Brechen wir mal eine Lanze für Print-Medien…!

Die Zukunft der Printmedien zu deuten, ist ein schwieriges Unterfangen und nicht wenige haben hier schon viele Prognose (unbedingt Kommentare dort lesen…) abgegeben. Erst im November letzten Jahres hat Future of Media einen weltweiten Ausblick gewagt, wann Zeitungen das Zeitliche gesegnet haben.

Ende_der_zeitung_prognose

Es an der Zeit mal ein paar Gegenthesen aufzustellen. Denn wie ich vor kurzem schonmal bekannt habe, bin ich obwohl digital im Herzen immer noch dem Printmedium treu (wenn auch nur in besonderen Stimmungen und Situationen) und sehe viele Gründe, warum Print in manchen Stimmungen und Situationen sogar einen höheren Reiz hat als Online. Auch wenn Online wächst wie wild…

Stellen wir also mal 3 Thesen auf, warum Print weiterleben wird.

1. Was die letzte Studie erkennt…

Eine aktuelle Studie von Promedia befragte Kinder und Jugendliche (Gen Z) im Alter von 8-19 Jahren zu ihren Nutzungsgewohnheiten von Tagezeitungen und Online-Nachrichtenportalen. Ergebnis: 55% der Befragten bevorzugen die Tageszeitung. 66% der Jugendlichen und 64% der Kinder gaben an, sehr häufig, regelmäßig oder zumindest gelegentlich die Zeitung zu lesen. Auch Youngcom erzielt in einer Marktbefragung von 13-20 Jährigen Werte, die Print am leben halten: 35% lesen gerne Tageszeitungen – auch wenn die Internetnutzung deutlich gestiegen ist.

These: Was vorgelebt wird, wird auch von Kindern und Jugendlichen weitergelebt.

2. Was der Zugang kann…

Jeder Mensch will heute Informationsvorsprung aufgrund von permanentem Zugang zu Nachrichten. Ist aber die Webseite schlecht gemacht ist, verzichtet der User gerne auf die digitale Erfahrung und genießt die Haptik eines Print-Mediums. Wer im Flieger sitzt, oder sich mal von der genialen W-LAN Verbindung in Zügen überzeugt hat, der kann oft sowieso nur Print „erleben“. Oft geht hier (derzeit noch) nichts anderes, oder ist mit 10,80 EUR pro Stunde in keinem Preis-Leistungsverhältnis. Mal ganz abgesehen von der Einfachheit einen Artikel als Ganzes in einem Fluss zu lesen, ohne den Umweg über diverse Zwischenklicks gehen zu müssen.

These: Der Mensch greift sich das Medien, welches in der Situation gerade kosten-effizient und verfügbar ist.

3. Was Print-Journalismus sein könnte…

Das Magazin „Wired“ ist für mich hier vorbildlich, denn es beleuchtet mit investigativem Journalismus ausführlich und mit eigener Kommentierung die Zukunft diverser Themen. Artikel sind nur schwierig online lesbar, da in den meisten Fällen zu komplex und zu intelligent aufbereitet. Im Printmedium erfasst man diese bewusster, gründlicher und nachhaltiger. Nicht umsonst sehe ich permanent Leute in meinem Beziehungsgeflecht, die sich die Printausgabe kaufen. Die Diversifizierung von Inhalten nach User und seiner Nutzungssituation sowie situativem Bedürfnissen müssen von den Machern der Medien erkannt werden. Dann ergänzt sich auch Print und Mobile

These: Die Medien-Macher müssen für PrOnMo (Print, Online, Mobile) Qualitätsunterschiede positionieren, um Print am leben zu halten.

Die Frage stellt sich… Kann das alles Print retten bei der starken Konkurrenz von Plattformen, die die Welt der Nachrichten verändern? Wird Online selbst Opfer von Print? Oder wird es das gleichberechtigte Nebeneinander von PrOnMo geben?

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