprogramms betreffend (39%) als Frauen (34%). Frauen hingegen fühlen sich eher von Werbung angesprochen und auf der Suche nach Informationen zu beworbenen Produkten (24% zu 21%).

Bei Smartphones sind es sogar 41%, die täglich gleichzeitig TV und Smartphone anschalten. Die Zahlen für Deutschland sind nicht bedeutend anders. Hierzulande sind 29% der Anwender Parallelnutzer von Tablet und TV. Beim Smartphone liegt die Prozentzahl der Parallelnutzung sogar bei 35%. Die angefügte Grafik zeigt noch interessante weitere Zahlen.

Erwachsene zwischen 25 und 54 Jahren werden ziemlich deutlich von Werbung beeinflusst. Der Bericht besagt, dass diese Gruppe 23% affiner einer Marke folgen werden durch Social Netwprking Seiten als der gewöhnliche Internetnutzer. Zudem kaufen sie zu 29% wahrscheinlicher ein Produkt online, welches vorher im Fernsehen vorgestellt worden ist. Sicherlich wenig verwundert es, dass Teenager beim Fernsehen mit Tabletts eher eine Social Media Seite aufsuchen (62%) als die Baby Boomet (33%). Sicherlich auf dem Vormarsch ist die Nutzung von Spielekonsolen. Teenager nutzen sie in der Nacht im Durchschnitt acht Minuten. Das ist doppelt so viel wie die gewöhnliche TV Bevölkerung.

Die Amerikaner führen mit 88% der Tablet-Besitzer und 86% der Smartphone-Besitzer, die besagen, ihr Gerät würden sie mindestens einmal innerhalb eines Monats vor der Flimmerkiste verwenden. Bei den Tablet-Nutzern sind es sogar 45% der Amerikaner, die dieses Gerät einmal täglich während des Fernsehens benutzt. 26% nutzen Tablets und 41% Smartphones sogar mehrmals täglich parallel mit dem TV.

Großbritannien steht den Amerikanern bei der Parallelnutzung fast in nichts nach. Mit der Nutzung von Tablets (80%) und Smartphones (78%) während des Fernsehens zeigen sie bei dem Einsatz von zwei Screens nur kleine Unterschiede. Zudem sehen fast ein Viertel der Briten mehrmals täglich parallel in Tablet oder Smartphone während des Fernsehens.

Leider gibt die Studie keinen Aufschluss darüber, ob es Indikatoren für die Nutzung als Erst- und Zweitgerät gibt. Welches ist denn das führende Gerät in der Nutzung in der Zukunft? Eine weitere neue Studie von ABI Research besagt, dass in den USA bereits 21% einen mit dem Web verbundenen Fernseher haben. Für 2017 geht ABI davon aus, dass mindestens 60% der Haushalte mit einer Spielekonsole oder einem Blue-ray Player einen Zugang zum Web über TV-Screens nutzen. Kann man diese Geräte als Erstgeräte für den Internetzugang bezeichnen? Fragen über Fragen….

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Online Video wächst rasant

Der Markt ist riesig für Online Video. Stellt man sich vor, dass im Jahr 2019 85 Jahre Videos auf unseren mobilen Devices geschaut werden können (Goldmedia), dann wird die Größe des Marktes für dieses Format greifbarer, oder auch nicht. Die Zahl scheint unrealistisch, obwohl bereits heute die Geschwindigkeit und die Prozessoren in den Devices immer schneller und größer werden. Sie verdoppeln sich fast alle zwei Jahre.

Online Video boomt. Und bald auch Longform Videos, so Comscore. In allen Bereichen. Ob im ecommerce, in der Unternehmenskommunikation, im News & Entertainment. Netflix hat zum Beispiel bereits 23 Millionen Abonnenten für ihren Kanal in den USA, dort beträgt der Anteil des Traffics für Online Videos in der Hauptzeit derzeit stolze 30%. In Deutschland betrachten knapp 45 Millionen Nutzer 187 Videos für 19.6 Stunden pro Monat. Und auch die Gesamtzeit, die Nutzer in Deutschland Bewegtbild pro Tag konsumieren, hat sich erhöht: Von ursprünglich 220 Minuten im Jahr 2000 auf bis zu 309 Minuten im Jahr 2011 (Mobile Nutzung nicht eingerechnet / ARD/ZDF Online Studie 2011).

Online Video Nutzung findet überall statt: Zuhause, von unterwegs aus oder im Büro. Und das tolle an diesem Format ist, dass es auch jetzt von jedem Device aus Spaß macht, Online Videos zu betrachten. Kein Ruckeln mehr, keine Abstürze, ein Klick und der User ist mittendrin in einer fantastischen Bewegtbildwelt. Denn die Inhalte sind da. Sie stammen überwiegend von TV-Sendern, Produktionshäusern oder Unternehmen und natürlich von den Usern selbst. User Generated Content hat heute immer noch den größten Anteil vom Online Video Kuchen. Aber nur ein kleiner Anteil von User Generated Content ist überhaupt gut, brauchbar, sinnvoll. Dennoch lieben Verbraucher UCG, sie lassen sich auf YouTube von den Inhalten unterhalten, ohne speziell danach zu suchen. Besonders die Generation der Digital Natives surft auf YouTube, switcht von Inhalt zu Inhalt. Man könnte dieses Verhalten mit dem des TV-Hoppings vergleichen. Aber nicht jedes Video lässt sich monetarisieren, doch diese Frage müssen sich am Ende des Tages alle Beteiligten stellen. Denn Online Video kostet Bandbreite und auch ein ständiges Aufrüsten der Netzbetreiber kommt bei dem enormen Wachstum der Online Video Nutzung kaum nach. Livestreaming ist deshalb immer noch ein Problem. Aber Glasfaserkabel und neue Mobilfunkstandards wie LTE werden vielleicht dieses Problem bald lösen.

Die Frage, die sich jedoch stellt ist, wer bezahlt die ganze Bandreite? Werbetreibende oder die User, durch Pay-Modelle? Dass der Kuchen für Online Videowerbung noch Potential hat, daran gibt es keinen Zweifel. Im letzten Jahr wurden 197 Millionen Euro OVK Werbegelder in Online-Video gesteckt. Aber der Anteil am Gesamt-Online-Werbemarktkuchen ist noch gering. Betrachtet man die Investitionen im Vergleich zu TV-Werbebruttogelder, dann fällt er noch geringer aus, aber man kann erahnen, wieviel Potential in dieser noch jungen Disziplin steckt. So hat Forrester festgestellt, dass im Jahr 2016 stolze 5,4 Milliarden US-Dollar in Online Video Werbung fließen sollen. Grund: hochqualitative und markensichere Videoinhalte werden immer mehr verfügbar, die Verbreitung von videofähigen Geräten und der Einfluss von internetaffinen, jüngeren Käufergruppen wachsen. Für Deutschland gibt es hierzu noch keine Schätzung, nur eine Kurve die steil nach oben zeigt. Und in einer noch nicht veröffentlichten Studie, die von MediaMind im April herausgegeben wird, besagt, dass auch die Kontaktzeit mit dem Werbemittel davon profitiert. Die von MediaMind durchgeführte Analyse von mehreren Millionen Impressions zeigt, dass durchschnittlich 73% der In-Stream-Impressions vollständig abgespielt, und 71% zu drei Vierteln abgespielt werden, wodurch gemessen am Einsatz eine sehr hohe Kontaktzeit geboten wird. Das sollte Werber ermuntern, auf Online Video Werbung zu setzen. Und vielleicht schaut bereits am Ende des Jahres 2012 der Online-Werbekuchen gleich viel anders aus. Was meinen Sie?

Diese und viele anderen Zahlen und Fakten wurden im Rahmen des Video Streaming Summit in München unter anderem von Speakern von Streamingmedia.com, Goldmedia, Comscore, SnackTV, Videoplaza und Brightcove präsentiert.

Foto Credits: © HaywireMedia – Fotolia.com

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Bleibt personalisierte Fernsehwerbung ein Traum für Werber?

Credits: © HaywireMedia - Fotolia.com

Eine aktuelle Umfrage von Deloitte für die RTL-Gruppe, für die unter 50 angelsächsische Experten aus der TV- und Werbebranche befragt wurden, ergab vor kurzem, dass traditionelle Fernsehwerbung die dominante Führungsrolle für große Markenkampagnen behält. So weit so gut.

Dennoch suchen Werber zur effizienten Kampagnenplanung nach mehr Nutzerdaten und Informationen über das Nutzerverhalten. Doch kurzfristig sind diese Daten nicht zu haben. Mittelfristig werden jedoch durch eine größere Verbreitung internetfähiger Fernsehgeräte neue Möglichkeiten entstehen. Laut einer Prognose der Berliner Strategieberatung Goldmedia stehen 2015 rund 23 Mio. internetfähige TV-Geräte in deutschen Wohnzimmern – dies entspricht 61 Prozent aller TV-Haushalte.

Sobald Werber in den Genuss kommen, weitere Nutzerdaten zum TV-Konsum zu erheben, könnte man vermuten, dass personalisierte Fernsehwerbung zum Trendthema Nr. 1 avancieren wird. Doch weit gefehlt. Laut Klaus Böhm, Director Media Deloitte, hat sich eine direkte Abstimmung der Zielgruppe auf die gesteckten Kampagnenziele als äußerst komplex, zeitaufwendig und noch nicht massenmarktfähig erwiesen.

Wie im Online-Marketing benötigt man für personalisierte Fernsehwerbung Daten. Und diese Daten müssen gesammelt und über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden. Bereits heute müssten laut Deloitte Sender, Kabel- und Satellitenbetreiber damit beginnen, in die Datenerhebung und Analyse zu investieren. Einziger Ansatzpunkt ist derzeit die IP-Adresse über internetfähige Geräte. Aber was verrät die IP-Adresse tatsächlich über den Fersehnutzer? Erste Tests in den USA und in Großbritannien haben gezeigt, dass zielgruppenorientierte Werbung, die bereits online im Video-on-Demand-Bereich getestet wurden, noch keine nennenswerte Erfolge bei den Werbern erzielten. Es konnten laut Deloitte keine Effektivitätssteigerung gegenüber traditioneller TV-Werbung nachgewiesen werden.

Neben der IP-Adresse gibt es aber bereits weitere interessante Entwicklungen, um personalisierte Werbung zum Fernsehprogramm zu lancieren. Zu Nutze machen sich die werbetreibenden Unternehmen den Trend der stetig steigenden Parallelnutzung. So kann über den Umweg eines „Second Screens“, der vom User zeitgleich zum Fernsehprogramm genutzt wird, Werbung passend zum Fernsehprogramm ausgeliefert werden. Ein Signal im TV-Gerät identifiziert einen „Second Screen“ wie ein Tablet Computer oder ein Smartphone im Umfeld des Fernehzuschauers. Anschließend werden über ein Signal, programmbegleitende Apps auf den “Second-Sreen-Geräten” synchronisiert, um das User Engagement zu wecken, (s. auch www.intrasonics.com).

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Medien und die Frage nach dem Wert von Teilen und Kommentieren

Kommentare sind das Salz in der sozialen Mediensuppe der Neuzeit. Sie sind Diskussionsgrundlage für effizientes Crowdsourcing. Und sie bieten Medien die Option, Titel, Themen und Tempo von Veränderungen in Märkten als Innovationsführer und Trendsetter voranzutreiben. Zumindest ist das meine Vision von modernem Journalismus…

In der Regel lese ich abends gerne die Inhalte, für die man während der Arbeitszeit keine Zeit findet und die ich potentiell gerne kommentieren möchte. Dementsprechend wollte ich gestern die Posts von ARD Börse Online “Social Media – Investitionshilfe oder Anlegerfalle?” und das dazugehörige Interview mit Prof. Klemens Skibicki “Social Web demokratisiert die Börse!” in Ruhe am Abend lesen.

Das Thema ist spannend und bewegt so manchen Banken-Chef sowie seine Marketing und PR-Verantwortlichen, wie mir aus diversen meiner Social Media Workshops bekannt ist. Entsprechend würde eine Diskussion hier sicherlich einen progressiven Ansatz verfolgen. Denn sowohl Anleger als auch Banken sind sich unsicher, inwieweit über Social Media Börseninformationen oder Investor Relations Inhalte publiziert werden dürfen bzw. sollen.

Der Post regte mich zum Kommentieren an. Dann folgt jedoch die große Ernüchterung. Es gibt keine Kommentarfunktionen bei ARD Börse Online.

Die üblichen Frage kommen auf: Hat die ARD noch nichts vom Thema User-Generated Content gehört? Hält sie davon und von Social Media insgeheim nichts. Sieht man sich immer noch als Gatekeeper der Information? Oder sind Kommentare des Lesers als wertloser Input einzustufen?

Auch als Sharing-Optionen offeriert das Medium lediglich “Druckversion” oder “Weiterleiten”. Wie bitte…? Soll man in der heutigen Zeit eine Massenmail an alle seinen E-Mail Verteiler schicken? Erst kürzlich rümpfte jemand die Nase, als ich nach drei Jahren mal wieder eine solche Massenmail verschickt habe mit den Worten “Rückfall in alte Zeiten…?”.

Dann schon lieber auf die Distribution der Inhalte via Google+, Twitter oder Facebook setzen. Man könnte ja gleich dort seine Meinung als Einleitung formulieren und dann den Link anfügen. Aber auch das wird bei ARD Börse Online nicht angeboten. So demokratisiert wie die Börse nun ist dank der Meinung des Experten, ist der Content Syndikationsweg der ARD Börse Online noch lange nicht. Kommentare und Sharing gibt es nur im Rahmen des Journalismus 1.0.

Grundsätzlich stellte ich mir gestern die Frage, ob man überhaupt einem Medium ein Interview zum Thema Social Media oder Social Web geben soll, welches eine Kommentieren und Teilen von publizierten Inhalten nicht ermöglicht, bzw. zulässt.

Die Antwort liegt zwischen dem persönlichen Anspruch aus Relevanz (Social Media) oder Reichweite (traditionelle PR). Will man das Thema inhaltlich weitertreiben und die Diskussion anregen, oder positioniert man sich im Themengebiet als Spezialist, der weitreichende Beachtung erzielen will? Das muss jeder für sich selbst entscheiden – auch ich habe der Absatzwirtschaft ein Interview zum Thema Bloggen gegeben, was nicht online sondern als PDF erschien.

Warum also sollten sich Medien Gedanken um den Wert von Teilen und Kommentieren machen?

- Wenn ein visionärer Gedanke oder ein Trend intensive Betrachtung und Diskussion verdient, sollte das geschriebene Worte nicht wie zu Martin Luthers Zeiten im stillen Kämmerlein diskutiert, sondern die Lesermeinung PUBLIK einbezogen werden – wie man früher auch Leserbriefe akzeptierte. Sonst ist zu unterstellen, dass man als Medium die Neuzeit und seinen AUFTRAG als öffentlich-rechtliches Medium nicht ernst nimmt.

- Wenn eine Frage gestellt wird, erwartet der moderne Leser, dass sowohl Experten der Börse oder Wirtschaft, die Social Media Gemeinde als auch die Leser/User von ARD Börse Online sich dazu äußern können sollten. Sonst werden nicht alle Teile der Wertschöpfungskette TRANSPARENT dargestellt.

- Wenn ein Social Media Experte seine Meinung äußert, erwartet er als Feedback ein Stimmungsbild der qualifizierten Massen derer, die den anderen Part des Involvements in der Wertschöpfung abbilden: die Börsianer, Banker, Broker. Sonst macht das Medium sich zum Abgesandten der Börsenwirtschaft und redaktionelle INTEGRITÄT kann in Frage gestellt werden.

- Wenn ein solches wirtschaftspolitisches und individual-kritisch finanzielles Thema diskutiert wird, dann ist es schlichtweg fragwürdig, wenn eine einzelne Meinung das Mass der Meinungsbildung ist. Sonst hätte der Autor die Überschrift nicht OFFEN als Frage formulieren sollen.

- Wenn die Überschrift als Frage formuliert ist, bekundet sie Interesse nach einer Antwort – vor allem in einem Community Centric orientierten Medium wie dem Social Web. Sonst verschließt man sich vor der Entwicklung des modernen Crowdsourcing, welches TRENDSCOUTING, INNOVATIONEN und LESERBINDUNG fördert.

- Wenn uns die Zukunft von SocialTV bevorsteht, aber Medien wie ARD Börse Online den Kommentar eines Zuschauers im Web nicht als wertvoll erachten, so steht zu bezweifeln, ob SocialTV unter Konvergenz oder Mitbewerb stehen wird. Sonst würde die Beziehung zwischen dem Film und der Diskussion schon längst und viel häufiger wie bei “The Voice of Germany” (Einblendung der Tweets) hergestellt sein.

- Und… Wenn man als Experte ein Interview einem Medium ohne moderne Kommentar- und Sharingoptionen gibt, sollte man darauf idealerweise progressives Crowdsourcing betreiben: Anschieben oder Verbreiten der Inhalte mit der Bitte um Feedback und Meinungsaustausch. Sonst verpuffen die guten Gedanken des Posts kommentarlos und ohne weiterführende, neue PERSPEKTIVEN für den Leser und die Redaktion. PS: Hr. Skibicki hat seinen Part hier übrigens gut gemacht!

Die Frage, die sich stellt… Wie wichtig ist die Kommentarfunktion in der heutigen Zeit wirklich? Wollen Medien überhaupt, dass der User Inhalte generiert? Und wenn nicht, warum sollten Medien heute dennoch dem Standard sozialer Medien entsprechen?
Fragen, die auf eure Antworten warten…

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Medien und die Frage nach dem Wert von Teilen und Kommentieren

Kommentare sind das Salz in der sozialen Mediensuppe der Neuzeit. Sie sind Diskussionsgrundlage für effizientes Crowdsourcing. Und sie bieten Medien die Option, Titel, Themen und Tempo von Veränderungen in Märkten als Innovationsführer und Trendsetter voranzutreiben. Zumindest ist das meine Vision von modernem Journalismus…

In der Regel lese ich abends gerne die Inhalte, für die man während der Arbeitszeit keine Zeit findet und die ich potentiell gerne kommentieren möchte. Dementsprechend wollte ich gestern die Posts von ARD Börse Online “Social Media – Investitionshilfe oder Anlegerfalle?” und das dazugehörige Interview mit Prof. Klemens Skibicki “Social Web demokratisiert die Börse!” in Ruhe am Abend lesen.

Das Thema ist spannend und bewegt so manchen Banken-Chef sowie seine Marketing und PR-Verantwortlichen, wie mir aus diversen meiner Social Media Workshops bekannt ist. Entsprechend würde eine Diskussion hier sicherlich einen progressiven Ansatz verfolgen. Denn sowohl Anleger als auch Banken sind sich unsicher, inwieweit über Social Media Börseninformationen oder Investor Relations Inhalte publiziert werden dürfen bzw. sollen.

Der Post regte mich zum Kommentieren an. Dann folgt jedoch die große Ernüchterung. Es gibt keine Kommentarfunktionen bei ARD Börse Online.

Die üblichen Frage kommen auf: Hat die ARD noch nichts vom Thema User-Generated Content gehört? Hält sie davon und von Social Media insgeheim nichts. Sieht man sich immer noch als Gatekeeper der Information? Oder sind Kommentare des Lesers als wertloser Input einzustufen?

Auch als Sharing-Optionen offeriert das Medium lediglich “Druckversion” oder “Weiterleiten”. Wie bitte…? Soll man in der heutigen Zeit eine Massenmail an alle seinen E-Mail Verteiler schicken? Erst kürzlich rümpfte jemand die Nase, als ich nach drei Jahren mal wieder eine solche Massenmail verschickt habe mit den Worten “Rückfall in alte Zeiten…?”.

Dann schon lieber auf die Distribution der Inhalte via Google+, Twitter oder Facebook setzen. Man könnte ja gleich dort seine Meinung als Einleitung formulieren und dann den Link anfügen. Aber auch das wird bei ARD Börse Online nicht angeboten. So demokratisiert wie die Börse nun ist dank der Meinung des Experten, ist der Content Syndikationsweg der ARD Börse Online noch lange nicht. Kommentare und Sharing gibt es nur im Rahmen des Journalismus 1.0.

Grundsätzlich stellte ich mir gestern die Frage, ob man überhaupt einem Medium ein Interview zum Thema Social Media oder Social Web geben soll, welches eine Kommentieren und Teilen von publizierten Inhalten nicht ermöglicht, bzw. zulässt.

Die Antwort liegt zwischen dem persönlichen Anspruch aus Relevanz (Social Media) oder Reichweite (traditionelle PR). Will man das Thema inhaltlich weitertreiben und die Diskussion anregen, oder positioniert man sich im Themengebiet als Spezialist, der weitreichende Beachtung erzielen will? Das muss jeder für sich selbst entscheiden – auch ich habe der Absatzwirtschaft ein Interview zum Thema Bloggen gegeben, was nicht online sondern als PDF erschien.

Warum also sollten sich Medien Gedanken um den Wert von Teilen und Kommentieren machen?

- Wenn ein visionärer Gedanke oder ein Trend intensive Betrachtung und Diskussion verdient, sollte das geschriebene Worte nicht wie zu Martin Luthers Zeiten im stillen Kämmerlein diskutiert, sondern die Lesermeinung PUBLIK einbezogen werden – wie man früher auch Leserbriefe akzeptierte. Sonst ist zu unterstellen, dass man als Medium die Neuzeit und seinen AUFTRAG als öffentlich-rechtliches Medium nicht ernst nimmt.

- Wenn eine Frage gestellt wird, erwartet der moderne Leser, dass sowohl Experten der Börse oder Wirtschaft, die Social Media Gemeinde als auch die Leser/User von ARD Börse Online sich dazu äußern können sollten. Sonst werden nicht alle Teile der Wertschöpfungskette TRANSPARENT dargestellt.

- Wenn ein Social Media Experte seine Meinung äußert, erwartet er als Feedback ein Stimmungsbild der qualifizierten Massen derer, die den anderen Part des Involvements in der Wertschöpfung abbilden: die Börsianer, Banker, Broker. Sonst macht das Medium sich zum Abgesandten der Börsenwirtschaft und redaktionelle INTEGRITÄT kann in Frage gestellt werden.

- Wenn ein solches wirtschaftspolitisches und individual-kritisch finanzielles Thema diskutiert wird, dann ist es schlichtweg fragwürdig, wenn eine einzelne Meinung das Mass der Meinungsbildung ist. Sonst hätte der Autor die Überschrift nicht OFFEN als Frage formulieren sollen.

- Wenn die Überschrift als Frage formuliert ist, bekundet sie Interesse nach einer Antwort – vor allem in einem Community Centric orientierten Medium wie dem Social Web. Sonst verschließt man sich vor der Entwicklung des modernen Crowdsourcing, welches TRENDSCOUTING, INNOVATIONEN und LESERBINDUNG fördert.

- Wenn uns die Zukunft von SocialTV bevorsteht, aber Medien wie ARD Börse Online den Kommentar eines Zuschauers im Web nicht als wertvoll erachten, so steht zu bezweifeln, ob SocialTV unter Konvergenz oder Mitbewerb stehen wird. Sonst würde die Beziehung zwischen dem Film und der Diskussion schon längst und viel häufiger wie bei “The Voice of Germany” (Einblendung der Tweets) hergestellt sein.

- Und… Wenn man als Experte ein Interview einem Medium ohne moderne Kommentar- und Sharingoptionen gibt, sollte man darauf idealerweise progressives Crowdsourcing betreiben: Anschieben oder Verbreiten der Inhalte mit der Bitte um Feedback und Meinungsaustausch. Sonst verpuffen die guten Gedanken des Posts kommentarlos und ohne weiterführende, neue PERSPEKTIVEN für den Leser und die Redaktion. PS: Hr. Skibicki hat seinen Part hier übrigens gut gemacht!

Die Frage, die sich stellt… Wie wichtig ist die Kommentarfunktion in der heutigen Zeit wirklich? Wollen Medien überhaupt, dass der User Inhalte generiert? Und wenn nicht, warum sollten Medien heute dennoch dem Standard sozialer Medien entsprechen?
Fragen, die auf eure Antworten warten…

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