Wer war, wer kommt und wer bleibt – Fünf Jobtitel für die Zukunft der Webstrategie

Sind Jahresrückblicke sinnvoll? Braucht man sie in der heutigen Zeit der Informations- und Kommunikationsflut? Schafft man es da überhaupt noch, der Aktualität des Alltags zu entfliehen? Und was ist schon eine einzelne zurückschauende Meinung Wert? Welche Nachhaltigkeit kann sie haben?

Die diplomatische Antwort schlauer Professorenhirne wäre vermutlich: “Das kann man so und so sehen!” Wer gerne in die Zukunft schaut, der findet vermutlich an Ausblicken mehr Begeisterung – auch wenn sie meist auf Erkenntnissen beruhen, die sie erst so richtig zum Leben erwecken.

Wage ich also mal einen Ausblick in 2013 in die Zukunft der Webstrategie. Dazu möchte ich aber mal das Thema Webstrategie aus Sicht von The Strategy Web definieren. In 2012 haben wir sehr oft gemerkt, dass hier noch ein rechtes Unverständnis herrscht, was Webstrategie eigentlich ist:

“Webstrategie ist die Übersetzung der organisatorischen Ziele und Werte in Vorgehensweisen des Top-Managements und ihrer Teams für alle über das Web entstehenden und abzuwickelnden Businessprozesse. Die Webstrategie liefert das Zukunftsbild der Kundenkommunikation, das die Vernetzungstrends des Internet und die Tools der modernen Webentwicklung mit den individuellen Business-Taktiken vereint, um die übergeordnete Unternehmensvision zu verwirklichen. ©The Strategy Web GmbH 2012″

Anlehnend an diese Definition soll in diesem Jahr das Zukunftsbild in Richtung neuer Jobtitel gehen. Welche alten Jobrollen wackeln sowie welche neuen Aufgaben und Herausforderungen in Unternehmen gilt es für die Neuausrichtung bzw. Neuorientierung eines Unternehmens zu überdenken?

Diese nachfolgenden fünf Jobrollen sollten clevere Manager überdenken. Ob man sich die Personen dann leisten will, soll oder muss, ist eine Definitionssache für den Einzelfall. Wichtig werden diese Jobbilder auf jeden Fall.

Dass in der Rangfolge eine Logik besteht, denkt sich der geneigte Leser vermutlich. Für alle anderen formuliere ich es mal in eine Formel…
Wissen x Daten x Inhalt x Kultur x Kunde = Unternehmenserfolg

Entsprechend also mal schnell ein paar Gedankenanstöße zu den neuen Jobrollen.

a.) Corporate Knowledge Officer
Die größte Herausforderung für die Personalabteilung ist, die Perlen der unternehmerischen Wertschöpfungskette zu binden. Sie sind das Wissen des Hauses, die Säulen der Produktivität. Verlässt eine Säule das Unternehmen, geht in der Regel das Wissen mit dieser Person verloren. Was passiert, wenn Menschen erkennen, dass die fütternde Hand des Unternehmens wenig Sicherheit und Altersabsicherung im Jahr 2025 bietet? Was ist, wenn die Millennials, die in 2020 fast die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, dem klassischen Arbeitsbild entsagen und eher projektorientiert Wissen zur Verfügung stellen? Was wenn Wissensarbeiter sich gar nicht mehr anstellen lassen in 2015, weil man ihre Hirnleistung kaufen kann?

Wer Social Business versteht, wer Wissen sichern und “immer verfügbar” lagern will, kommt am Corporate Knowledge Officer nicht vorbei. Sie sind Game Changer für Analysten, Marktforscher und große Beratungshäuser.

b.) Corporate Data Scientist
Die Welt spricht Big Data. Buzzword oder Biz-Wert? Kaum ein Wort wurde so oft gebraucht in der Wirtschaft 2012, in der der Terminus Webstrategie oft noch ein Fremdwort ist. Sieht man sich nur an, was in 60-Minuten im Web an Daten anfällt, oder wie schnell Gespräche sich entwickeln, so wird das Datenaufkommen für den Wertschöpfungsprozess eine wahre Herausforderung. Aber wer leistet sich den Menschen, der in der Zukunft so begehrt sein soll laut Harvard Business Review? Wo ist diese Person im Excelsheet, dieser Forscher, Logiker und Mathematiker in einer Person? Noch gibt es wenige davon. Sie sind diejenigen, die wissen, wie man den 0 und 1 Prozess auf den Kopf stellt, um so Rückschlüsse auf neue Inhalte und Werte zu ziehen.

Wer nicht bei Data Mining und Business Intelligence aufhören will, sollte den Wert des Corporate Data Scientist erkennen. Sie sind Herausforderer für PR- und Marketingverantwortliche, die CEOs mit Daten und Fakten überzeugen müssen.

c.) Corporate Content Officer
Inhalte formen Daten. Aber Inhalte sind die schwächste Produktionsstätte der Unternehmen. Oft ausgelagert bei PR-Experten oder Medienhäusern, die heute selbst am kämpfen sind. Wer soll im Unternehmen Inhalte recherchieren, schreiben, ausformulieren und terminieren? Wer kann Inhalte priorisieren, aggregieren und kuratieren? Und wo bekommen die Unternehmen die Expertise her, ein Medienunternehmen zu werden? Wenn Content Marketing die Zukunft ist, wer bereitet den Weg von PR und Marketing hin zum journalistischen Zwitter, den man in meinen Augen als undefinierbare Mischung aus Corporate Publishing und Community Management bezeichnen könnte.

Wer Gespräche als Chance sieht und den Sinn integrierter Communities in Webseiten versteht, macht vor dem Einsatz eines Corporate Content Officers nicht Halt. Sie sind Medientrainer und Chefredakteure des Unternehmens, die alle Unternehmenseinheiten zur Inhaltsproduktion bewegen.

d.) Chief Culture Officer
Mit einer veränderten Inhalts- und Datengenerierung sowie einem neuen Verständnis für Wissensmanagement geht eine unternehmerische Kulturveränderung einher, die Grant McCracken in seinem Buch eingehend beschreibt. Menschen müssen neue Plattformen verstehen. Mitarbeiter müssen den Nutzen von neuen Tools und Techniken begreifen, bevor sie zum Einsetzen selbiger gehievt werden. Auch wenn, wer die Email nicht mag, eben Mitarbeiter- und Kundenkommunikation auf Stream-Working ändert. Doch wer die Kultur der Offenheit und Transparenz ablehnt, wird auf der Strecke bleiben. Bei Leuchttürmen kann das Unternehmen bitter zu stehen kommen.

Wer die Herausforderung des Arbeitens mit zahlreichen Projekt-Plattformen kennt, weiß welchen Mehrwert ein Chief Culture Officer mit sich bringen kann. Er ist verlängerter Arm des Managements, der menschliche “Erklär-Bär” und gleichzeitig sehr nah am Personalwesen dran.

e.) Chief Customer Officer
Kunden verändern mittels offener Kommunikation, Lob und Kritik die Spielregeln. Was einst Top-Down ist heute Bottom-Up. Der Kunde ist König. Ein Satz, der Kunden früher zum Weinen einlud. Heute bringen die 3 R’s (Rating, Review, Recommendation) des sozialen Kunden eher die Manager zum Weinen. Sie lassen ganze Umsatzströme erzittern. Wer aus der Konversation mit Kunden seine Erfahrung gewinnt, die Daten in Inhalte fließen lässt und eine Kultur der Kooperation schaffen kann, der versteht das Wort Empathie. Der schafft Begeisterung an Marken, an Produkten und an Unternehmen.

Wer die Community der Kunden als Ökosystem der Erkenntnis akzeptiert, wer dabei Markenadvokaten, Kritiker und Nörgler als gleichberechtige Prozessbeteiligte sieht, wird den Chief Customer Officer als Institution in Betracht ziehen. Diese Personen sind Game Changer für Vertriebler und Kundendienst-Mitarbeiter.

Noch nie habe ich soviel über Jobdefinitionen und Jobrollen gesprochen, diskutiert und philosophiert wie in 2012. Sei es auf Kongressen als Moderator auf B2B-Events als Sprecher oder auch als rebellischer Start-Up Panelist. Ob die Jobbilder Realität werden? Noch einmal, entscheidet Ihr…

Ja, 2012 war ein tolles Jahr. Danke an alle, die es dazu gemacht haben. Einen guten Rutsch in 2013 allen Freunden, Fans und Followern. Ich freu mich auf Euch…!

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Der feine Unterschied zwischen Social Media und Social Business

Credits: © Yuri Arcurs – Fotolia.com

Für Business Entscheider ist es wichtig, den Unterschied zwischen Social Media und Social Business zu verstehen. Das gilt aber nicht nur für die Marketing- oder Presseabteilung. Wer sich diesem Unterschied nicht widmet und sein Unternehmen darauf umstellt, wird sich schwer tun im heutigen Mitbewerbsumfeld zu bestehen.

Die Frage ist also, was sich hinter dem Terminus “Social Business” grundsätzlich verbirgt. In einigen Konferenzen und Keynotes habe ich mich in den letzten Wochen zum Thema Social Business geäußert und den Unterschied zu Social Media herausgestellt. Das will ich mal schnell zusammenfassen. Denn Gründe, warum sich Unternehmen noch dagegen wehren, sind zahlreich vorhanden.

Social Business ist ein Kulturwandel und geht grundsätzlich mit einem nicht unbedeutenden, aber oft gar nicht so aufwendigem Change Management Prozess einher. Alleine beim Wort “Change Management” dreht sich bei so manchem Business-Entscheider allerdings der Magen um. Chancen werden da eher in Frage gestellt. Und das obwohl Firmen wie IBM, SAP, Cisco, Bayer, Kuka Roboter oder BASF bereits von den Erfolgen auf so mancher Veranstaltung berichtet haben.

Social Business wird oft als Marketing- und PR-Aufgabe verstanden, sprich als Externe Kommunikation. Doch der wahre ROI liegt in der internen Kommunikation und dem Commitment der Mitarbeiter, die Herausforderung der Business-Expansion durch gemeinsame Kommunikation anzunehmen bzw. sich mit dem Unternehmen oder der Marke zu zu identifizieren.

Abteilungen wie Kunden Service und Personalabteilungen beschäftigen sich zwar mit Social Media, aber in der Regel deren Möglichkeiten der Einschränkungen der Mitarbeiter im interaktiven Engagement während der Arbeitszeit im Sinne der Produktivität (Fehlinterpretation!) und Automatisierung. Dass Social Business wie ein kontinuierliches integratives Trainigs- und Fortbildungsprogramm für Mitarbeiter sein kann, wird meistens verkannt.

Social Business könnte aber auch als Chance gesehen werden, dass Mitarbeiter interne Businessprozesse, Marktwissen und Managementziele besser verstehen. Das erfordert aber eine interne Kommunikation, die nicht auf einer 1:1 Kommunikation basiert. Da müssen Business-Entscheider erst verstehen, dass die Email kein Allheilmittel ist, sondern Stream-Kommunikation und Community Austausch schneller und wesentlich effizienter sind.

Social Business sucht nach den Chancen der Business-Generierung durch Kollaboration, die sowohl intern wie extern laufen kann. Social Business ist wie eine Brücke, die zahlreiche Unternehmen wie Gatekeeper bewachen, um schön zwischen Hierarchien, zwischen Abteilungen, dem Partner- und Resellerverhältnis oder der Beziehung zum Kunden zu differenzieren. Diese Wächter braucht niemand mehr und Unternehmensführer sind gut beraten, sich ihrer zu entledigen.

Social Business liefert kritischen Input für Business-Entscheidungen und Business-Generierung. Beides lässt sich dank Social Media Messinstrumenten in schnellere Management-Entscheidungen drehen. Denn, wenn nicht eine Entscheidung die Last der Verantwortung trägt, sondern zahlreiche Schultern, die alle an der Wertschöpfungskette beteiligt sind, dann reden wir nicht mehr von Social Media.

In einem Interview hat Ed Brill, den wir mit The Strategy Web vor ein paar Wochen interviewt haben, auch nochmal kurz und knapp den Unterschied zwischen Social Media und Social Business zusammengefasst: Social Business ist das Einbinden der Mitarbeiter in einen sozial offenen Prozess. Also einen Prozess, der Mitarbeiter, Partner, Kunden und den Markt als interaktive Gemeinschaft zusammenführt. Entsprechend haben wir vor einiger Zeit das “Community Centric Strategy” Modell entworfen. Es geht darum, die richtigen Menschen des Marktes, interne wie externe, in einem Kommunikationsprozess zusammenzubringen, um Probleme zu lösen, innovativ zu sein, Antworten zu geben, mit der gemeinsamen Absicht, den Markt besser zu verstehen.

Eigentlich gar nicht so schwer, oder…?

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Studie: Sind deutsche Banken reif für Social Media?

Eine aktuelle Studie “Social Media Reifegrad der Finanzindustrie – quantitatives und qualitatives Scoring von Finanzinstituten” der Managementberatung Anxo Financial Services, über die die absatzwirtschaft exklusiv berichtet, zeigt die Commerzbank als führend in Sachen Social Media unter den deutschen Banken. Nach einer Untersuchung der Social-Media-Aktivitäten und Webseiten von 45 führenden deutschen und internationalen Finanzinstituten -basierend auf 87 Kriterien- folgen die DZ Bank und die Deutsche Bank auf den Plätzen 2 und 3. Grundsätzlich ist aber noch hoher Optimierungsbedarf bei den Top-20 Banken und Top-10 Direktbanken in Deutschland.

Grundsätzlich sind die Finanzinstitute noch nicht sehr weit bei ihren Sozial Media Bemühungen. Den “Social-Media-Reifegrad” bewerten die Unternehmen noch als zu gering. Aber auch ein guter Webauftritt ist nach der Studie noch kein Garant für erfolgreiche Internetauftritte. So zeigen vor allem die Direktbanken, die ja bisher als online-affine Experten einzustufen waren, in Zeiten des Social Web doch erhebliche Schwächen beim Engagement mit den Usern auf. Grundsätzlich bemängelt die Studie die nachbesserungswürdige Verknüpfung der eigenen Homepage mit den Fremdplattformen, sprich von Social Media mit dem Unternehmenswebseiten.

Grundsätzlich stützen die Banken ihr Social Media Engagement vorwiegend auf die Säulen der sozialen Business-Netzwerke XING (97%) und LinkedIn (80%), zeigt die Studie. Aber auch die Plattformen Twitter (67%) und Facebook (50%) kommen zum Einsatz. Hingegen steht das Verständnis für hauseigene Community Plattformen, Foren oder Blogs noch weit hinten an. Der Einsatz dieser Taktiken sei noch lange nicht in seinem Potential erschöpft.

Die “Social Media reifen” Bestperformer unter den Banken stellen die Echtzeitkommunikation ins Zentrum der Kundenkommunikation, um so die richtige Kundenidentifizierung mit dem Unternehmen zu schaffen. Dabei werden Kundenmehrwerte geschaffen, die Nähe und bedarfsgerechte Dienstleistung und Prozessinnovation ermöglichen. Marc Sieger von der Anno Management Financial Services definiert es so…

“Sie verfallen nicht dem “Trial and Error Prinzip” und schaffen es dadurch, die wesentlichen Faktoren für einen nachhaltigen Vertrauensaufbau zu adressieren.”

Da die Studie bereits die zweite ihrer Art ist, kann man auch schon die Entwicklungen der Banken verfolgen. So hat die DZ Bank im quantitativen Scoring ganze 38 Punkte hinzugewonnen und somit seine Punktzahl mehr als verdoppelt. Auch im Vergleich zur durchschnittlichen Entwicklung von 7,4 Punkten zeigt sich die DZ Bank als klarer Gewinner unter den Aufsteigern.

Banken-Verantwortliche, die sich mit dem Thema Social Media intensiver beschäftigen wollen, sei das Seminar “Social Media in Banken und Versicherungen” ans Herz gelegt, welches wieder am 14.-15.05.2012 in Starnberg bei München stattfinden wird. Als kleinen Vorgeschmack können sich die Marketiers der Banken ja schonmal die Kategorie dieses Blogs “Wer bloggt, bleibt!” durchlesen. Und wenn es gefällt, melden sie sich einfach hier zum Seminar an…

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Eine Content Strategie mit Zukunft – Der Coca-Cola Ansatz

Dass die richtige Content Strategie nicht so einfach zu finden ist, wissen Unternehmen entweder aus eigener Erfahrung oder weil entsprechende Studien davon reden, die diese These (vor allem in B2B Unternehmen) belegen. Wenn man sich dann noch den Wachstumsmarkt für Content Marketing vor Augen hält, so kann man sich vorstellen, wieviel Gedanken sich Unternehmen hierzu machen. Für die meisten Firmen ist dabei immernoch der klassische Ansatz “Die inhaltlichen Ideen und Konzepte der Kreativ-Agenturen werden schon richtig sein!” das Allheilmittel.

Bei Coca Cola denkt man inzwischen anders. Hier setzt man auf Storytelling und den partnerschaftlichen Ansatz bei der Erstellung von Content. Ein Fallbeispiel welches meine Commmunity Centric Strategie untermauert. Die Social Media Aktivitäten von Coca-Cola und die Ergebnisse scheinen ihnen recht zu geben. Die Facebook-Page zählt heute über 39 Millionen Fans und wächst beständig. Auch dem Twitter Account folgen fast eine halbe Millionen Twitterati.

Für Coca Cola zählt zukünftig das Verbraucher-Feedback und einen kollaborative Zugang und die Zusammenarbeit mit der Zielgruppe. Mit gezielten Fan-Gesprächen und Crowdsourcing auf vorwiegend den oben genannten Plattformen sollen Inhalte generiert werden. Entscheidend ist dabei weiterhin die direkte Zusammenarbeit mit “Film, Funk und Musik”.

Die nachfolgenden illustrativen Video-Erläuterungen “Coca-Cola Content 2020″ von Jonathan Mildenhall zeigen die neue Content Strategie des Unternehmens. Interessant finde ich speziell die 5 Wege des Storytelling: Serial Storytelling, Multi-Faceted Storytelling, Spreadable Storytelling, Immersion & Discovery Storytelling, Engagement Through Storytelling. Diese sollten sich Unternehmen besonders ansehen, wenn sie von ihrem “Frontalunterricht” mit ihren Kunden wegkommen möchten.

Aber seht selbst…

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=LerdMmWjU_E&w=560&h=315]

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=fiwIq-8GWA8&w=560&h=315]

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JamCamp 2011 – Gedanken, ein Jahr später…

Das JamCamp 2011 glich -im Vergleich zum letzten Jahr- mehr einem klassischen Businessevent denn einem Barcamp. Eine Konzeptänderung? Nicht unbedingt. Das Vorspiel blieb gleich. Der IBM Bus tourte wieder 14 Tage mit Bloggern und Vordenkern eine Woche durch Deutschland, um die Mission „Social Business“ zu einer Vision für zahlreiche Unternehmen werden zu lassen.

Wo auf dem letztjährigen Jamcamp noch interaktiv über Vorträge abgestimmt wurde, gab es 2011 ein volles Programm aus Keynote Präsentationen und Parallelvorträgen. Der Open Space Vortragsbereich fristete einem „Abseitsdasein“. Einige Präsentationen taten es in diesem Bereich dem leider qualitativ gleich – laut diverser Teilnehmer.

Dass Event nach Frankfurt zu verlegen, um es der IBM Heimat und dessen Einfluss zu entziehen, kann ich verstehen. Will man es doch dem IBM Business Modell Touch entziehen. Es wird sich im nächste Jahr zeigen, inwieweit man das Konzept von starken IBM Talk lösen kann und will. Der inhaltlichen Entfaltung der Thematik würde es sicher gut tun, andere Social Business Player noch mit aufzunehmen.

Als ich am Frankfurt Fernbahnhof ankam, machte ich zufällig die Bekanntschaft eines leitenden Consultant eines Flugkonzerns. Er hatte sich erstmalig zu einem Jamcamp aufgemacht, da der „Social Trend“ vermutlich nicht halt machen werde vor dem Business. So seine Worte. Wie recht er hat. Seine Erwartungen waren entsprechend hoch.

Inhaltlich bot das Jamcamp alle notwendigen Themen und Gedankenansätze, die das Thema Social Business in sich trägt – technologisch, personalpolitisch, wirtschaftlich, zukunftsorientiert. Der “neumodische” Arbeitsalltag mit Cloud Computing, Mobilität und “Always on” wurde auf unterschiedlichste Art und Weise beleuchtet, aber immer mit dem Fokus des Business Mehrwertes, und meist realistisch.

Nachdenkenswerter Leitsatz für mich war: „Kultur schlägt Strategie!“ Das liefert virtuellen Raum für Interpretation, Illustration und Kreativität. Auch wenn die Aussage „Bringt Zeit und Geduld mit bei der Umsetzung und Implementierung“ faktisch viele Falten auf die Stirn zauberte. Vor allem bei jenen, die in Excel Sheets die Integration von Social Business in die Planung des nächsten Geschäftsjahres einbringen wollten.

Persönlich stelle ich fest, dass die Beurteilung von Vorträgen für mich immer schwerer wird, da man irgendwie an der Spitze der Trends, neuen Tools und Entwicklung des Social Web knabbert. Dass Vorträge von Prof. Gunter Dück, Uwe Hauck und Cordelia Krooß ansprachen, mag hierfür ein Beleg sein. Sie treffen sich inhaltlich mit einigen meiner Aussagen.

Konzepte wie „Buy my skills!“ (Niemeyer Definition) oder „Buy my brain!“ (Meyer-Gossner Definition) werden sicherlich so manchem Personaler noch als bittere Pille im Hals stecken bleiben auf dem Weg zu mehr Flexibilität und einem möglichen Zweitengagement eigener oder „eingekaufter Mitarbeiter“ in der Zukunft. Kann zum Problem werden  oder eine moderne Chance der Wissenserweiterung im Unternehmen darstellen. Alles eine Frage des Weitblicks und eines möglichen Kulturwandels im Unternehmen.

Was der Flugkonzern Manager am Schluss meinte…? Er war begeistert von der Veranstaltung, von den Inhalten, von den Ansätzen des Umdenkens. Manchmal würde man sich wünschen, es wären mehr Manager und C-Level Verantwortliche bereit, ein oder zwei Tage zu investieren, um einen Blick in die Zukunft des modernen Arbeitsplatzes zu werfen. Ob sie im nächsten Jahr kommen…? Wir werden sehen. Auf jeden Fall wünsche ich es dem Team um Stefan Pfeiffer, das das JamCamp toll organisiert haben.

Spot On!

Auf dem Jamcamp habe ich nach „Personal und Employer Branding“ im letzten Jahr dieses Jahr das Konzept der „Community Centric Strategy“ (siehe Video) gelauncht. Es war einerseits ein „Plädoyer“ für den Kunden im Mittelpunkt der Webstrategie. Aber auch ein neues Beratungsmodell der neu gegründeten The Strategy Web GmbH. Andererseits war es aber ein Wachrüttler für Unternehmen hin zur Konversation mit dem Kunden.

Lob_zum_vortrag_ccs
Zitat_stefan_pfeiffer

Wenn Unternehmen nicht verstehen, wer sie füttert, werden sie verhungern. Oder sie machen den Mitbewerb fett machen. Im Moment definieren Unternehmen ihre Kunden immer noch als Ziele und nicht als Community Center, die den organischen Wachstum nähren. Es wird spannend sein, wie Unternehmen diese Herausforderung füttern. Das Feedback auf das Strategiemodell war auf jeden Fall positiv und wird auch bald als Webseite gelauncht. Ich freue mich auf euer Feedback und die Zukunft im Social Business.

CU at Jamcamp 2012!

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Booz & Company Studie: Unternehmen investieren in Social Media. Aber in was…?

Die internationale Strategieberatung Booz & Company hat sich mal den DACH-Markt mit einer Social Media Studie vorgenommen, wie jetzt die WUV berichtet. Die Studienergebnisse klingen euphorisch: 80% der Entscheidungsträger prognostizieren, dass Social Media einen höheren Stellenwert im Tagesgeschäft der Geschäftsführer ihrer Unternehmen einnehmen wird. Eine gute Nachricht…

Große Unternehmen beabsichtigen demnach eine Budgeterhöhung um 22% von 206.000 auf 250.000 EUR. Besonders investitionsbereit sind laut der Studie offensichtlich Telekommunikationsbranche und Konsumgüterindustrie. Das Personal soll von drei auf sieben Personen in Vollzeit-Stellen wachsen. Das klingt, als ob die Firmen in Personal investieren und Social Media Inhouse ansiedeln. Auch das ist eine gute Nachricht…

Der Studie zufolge, scheint auch der Mittelstand die Wichtigkeit des Themas erkannt zu haben und will nun Budgets für die Aktivitäten in sozialen Medien um ein Drittel erhöhen. Die Aussage des Social Media Experten von Booz & Company, Alexander Sova, klingt dabei für mich nicht unbedingt wie eine gute Nachricht…

“Unternehmen mittlerer Größe sind hier teilweise “stuck in the middle”. Einerseits sind sie zu groß, um Social Media mit geringem Aufwand einfach “auszuprobieren” oder gar zu ignorieren. Andererseits fehlen ihnen aber auch vielfach die Ressourcen, um das Thema umfassender anzugehen.”

Einfach mal “auszuprobieren”, kommt einem Webansatz aus der Zeit zwischen 1995 und 2002 gleich. Da wurde einfach mal eine Webseite für das Unternehmen erstellt und sich dann gewundert, warum sie letztendlich wenig frequentiert wird und die Pflege auch noch Resourcen kostet. Es gab eben keine Webstrategie dahinter, keine Einbettung in die tagtäglichen Arbeitsprozesse und kein strategisches Ziel, was man mit der Webseite beabsichtigt und wie man sie in das traditionelle Business einbindet.

Ignoranz gegenüber Social Media ist fahrlässig: Weniger aus Sicht der Gefahr oder sonstiger Panikmache, welche ein Unternehmen selbst am besten für sich einschätzen kann, denn aus Sicht des Wachstum-, Netzwerk- und Gesprächspotentials. ROI sollte nicht als “Risk of Ignorance” oder “Return on Ignorance” sondern als “Return on Indexing” (siehe hierzu auch den Ansatz des Personal Scoring Index) verstanden werden.

Die notwendigen Ressourcen findet man -und das sage ich aus zahlreicher Seminarerfahrung- mit einem ordentlichen Strategieprozess, der Kosten und Personal verifiziert. Interessanterweise wird die externe Brille der Strategieberater laut Studie nur im Sinne des Marketings bei Social Media Kampagne aufgesetzt. Geht also hier das Budget letztendlich hin? Kampagnen? Zahlreiche Beispiele der letzten zwei Jahre haben mir gezeigt, dass hier mehr Geld verbrannt denn gemacht wird. Das Thema Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke, der Kern von Social Media, wie oft auch dessen Strategie in Zusammenhang mit einer Webstrategie.

Nochmal zum Verständnis: Social Media ist keine Disziplin, sondern eine Einstellung zum Thema Strategie im Business!

Vor rund einem Jahr haben Heike Bedrich und ich die 3-Säulen-Strategie entwickelt. Die Kernelemente sind dabei die Vermenschlichung der Marke, stabile Organisationskultur “Pro Social” und das Erstellen von Automatisierungsprozessen. Auf der dmexco 2010 haben wir in einem Interview das Modell noch einmal genauer erläutert.

Es stellt sich die Frage… Wo fließen die Budgeterhöhungen rein? Personal, Kampagnen oder Beratung? Gibt es Erfahrungen mit dem “Trial-and-Error” Ansatz? Wie kann Automatisierung von Prozessen eurer Meinung aussehen? Und was haltet ihr von der 3-Säulen-Strategie? Ich bin gespannt…

PS: Unternehmen, die Social Media sinnvoll und fundiert einsetzen wollen, können sich auch in einem Seminar weiterbilden oder einen unternehmensspezifischen Strategieprozess durchlaufen (Kontakt bitte hier aufnehmen).

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