Wie Online Videos die TV-Welt verändern

Das Fernsehen kann erstaunlicherweise immer noch Zuwachsraten bei der Nutzung vorweisen. So stieg die Nutzungszeit auf immerhin 242 Minuten pro Tag pro Fernsehzuschauer an ((1) AGF/GfK, jeweils 1. Halbjahr, ARD/ZDF Onlinestudie). Dennoch befindet sich die Branche in einer schwierigen Situation. Immer mehr Zuschauer beschäftigen sich während des Fernsehens mit einem Zweitbildschirm und die jungen Zuschauer nutzen verstärkt alternative Videoangebote und stillen ihren Hunger nach Information und Unterhaltung auf anderen Plattformen.

Denn Online Videos sind mittlerweile überall zu finden und bequem abzurufen: auf Desktop, Smartphone, Tablet und auf dem SmartTV im Wohnzimmer. In Deutschland wurden in einem Monat durchschnittlich 175 Online Videos per Viewer geschaut. Weltweit schauen 1,3 Milliarden Menschen im Durchschnitt 162 Online Videos pro Monat. Und die Nutzung findet hauptsächlich auf Youtube statt. YouTube ist immer noch die Online-Video-Plattform Nr. 1, danach folgen Facebook und andere Online-Video-Plattformen wie VEVO und Hulu oder in Deutschland die Mediatheken der Sender (comscore Video Metrics).

Und die Nutzung steigt weltweit weiter an. Im Jahr 2013 werden Online Videos 91 Prozent des gesamten Internet Traffics ausmachen und besonders die jungen User verbringen weit mehr Zeit mit Online Videos als mit dem TV-Programm. Deshalb reibt sich auch manch Verantwortlicher in den TV-Sendern die Augen und sucht nach neuen Möglichkeiten, um mit seinen Inhalten online und mobil mitzumischen. TV-Sender haben begonnen, ihre Inhalte im Netz zu verlängern. Sie aggregieren ihren Inhalte oder bieten eigene Mediatheken oder Apps an. Sie verlängern ihre Sendungen in Facebook wie RTL2 mit ihrer Daily Soap ‘Berlin Tag & Nacht’, um mit den jungen Zuschauern im Netz interagieren zu können und sie zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erreichen. Es scheint, dass derzeit ein regelrechter Run ins Netz stattfindet. Wer jetzt nicht drin ist und seine Inhalte adäquat zur Verfügung zu stellen weiß, wird es schwer haben, den Anschluss zu finden.

Denn die Mehrzahl der derzeit vorhandenen Online Videos stammt eben meist nicht von TV-Sendern, sondern von Usern (User Generated Content), von Markenunternehmen (Branded Entertainment) oder von neuen Produktionsgesellschaften wie Endemol beyond oder PutPat, Mediakraft etc. Diese Anbieter haben sich bereits bestens mit neuen Formaten positioniert. Besonders in der jungen Zielgruppe. Ein bekanntes Beispiel ist y-titti, ein Format von Mediakraft. Ein Format, das begeistert, geteilt und millionenfach abgerufen wird. Laut Mediakraft, die auf der diesjährigen AVMD (Audiovisual Media Days) in München zu Gast waren, verzeichnet y-titti mehr als 1,6 Millionen Abonnenten auf YouTube. Für das Gesamtnetzwerk verzeichnet Mediakraft 8,5 Millionen Unique Viewers pro Monat und bezeichnet sich selbst als Leitmedium für Jugendliche.

Trotz neuer Player und dem Run auf Online Videos schaute Gerhard Zeiler von Turner Broadcasting System auf dem TV-Wirkungstag dennoch deutlich optimistisch in die Zukunft. Er sagte der Gattungsmarke Fernsehen sogar eine rosige Zukunft voraus. Die Branche sei bestens positioniert, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Die Gattung TV erlebe keine Revolution, sondern eine Evolution – noch nie wurde soviel Fernsehen geschaut wie heute. Und Fernsehen ist im medialen Vergleich stärker denn je und es ist immer noch die tragende Säule des Mediengeschäfts. Dennoch müssen TV-Sender reagieren, indem sie ihre Inhalte auf allen Geräten bereitstellen, in die Programmqualität und in Experimente investieren. Darüber hinaus gibt er der Branche den Tipp, sich mit einer starken Sendermarke zu präsentieren.

Audiovisual Media Days 2013

Aber ob das tatsächlich hilft, mag ich an dieser Stelle bezweifeln. Viel zu stark hat sich der Online-Video-Konsum bei Jugendlichen etabliert. In den Jugendzimmern findet man keine Fernseher mehr und die Bedeutung des TV-Geräts im Wohnzimmer wird weiterhin abnehmen, so jedenfalls Dr. Hentschel von Goetzpartners auf den Audiovisual Media Days in München. Werden sich die Jugendlichen tatsächlich wieder den Programmen der etablierten TV-Sender zuwenden oder werden sie ihren Bewegtbildkonsum anderweitig stillen? Und dabei ist es nicht entscheidend, auf welchem Gerät sie Bewegtbild nutzen, dies kann auch weiterhin der große Bildschirm im Wohnzimmer sein, auf dem ein Spielfilm einfach besser rüberkommt und man diesen mit Freunden oder der Familie gemeinsam genießen kann. Die Frage ist, ob der User sich sein Angebot über YouTube selbst mixt oder hierfür einen Film aus dem TV-Programm wählt? Vielleicht nutzt er auch ein OnDemand- oder PayTV-Angebot oder er schaut sich IP-basiert einen Film auf dem Fernseher an. Vielleicht baut sich der Zuschauer / User oder wie man den Bewegtbildkonsument der Zukunft auch immer nennen möchte, sein eigenes Programm aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten zusammen und nutzt diese über alle verfügbaren Bildschirme. Aber vielleicht ist der User auch bequem und er freut sich, wenn Programmverantwortliche ihm ein individuelles Programm für den Tag zur Verfügung stellen. Das TV-Gerät wird also zur Plattform und diese Plattform wird in jedem Fall in vielen Wohnzimmern eine neue Rolle einnehmen.

TV is a geography. A Place. A Function.
TV is not just a box in the corner of the room.  Tej Rekhi, DG

TV-Sender müssen sich in diesem Wettbewerb neu positionieren und ihre Qualitäten über eine starke Sendermarke dem jungen Publikum präsentieren. Machen sie das nicht, dann überlassen sie das Feld neuen Playern. Und das kann meines Erachtens schneller passieren, als ihnen lieb ist.

 

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2013/04/AMD2013-300x200.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

TV: Alles neu und doch weiterhin die Nummer 1

© apops – Fotolia.com

77 Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Online-Video. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat diese beeindruckende Zahl kürzlich verkündet. 50 Prozent sehen Filme und 47 Prozent schauen bei Live-Events über das Internet zu, in beiden Fällen etwa 12 Prozent auf mindestens wöchentlicher Basis. Die 16- bis 34-Jährigen weisen die höchste Nutzungsintensität auf. In der kürzlich veröffentlichten Studie von Adobe „Adobe Digital Index“ wurde zudem festgestellt, dass Inhalte von TV-bezogenen Medienseiten über alle Geräte deutlich häufiger bis zum Ende geschaut werden, als Inhalte von nicht TV-bezogenen Seiten. Die Inhalte werden vor allem auf Tablets konsumiert.

Dennoch ist es erstaunlich, dass der Großteil der Werbebudgets immer noch ins TV wandert. Im Jahr 2012 konnten die deutschen TV-Sender immerhin 11,34 Milliarden Euro Bruttowerbeumsatz verbuchen. Und auch in den USA wird die Hälfte der Werbeausgaben für TV-Werbung ausgegeben, obwohl die Zuschauerzahlen rückläufig sind. Eine Studie von Adobe will herausgefunden haben, dass zwei von drei Konsumenten TV-Werbung für effektvoller als Online-Werbung halten soll.

“The study revealed that two-thirds of consumers believe that television commercials are more effective than online advertising and that online banner ads do not work (54%).”

Zu einer ebenfalls deutlichen Aussage bezüglich der Werbewirkung von TV-Spots kommt eine Studie von Innerscope, die bereits im Jahr 2010 feststellte, dass Mediennutzer sich mit einem TV-Spot 30-mal stärker beschäftigen als mit Online-Display-Werbung.

Allerdings ist es ratsam, dem Trend des Second-Screens zu folgen und in der Werbung auf eine Kombination von TV und Online zu setzen. Denn die positive Wechselwirkung, die zum Beispiel erzeugt wird, wenn der Mediennutzer TV und Online zeitgleich nutzt, ist enorm. Die Vielfalt, die den Video- und Second-Screen-Werbmittelinhalten eigen ist, geht zudem weit über den bloßen Klick hinaus. Es geht um einen Werbemittelinhalt, der relevant ist und den Konsumenten während er fernsieht einbindet. Und es handelt sich hierbei nicht um Inhalte, die User mühsam zum Fernsehprogramm suchen müssen. Der Unterschied liegt in einem Service-Push, den TV-Sender anbieten sollen. Second-Screen-Werbeinhalte sollten also eine ganz natürliche Folge sein und das Verhalten des Nutzers reflektieren. Dennoch scheint der Weg zum Konsumenten für TV-Sender noch beschwerlich. Die NPDGroup hat nun festgestellt, dass zwar 87 Prozent der US-Bürger ein Zweitgerät nutzen, während sie TV konsumieren. Doch das was sie tun, hat noch nicht viel mit Dialogkommunikation in linearen Werbebotschaften zu tun, bzw. erst 47 Prozent nutzen Second-Screen Applikationen.

“Among TV viewers who use second-screen devices, only 47 percent have participated in second-screen activities. The most common TV-to-second-screen interaction was learning more about the TV program they were watching, and finding out about the actors in that program. Viggle, zeebox, and other apps designed to enhance second-screen engagement are not commonly used by consumers. Instead, of those TV watchers who engage in second-screen activities, most interact with their TV experience by visiting IMDb, Wikipedia, and social networks.”

Copyright: NPDGroup

Wie deutsche TV-Sender sich auf den Wandel einstellen und welche Angebote sie im Bezug auf Second-Screen für den User bereithalten, ist ein Thema auf dem kommenden TV-Wirkungstag am 18.4. in Düsseldorf. Dort sprechen Top-Speaker zu den Themen Second Screen, Social TV und Fernsehen der Zukunft. Und auch die Audiovisual Media Days widmen sich am 22. und 23. April in München ausführlich den Themen Smart- und Web-TV, Videowerbung und Social Media.

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2013/04/Fotolia_37362154_S-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Mehr als die Hälfte der US-Kids lesen eBooks

Studie von Digital Book World und PlayScience präsentiert beeindruckende Zahlen zum Leseverhalten von Kindern zwischen 2 und 13 Jahren in USA.

“If children are the future, then ebooks are the future of the publishing industry.”

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der US-Kids lesen eBooks, mehr als doppelt so viele wie Erwachsene. So eine aktuelle Studie von Digital Book World und PlayScience, ein auf Kinderthemen spezialisierte Digital-Research-Unternehmen aus New York. In der Studie „The ABCs of Kids & EBooks: Understanding the E-Reading Habits of Children Aged 2-13“ finden sich folgende Aussagen zum Leseverhalten der jungen Generation:

- 54 Prozent der Eltern, die sagen, dass ihre Kinder eBooks lesen, bestätigen, dass ihre Kinder dies immer öfter tun. Mindestens einmal in der Woche lesen 85 Prozent dieser Kinder ein eBook.

- Kinder lesen eBooks auf Tablets, mehr als auf allen anderen Devices. Von 54 Prozent der Kinder, die Zugang zu einem Tablet haben, nutzen 56 Prozent das Tablet, um ein eBook mindestens einmal pro Woche zu lesen.

- Von 28 Prozent der Kinder, die Zugang zu einem E-reader haben, nutzen 57 Prozent das Gerät um mindestens einmal die Woche ein eBook zu lesen.

- 70 Prozent der befragten Eltern sagen, dass ihre Kinder eine Kombination von “enhanced” eBooks und normalen eBooks lesen.

- Eltern, die im Besitz eines Tablets sind, legen größten Wert auf “enhanced” eBooks, also auf digitale Bücher, die angereichert sind mit Videos, Games etc. und sie geben hierfür mehr Geld aus, im Durchschnitt für “enhanced” eBooks $7,76, für eBooks durchschnittlich $5.80

- Nur 5 Prozent der befragten Eltern erwarten, dass reguläre eBooks und “enhanced” ebooks kostenlos erhältlich sind.

Sowohl das Volumen als auch die Frequenz des Leseverhaltens von eBooks sollte ein willkommener Ansatz für Kinderbuchverlage sein, weiter in diesen Bereich zu investieren. Kinderbuchverlage haben bereits einen Anstieg der Umsätze aus eBooks in 2012 erkennen können. Bereits im August 2012 stieg der Umsatz um 50 Prozent mit eBooks im Vergleich zum Vorjahresmonat an.

Für die Studie von DBW und PlayScience wurden eine repräsentative Auswahl von 1287 Eltern befragt, deren Kinder zwischen 2 und 13 Jahren sind. Die Befragung fand Online statt.

Die Studie steht zum kostenpflichtigen Download unter folgendem Link bereit: Link

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2013/01/the-abcs-of-kids-and-ebooks-21-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Was war, was kommt und was bleibt. Ein kleiner persönlicher Rückblick.

Das Jahr 2012 hatte es in sich. Viele neue Themen standen auf meiner Agenda. Das Digital Business entwickelt sich ständig weiter – schneller als manchem lieb ist. Die rasante Geschwindigkeit ist für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. Altbekannte Business Modelle stehen vor dem Aus, neue Business Modelle entwickeln sich rasant und rollen den Markt auf. Aber was bleibt von allem? Es lohnt sich einmal in Ruhe zurückzublicken und eine Bestandsaufnahme zu machen. Welche Themen haben mich persönlich bewegt, welche Themen werden zum Beispiel auch in der Unternehmenskommunikation stärker an Bedeutung gewinnen und was wird von all dem bleiben?

Das Jahr 2012 war gekennzeichnet von einer großen Aufbruchsstimmung in die Welt des Social Media Marketings. Aber auch das Second Screen Advertising, Mobile Marketing, Content Marketing, Digital Publishing und Big Data waren Themen, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen konnte. Spannende Themen, von denen ich einzelne in einer kurzen Zusammenfassung nochmals beleuchten möchte.

Social Media Marketing

Laut der aktuellen Studie „Social Media Marketing in Unternehmen 2012“ des Deutschen Institut für Marketing, an der 900 Personen unterschiedlicher Unternehmen teilnahmen, nutzen mittlerweile knapp 70 Prozent Social Media Marketing.  Das ist im Vergleich zum Vorjahr (66,3 Prozent) zwar nur ein geringer Zuwachs, allerdings planen mehr als ein Drittel der Befragten, die gegenwärtig Social Media Marketing nicht nutzen, den Einsatz für die Zukunft. Heute werden bereits ca. 18,7 Prozent des Marketingbudgets für Social Media Marketing festgelegt.

Interessant ist jedoch, dass nur die Hälfte der befragten Unternehmen ein Social Media Monitoring durchführt. Damit wären wir bei einem Punkt, der definitiv im Jahr 2013 stärker Beachtung finden wird. Social Media Monitoring muss in den Aufgabenkatalog der Unternehmen, denn nur so kann festgestellt werden, ob die Aktivitäten beim Menschen ankommen und das eingesetzte Budget sinnvoll eingesetzt wurden. Zudem bietet das Social Media Monitoring die Möglichkeit, Opinion Leader oder Markenadvokaten zu identifizieren. Markenadvokaten werden für Unternehmen und Brands immer wichtiger, denn sie werden zukünftig eine noch wichtigere Vermittlerfunktion im Netz übernehmen.  Eine Einordnung in unterschiedliche Brandvangelist-Typen wird kommen und einhergehend mit dieser Einordnung die individuelle Ansprache dieser Typen. Einen interessanten Artikel hat hierzu Martin im November veröffentlicht.

Content Marketing

Um sich in der digitalen Welt einen Platz zu erobern, braucht es neben der guten Platzierung in den Suchmaschinen, auch Content, der die User auf der Seite hält, Informationen und Unterhaltung liefert. Um an diesen Content heranzukommen, setzen bereits die ersten Unternehmen in Deutschland auf Content Marketing. Ein Trend, der in 2012 sich ankündigte, aber erst in 2013 stärkere Beachtung in den deutschen Marketingabteilungen finden wird. In USA investieren zum Beispiel B2B-Unternehmen bereits mehr als 33 Prozent ihres Marketingbudgets in Content Marketing.

Content Marketing ist ein Bereich, der in der Unternehmenskommunikation in jedem Fall auf die Agenda 2013 gehört. Ein journalistischer Ansatz, die Liebe zum Schreiben, ein objektiver Blick auf Themen und Kommunikationsbereitschaft sind für erfolgreiches Content Marketing wichtig. Aber genauso wichtig ist es, diesen Content marketingrelevant zu präsentieren und mit Social Media, Mobile Marketing und dem Online Marketing zu fusionieren. Einen ausführlichen Artikel zum Content Marketing habe ich im Juni 2012 veröffentlicht. Weitere werden sicherlich folgen. Erwähnenswert an dieser Stelle ist in jedem Fall nochmals das Engagement von Coca Cola, ein tolles Beispiel, das sicherlich Nachahmer finden wird.

Bewegtbild / Branded Entertainment

Viel beachtet war in 2012 auch der Hype um Bewegtbild. Verleger nutzen die Kraft von Bewegtbild, um Berichte lebendiger zu gestalten. Der Einsatz von lizenziertem und aggregiertem professionellen Bewegtbildinhalten ist ein Trend, der in den letzten Jahren immer mehr Beachtung fand. Und dieser Trend setzt sich weiter fort und wird sich im Jahr 2013 etablieren. Zudem sollte die Frage erlaubt sein, ob Bewegtbild zukünftig das geschriebene Wort im Internet ablösen wird, wie zum Beispiel die Kampagne von Air New Zealand zum Filmstart von Der Hobbit zeigt: Air New Zealand / The Hobbit

Ich bin mir sicher, dass ‚Branded Entertainment Content’, also unterhaltende Videos, die in der Produkt- oder Unternehmenskommunikation zum Einsatz kommen und über verschiedene Netzwerke wie YouTube, Facebook distribuiert werden, in 2013 erst so richtig an Fahrt gewinnen. Und mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets wird Branded Entertainment sicherlich auf allen digitalen Kanälen eine große Rolle spielen.

Mobile Marketing

Und somit kommen wir zum Mobile Marketing. Diesem gelang in diesem Jahr der Durchbruch, auch wenn die Werbeumsätze immer noch hinter den Erwartungen der Agenturen liegen. Aber Mobile Marketing wird weiter wachsen und das Jahr 2013 dürfte nun tatsächlich das ‚Jahr des Mobile Marketings’ werden. Denn mit der rasanten Verbreitung von Tablets und Smartphones wird das mobile Marketing immer wichtiger. Auch in der Unternehmenskommunikation wird dieser Kanal an Bedeutung gewinnen. HTML5 und mobile Websites müssen 2013 auf der Agenda stehen. Und es braucht neue kreative Konzepte, wie der User mobil erreicht werden kann. Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Artikel von mir, der über Herausforderungen in den Agenturen berichtet.

Parallelnutzung / Second Screen

Die Zahlen zur Parallelnutzung bestätigen den Trend hin zum Second Screen. Tablets und Smartphones werden während der TV-Nutzung zum Chatten, Surfen, Netzwerken genutzt und die Werbung macht sich diesen Trend zu Nutze. Die Erkennung der Zuschauer über Audio Content oder Visual Content Recognition sowie Fingerprinting wird sicherlich im Jahr 2013 kommen, die Technologie ist vorhanden. Es gibt bereits vielversprechende Aktivitäten von Unternehmen wie zum Beispiel das von Puma. Puma hat im Rahmen der Olympischen Sommerspiele in London eine ausgesprochen schöne crossmediale Kampagne gelauncht. Besonders gut gefallen hat mir auch die Einbindung des Offline Marketings. Und damit wären wir bei einem Punkt, der sicherlich wieder stärker in das Bewusstsein der Marketiers rücken sollte.

Offline Marketing

Bei aller Liebe zum Online Marketing, ich glaube und ich bin mir sicher, dass das Offline Marketing in den nächsten Jahren wieder stärker an Bedeutung gewinnen wird. Auch wenn wir uns Online in Sozialen Netzwerken austauschen und Freundschaften pflegen, Kampagnen online und mobil erleben, der Wunsch der Menschen nach „Live-Erlebnissen“ wird bleiben. Vielleicht sollten wir uns alle am Ende des Jahres einmal in Erinnerung rufen, welche Ereignisse tatsächlich wichtig waren, welche Ereignisse uns etwas gegeben haben. Fanden sie online oder offline statt? Ich würde mich hierzu sehr über Eure Kommentare freuen.

Ich wünsch Euch allen ein ‘Happy New Digital Year 2013′!

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/12/Mini250.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Digitale Kinder- und Jugendmedien: Zukunft, jetzt!

Credits: © Fotolia.com

Kinder und Jugendliche lieben elektronische Geräte und dies bestätigt auch die neue Jim-Studie 2012. Und der Trend geht hin zu mobilen Endgeräten: Handys und Smartphones haben ihre Rolle als Alltagsbegleiter weiter ausgebaut und verdrängen Konsolen und PCs von der Wunschliste der Jugendlichen. 96 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein eigenes Handy, das von über 80 Prozent täglich genutzt wird. Die Verbreitung von Smartphones nimmt dabei rapide zu. Fast 50 Prozent der Jugendlichen verfügen mittlerweile über ein solches Gerät. Und mit der Verbreitung der Smartphones ist die Nutzung des mobilen Internets auch bei Jugendlichen ein Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist. Bereits 40 Prozent der Jugendlichen, die ein Smartphone besitzen, gehen mobil ins Internet.

Was bedeuten diese Ergebnisse nun für Contentproduzenten, Publisher und Verlage? Noch im letzten Jahr (Jim-Studie 2011) stand das Lesen bei Jugendlichen als Freizeitbeschäftigung relativ weit oben im Ranking (44% regelmäßige Leser, im Vergleich 1998: 38 %). Das Lesen von Büchern nimmt jedoch leicht ab, so ein aktuelles Ergebniss der Studie (42 Prozent). Dennoch kann das Lesen von Büchern noch als stabil betrachtet werden. Und diese Aussage sollte Verlage ermutigen, im digitalen Bereich zu experimentieren. Denn eines kann sicher festgestellt werden: Die Verbreitung von Smartphones und Tablets bei Kinder- und Jugendlichen, wird auch deren Mediennutzungsverhalten langfristig ändern. Je früher Verlage eine Antwort auf das neue Nutzungsverhalten haben, desto früher können sie sich mit ihren Brands und guten Inhalten in den Köpfen der Kinder- und Jugendlichen verankern.

Der 3. Kindermedienkongress, veranstaltet von der Akademie des Deutschen Buchhandels, gab hierzu einige interessante Antworten, auf welche Trends Publisher und Verlage bei Kinder und Jugendlichen setzen sollten:

Die Herausforderung besteht weiterhin beim Thema Digitalisierung der Medien. Vor allem durch neue Endgeräte (v.a. Tablets) stehen die Medien in einem noch größeren Wettbewerb zueinander. Die Produktformen Text, Bild, Ton, Animation, Bewegtbild verschwimmen in den digitalen Medien immer mehr miteinander und neuer Wettbewerb bestimmt die Branche. Das Gebot der Stunde lautet: Erhöhung der Wertschöpfung durch Exklusivität, mehrmediale Marken, Aggregation, Individualisierung, Personalisierung (Heinold, Spiller & Partner).

Apps: Sie spielen bei Kindern unter 12 Jahren noch eine untergeordnete Rolle. Die meisten Apps werden von Eltern heruntergeladen, bei Kindern ab 12 Jahren und Jugendlichen ist ein Anstieg zu verzeichnen (Studie Trend Tracking Kids 2012). Am beliebtesten sind kostenlose Apps. Ein Umsatztreiber für Verlage sind Apps aber bei weitem nicht. Das größte Problem bei Apps ist, dass sie nur schwer aufzufinden sind und in den App-Stores der Preiskrieg herrscht. Die 89 Cent-Kultur für eine schön aufgemachte Kinderbuch-App ist meist nicht refinanzierbar.

Apps können aber als kostenlose “Apetizer” herhalten und für kostenpflichtige Apps oder Verlagsproduktionen werben. Interessante Beispiele für App-Lernmedien sind Mindshapes mit Livebooks und Barefoot World Atlas. Diese Apps begeistern Kinder rund um den Globus.

E-Books: Auch E-Books finden sich bislang kaum in den Haushalten, egal in welcher Altersgruppe. Die rapide Verbreitung von Smartphones und Tablets könnten jedoch die Verkäufe kurzfristig ankurbeln. Eigene E-Book-Stores für Kinder und Jugendliche gibt es bereits: Onilo.de, Schoolastic, Tigerbooks.

E-Books können im Vergleich zu Apps hochwertiger hergestellt werden, denn sie lassen sich zu einem höheren Preis verkaufen. Aber auch die Animation dieser Bücher kostet Geld und Animation wird bei digitalen Kinderbüchern mittlerweile erwartet. Tigerbooks bietet eine Antwort auf enhanced-Medien, also auf Bücher, die interaktive Elemente integriert haben, (Tigerbooks ab 2013 / Tigerfish Media / Verlag Oetinger).

Dennoch sollten sich alle Publisher und Verlage überlegen, wieviel Animation und ‘enhanced’ denn wirklich sein muss. Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche reagieren ganz unterschiedlich auf mediale Reize. Laut Prof. Dr. Braus (HSK) bleibt keine Erfahrung ohne Spuren im menschlichen Gehirn zurück, ob positiv oder negativ. Das Lernen über Video bei Kleinkindern bringt zum Beispiel überhaupt keinen Profit. Bei Jungs zwischen 9 und 12 Jahren konnte man beobachten, dass diese an Lesekomptenz verlieren, wenn sie sich am Tag zu lange mit digitalen Medien beschäftigen. Kinder unter 13 Jahren haben größte Schwierigkeiten, die virtuelle Realität zu vergleichen. Auch Social Media wird bei Kindern unter 13 Jahren als sehr kritisch betrachtet, sie haben einen enormen Effekt auf die Entwicklung der Kinder. Man sollte sich also gut überlegen, ob eine Social Network-Anbindung bei Kinderbüchern und Apps überhaupt Sinn macht.

Und dann gibt es ja auch noch die Eltern, die besonders bei Kindern immer noch mitentscheiden, was heruntergeladen wird und was nicht. Eltern beurteilen in der Regel das gedruckte Medium immer positiv, bei digitalen Medien sieht das anders aus. Das größte Problem ist, dass Eltern sich zuwenig mit den digitalen Medien für Kinder und Jugendliche beschäftigten, die eigene fehlende Medienkomptenz bringt Unsicherheit in der Nutzung mit sich. Skepsis ist angesagt, daher können sich Eltern nur schwer mit digitalen Medien identifizieren, (Katrin Viertel, Medienlotse.com). Eine Investion in die Aufklärungsarbeit wäre vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkehrt.

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/12/Fotolia_41657160_S-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Überall hyperlokal

Credits: © Ruggiero Scardigno – Fotolia.com

Auf den Münchner Medientagen 2012 war die Veränderung der Medienlandschaft in der digitalen Welt wie immer eines der Hauptthemen. In den Verlagshäusern wird umstrukturiert, gespart und abgebaut. Und während dort alte Strukturen aufgebrochen und neue Geschäftsmodelle implementiert werden, so macht sich seit einigen Jahren im Lande eine neue Generation von Medienmachern auf den Weg, den angestammten Zeitungsverlagen die Leser wegzuschnappen bzw. in Ergänzung zu diesen zu treten. Und das machen sie gut: spitz, flink und kreativ.

Die Geschwindigkeit wie sich hyperlokale Angebote im Netz entwickeln ist erstaunlich. Der Hype begann vor ca. drei Jahren und setzt sich weiter fort. Die sublokalen Online-Auftritte im Web bieten redaktionell aufgemachte Berichte aus einem klar abgegrenzten Gebiet, einer Stadt, einer Gemeinde oder nur aus einer Straße. Sie sprechen eine spitze Zielgruppe an, und zwar den Bürger und die Werbetreibenden vor Ort.

Bestückt werden die Online-Auftritte von professionellen Redakteuren, aber auch von Bürgerreportern. Erstaunlich ist, dass viele dieser Angebote nicht von den klassischen Zeitungsverlagen ins Leben gerufen werden, sondern von Entrepreneuren, die ihre eigenen höchst kreativen Wege gehen. So zum Beispiel die „Prenzlauer Berg Nachrichten“ von Philipp Schwörbel. Der Jungunternehmer startete sein Onlineangebot im Jahr 2010 und erreicht bereits 22.000 Nutzer pro Monat (eigene Angabe). Um weiterhin unabhängig schreiben zu können, hat die Redaktion vor kurzem den „Freundeskreis Prenzlauer Berg Nachrichten“ gegründet. Bei diesem Freundeskreis können die Leser ab einem Beitrag von 1,50 € pro Monat Mitglied werden und somit die redaktionelle Arbeit unterstützen.

Ein weiteres interessantes Angebot das zu den hyperlokalen Angeboten gezählt werden muss, ist die Jungfrau Zeitung aus Interlaken in der Schweiz, die von Verleger Urs Gossweiler gegründet wurde. Die Jungfrau Zeitung beschreibt sich selbst als „radikal lokal“. Journalisten berichten über das Leben im Mikrokosmos Jungfrau, werfen aber auch einen Blick auf das Geschehen in der Welt. Stets aber aus lokaler Sicht. Ein weiteres Merkmal dieser „Zeitung“, sie ist konsequent multimedial. Sie erscheint Online, zweimal in der Woche auf Zeitungspapier, sie ist als iPad und iPhone-App erhältlich oder auf jedem Smartphone in einer HTML-Version abrufbar und hat einen Twitter und Facebook-Auftritt. Auf allen Online-Kanälen werden die Inhalte rund um die Uhr aktualisiert. Um die Jungfrau Zeitung konsequent multimedial zu halten, muss man sich von allen Zeitungsmachen-Strukturen verabschieden. Was zählt ist eine innovative technische Plattform, um schnell und effektiv alle Kanäle zu bespielen. Laut Urs Gossweiler dauert es keine fünf Sekunden, um eine Anzeige auf allen Kanälen abzubilden.

Im Sommer diesen Jahres setzte dann die Axel Springer Jorunalistenschule mit Zoom Berlin ein interessantes Anbebot ins Web. Die Jungjournalisten berichten über das Leben in einer Straße, und zwar der Oranienstraße in Kreuzberg. Eine Spielwiese für angehende Journalisten, die das Gespür für die wirklich wahre Dinge in einer Region entwickeln sollen. Unter dem Motto „Die Stadt. Eine Straße. Dein Leben.“ berichten sie über die Menschen, die dort seit langer Zeit oder auch erst kurz leben, beleuchten die geschichtsträchtige Vergangenheit der Straße im Berliner Stadtteil Kreuzberg, setzen sich mit aktuellen Problemen auseinander und laden über Facebook, Twitter und ein eigenes Blog ihre User ein, zusammen mit der Redaktion Visionen für die Zukunft der Straße zu entwickeln.

Um hyperlokal publizieren und Bürgerreporter unkompliziert in das Publizieren von Beiträgen zu versetzen, hat das Unternehmen Gogol Medien aus Augsburg eine spannende technische Lösung für die Arbeit in der Cloud entwickelt. Diese Lösung richtet sich vor allem an Verlage. Mit der Publishing Lösung werden zum Bespiel die hyperlokalen Angebote von Regional Media Austria wie www.meinbezirk.at mit mehr als 130000 Leserreportern oder mz-buergerreporter.de gepflegt. Um eine größtmögliche Abdeckung an lokalen Themen zu bieten, ohne jedoch einen immensen Personalaufwand betreiben zu müssen, müssen die Online-Angebote der Verlage für Leserreporter geöffnet werden. Martin Huber erklärte auf den Medientagen und in einer Pressemitteilung zum Start der MZ Bürgerreporter Plattform: „Leserreporter sind nicht Konkurrenz, sondern vielmehr eine wichtige Ergänzung zu professionellem Journalismus. Die Menschen vor Ort schreiben über das, was sie bewegt. Ihre ganz persönlichen Sichtweisen sind nicht nur spannend zu lesen. In der Gesamtschau ergibt sie auch ein erstaunlich exaktes Bild über die relevanten Themen der jeweiligen Region. Redakteure wiederum haben die Möglichkeit, diese Themen aufzugreifen, sie weiterzuentwickeln und professionelles Storys daraus zu machen.“ Interessant wird es laut Huber also dann, wenn sich der professionelle Journalist mit dem Amateurredakteur zusammentun.

Ob sich die hyperlokalen Angebote landesweit durchsetzen und monetarisieren werden, bleibt abzuwarten. Jedoch scheint es, dass diese Angebote derzeit die einzige sinnvolle Antwort auf immer weniger werdende lokale Beiträge in den Printzeitungen sind. So kann sich die RP Online ebenfalls eine Kooperation mit lokalen Bloggern vorstellen. Zwar will RP Online weiter der Informationshub für die Region sein, die Informationen könnten aber auch von anderer Seite kommen. So sollen laut der Panelisten auf den Medientagen 2012 die Zeitungsmacher “Gestalter des lokalen Marktes sein, aber nicht die Chronisten.” Oder wie Meinolf Ellers, Geschäftsführer dpa infocom, sagte: “Mit dem Mindset des klassischen Zeitungsmachens, macht man keine digitalen Medienprodukte.”

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/11/Fotolia_35640712_XS©-Ruggiero-Scardigno-Fotolia.com_-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Let’s go ePublishing!

Auf der jährlich stattfindenden Frankfurter Buchmesse sucht das gedruckte Buch seine Abnehmer. In diesem Jahr präsentierten 7300 Aussteller aus über 100 Ländern ihre Werke dem Fachpublikum und dem interessierten Laien. Und mittendrin entdeckt man die neue Welt der Bücher: eBooks & Apps!

In der Eröffnungsrede von Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, fand das Digital Publishing eine deutliche Stimme. „Es ist gut, dass die digitale Welt Einzug in die Buchbranche hält. Sie wird die analoge Welt ergänzen. Literatur entsteht in Wechselwirkung mit der Kultur ihrer Verbreitung.“

Das ist ein äußerst interessanter Aspekt, den Gottfried Honnefelder aufgreift. Es geht nicht um das Buch an sich. Es geht um den Inhalt, um den Text, um das literarische Werk. Und dieser Inhalt wird heutzutage von vielen Menschen bereits über viele andere Plattformen genutzt. Es entsteht nicht nur ein neuer Konsumkosmos, es entsteht auch eine neue Literatur. Und was besonders spannend ist, es entsteht eine neue Autoren-Economy. Autoren, die sich nicht mehr von Verlegern sagen lassen, ob ihr Buch “verkaufbar” sei oder nicht, Autoren vermarkten sich selbst und bringen ihre Werke über ePrint-Services auf den Markt.

Typische Print-Verlerger könnten jetzt natürlich verzweifeln, aber sie sollten es nicht. Die Aufforderung lautet vielmehr: Let’s go ePublishing! Lasst uns diese Welt mitgestalten! Seid offen für die Veränderung, arbeitet zusammen, setzt auf die Ausbildung eurer Mitarbeiter, investiert in Innovationen und bringt euer Know-how ein! In der Podiumsdiskussion “Lessons learned from digital publishing”, die auf der Frankfurter Buchmesse stattfand, waren diese Punkte deutlich zu hören.

Viele kleine Verleger sind nicht in der Lage, Schritt zu halten. Denn diese Entwicklung kostet Geld. Aber wer nicht investiert und mit seinen Angeboten auf den neuen Endgeräten wie TabletPC oder eReader präsent ist, verliert jeden Tag wertvolle Leser. Nun könnte man daraus aber auch eine Tugend machen und nach Inhalten im Netz suchen sowie diesen Inhalten in gedruckter Form eine neue Heimat bieten. Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele wie ‘Shades of grey’, das zuerst als eBook im US-Markt veröffentlicht wurde oder ‘Holunderküsschen’ von Martina Gercke, das bislang meistverkaufte eBook 2012 bei Amazon. Auch dieser Titel ist jetzt als Print-Produkt im stationären Handel erhältlich.

Verlage haben noch die Beziehung zu ihren Autoren und diese Beziehung ist nicht zu unterschätzen. Die Beratung, ob ein Inhalt gedruckt oder digital zur Verfügung gestellt werden soll, muss heutzutage kompetent erfolgen. Was hilft es, wenn ein guter Inhalt in gedruckter Form im stationären Handel untergeht, aber über das Internet seine Abnehmer finden könnte? Mit Gewinn versteht sich.

Wenn im Jahr 2013 dann also nicht mehr die Frage im Vordergrund steht wie das gedruckte Buch gerettet werden kann, sondern wie man gute, intelligente Inhalte und hervorragende Literatur über verschiedene Wege an den Konsumenten bringen kann, dann wären wir einen Schritt weiter. Dann wäre auch der Kreativität in der Vermittlung von Inhalten neue Tore geöffnet. Denn ein eBook muss ja nicht unbedingt aussehen, wie ein gedrucktes Werk, oder? Kinderbücher sind in mancher Hinsicht schon ein wenig weiter, man betrachte zum Beispiel die Bemühungen des Carlsen Verlag. Dieser präsentierte auf der Buchmesse in Zusammenarbeit mit readhox interaktive epub-Kinderbücher mit integrierten Minispielen. Sie werden als App vermarktet und bieten Videos, Bilder und Spiele an. Vielleicht gibt es auch für Jugendliche bald eine Reihe, die nur für Tablets und Reader geschrieben wurde oder in einer App präsentiert werden. Die neue Welt des Digital Publishing kann noch richtig gut gestaltet werden und für Verlage gibt es noch unendlich viele Ansätze. Sie sollten nur nicht zu lange damit warten, sie sollten kreativ damit umgehen und sich nicht hinter gelernten Strukturen verstecken, denn Technologie- und Internetanbieter aus der ganzen Welt gestalten diese Welt bereits kräftig mit. Man betrachte derzeit die Entwicklungen von Apple oder Amazon. Apple wird Ende Oktober sein iPad Mini vorstellen, mit Schwerpunkt auf eBooks. Zeitgleich soll laut Gerüchten auch iBooks 3 mit erweiterten Funktionen wie Annotationen und weiteren Tricks vorgestellt werden. Zudem sollen im iPad Mini ein Multi-Mode Support für Audio- und Textbook Synchronisation zur Verfügung stehen. Und Amazon hat kürzlich den Start einer digitalen Leihbücherei verkündet. Ein toller Schachzug, um noch mehr Leser und insbesondere Kinder für eBooks zu begeistern. Amazon bindet zudem immer mehr Autoren an sich, indem das Unternehmen als Alternative zu klassischen Verlagen agiert und unbekannten Autoren eine Heimat bietet.

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/10/img_1418-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Digital Publishing verspricht Umsatzwachstum für Verlage

Credits: © Markus Bormann – Fotolia.com

Ja, es gibt sie zuhauf und sie werden zunehmend von Konsumenten genutzt. Die Rede ist von digitalen Ausgaben von eBooks, Zeitschriften, Zeitungen für Tablet-PCs und Readers. Auch wenn hierzulande die Umsätze mit digitalen Verlagsprodukten noch weit hinter den Erwartungen liegen, das Digital Publishing ist nicht mehr aufzuhalten.

Das derzeitige Wachstum ist von der Durchdringung der Tablets wie Kindle und Kobo getrieben. Dies bestätigten Analysten kürzlich für den UK-Markt, für den im September 2012 neueste Zahlen zum Umsatz von eBooks vorlagen. Dort verzeichnen die Umsätze ein Wachstum von 6.1 Prozent Jahr für Jahr und erreichten 66 Millionen Pfund oder 105 Millionen Dollar in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 (Publisher Association). Damit sichern sich eBooks bereits einen Anteil von 13 Prozent am Gesamtumsatz, im Vorjahr waren es lediglich 7,2 Prozent.

„The figures demonstrate the increased penetration of e-readers, and have been facilitated by publishers making more content available digitally,” so Richard Mollet, Chief Executive der Publishers Association, welche die Publisher in UK repräsentiert. (Zitat aus ‘The Globe and Mail’)

Und ein Ende des Wachstums scheint nicht in Sicht. Mit dem Launch des Kindle fire und einem möglichen iPad mini sehen die Analysten weiteren Spielraum für Umsatzsteigerungen in dem Segment, insbesondere in der Vorweihnachtszeit. Barnes & Nobles will zum Beispiel im Herbst einen eigenen eBook-Reader auf den Markt bringen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob mit diesen Maßnahmen ein Wachstum des Gesamtumsatzes zu erwarten ist, oder ob es sich lediglich um eine Umverteilung im Buchgeschäft handelt.

In Deutschland hat sich der eBook Umsatz ebenfalls verdoppelt. Jedoch rentiert es sich derzeit für die wenigsten Verlage und Buchhandlungen. Dies ist einer Meldung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zu entnehmen. 2011 lag der Anteil an ihrem Gesamtumsatz mit eBooks nach Angaben der Verlage durchschnittlich nur bei 6,2 Prozent. Allerdings entwickelt sich das eBook auch in Deutschland als Hoffnungsträger: Die Verlage erwarten einen durchschnittlichen Umsatzanteil der eBooks am Gesamtumsatz ihres Verlags von 17 Prozent im Jahr 2015.

Und in Deutschland sehen die Aussichten für digitale Zeitschriften und Zeitungen auch nicht so schlecht aus. Die Verlage warten zwar noch auf den großen Durchbruch, aber laut einer Studie von PWC gibt es Anlass zur Hoffnung. PWC sieht ebenfalls aufgrund des Siegeszugs der Tablet-PCs für klassische Printmedien hervorragende Chancen zur Erschließung neuer und zur Aktivierung bestehender Kundengruppen. Für fast zwei Drittel der Nutzer von iPad oder ähnlichen Geräten gehört das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften zur Nutzungsroutine.

Gefordert von Seiten der Konsumenten wird aber ein deutlicher Mehrwert für Tablet-Ausgaben. Ein speziell für das Tablet entwickeltes Layout bzw. Bedienkonzept wird als wichtig empfunden und die Einbindung von Videos und anderen multimedialen Elementen ist gefordert. Eine Übersicht über Zeitungen und Magazine, die speziell für Tablets optimierte Layouts vorweisen, hat zum Beispiel das Blog tabletpublishing.mobi veröffentlicht.

Laut den Forschern von PWC sollen Verlage auf Formate setzen, die das technische Potenzial der Tablet-PCs voll ausschöpfen. Bei der Umsetzung von Applikationen sollten sich die Verlage vom starren Format der Printausgabe lösen und den Nutzern Informationen und Services auch über die Textfassung hinaus liefern. Auch wenn das Vorzeigeprojekt von Murdoch „The Daily“, das speziell für das iPad entwickelt wurde, derzeit noch nicht die Erwartungen des Verlages erfüllt, so ist „The Daily“ dennoch ein Beispiel dafür, wie eine Zeitung für das iPad aussehen soll. „The Daily“ ist zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch zu überladen und die Downloadzeiten der aktuellen Versionen dauern immer noch zu lange, dennoch wurde bei diesem Objekt auf die Eigenheiten des Tablets in vollem Umfang Rücksicht genommen. Als weitere Vorzeigeprojekte sind Der Spiegel oder das Wired Magazin zu nennen.

Lesen auf digitalen Geräten liegt also im Trend, auch wenn die Umsätze die Verluste aus dem stationären Buchhandel und aus dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften noch nicht kompensiert werden können; wahrscheinlich werden sie es auch nicht tun. Verlage sollten dennoch weiterhin mit digitalen Ausgaben experimentieren, um die wachsende Nutzerschaft mit intelligenten Modellen zu überzeugen, wie zum Beispiel mit einem kostengünstigen Kombi-Abo-Modell, bei dem Print und Digitale Ausgabe ohne große Mehrkosten zu erhalten sind. Oder sie setzen voll und ganz auf digitale Ausgaben, so wie es derzeit die Frankfurter Rundschau plant. Und auch bei der seit Jahren defizitären Financial Times Deutschland wird darüber nachgedacht, ob wochentags die Printversion von einer digitalen Ausgabe ersetzt werden soll. Am Wochenende sollen die Abonnenten dann wieder eine gedruckte Zeitung in der Hand halten.

Fazit: Digital Publishing ist nicht aufzuhalten und es ist zu erwarten, dass auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2012 weitere Neuheiten und Innovationen von den Verlagen präsentiert werden. Martin und ich werden dort sein und uns über den aktuellen Stand informieren.

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/10/fotolia_41302161_xs_c2a9-markus-bormann-fotolia-com1.jpg?w=300Digg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Big, Bigger, Biggest? Big Data.

In diesem Jahr steht das Thema „Big Data“ prominent auf der Agenda der dmexco in Köln. Daten werden als das „Öl des digitalen Mediengeschäfts“ bezeichnet. Laut einer von IDC verdoppelt sich das Datenvolumen etwa alle 18 Monate und ein Wachstum der Technologie und Services von 3,2 Milliarden Dollar in 2010 auf 16,9 Milliarden Dollar in 2015. Das jährliche Wachstum wird mit 40 Prozent beziffert.

Die Werbewirtschaft freut sich über die Datenmengen und macht sie sich zu Nutze, um den Konsumenten noch besser und zielgerichteter mit Werbung zu erreichen. Und immer steht das Ziel im Vordergrund, den Konsumenten in seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen und ihn zum Kaufen und Buchen zu animieren. Mediaagenturen, Technologieanbieter, Publisher, Social Networks und werbetreibende Unternehmen wissen sehr gut, welch wertvolle Informationen ihnen über das Internet und über mobile Kanäle auf den Tisch geliefert werden, denn der Konsument hinterlässt mittlerweile viele Spuren im Netz: beim Einkaufen, bei der Nutzung von Social Networks, bei der Suche nach dem günstigsten Urlaubsangebot, beim Ein- und Auschecken, beim Berühren und Klicken einer Werbung.

Aber Daten über das Konsumentenverhalten gab es schon immer und die Frage sollte erlaubt sein, warum gerade jetzt das Thema so massiv in den Vordergrund rückt. Big, Bigger, Biggest? Was bringen die vielen Informationen, wenn selbst Datenanalysten ohne technologische Unterstützung die Datensätze nicht mehr verstehen können? Trotz ausgeklügelter Programme können sich Werbetreibende im Grunde genommen doch nicht mehr sicher sein, ob die Datensätze tatsächlich richtig analysiert und ausgewertet wurden.

Nun sollten sich werbetreibende Unternehmen die Frage stellen, wieso man eigentlich so unendlich viele Daten analysieren muss, wenn doch die Zielgruppe der Produkte klar sein sollte. Hilft es tatsächlich, Konsumenten mit den Produkten zu bewerben, die sie sich kürzlich angesehen haben? Das Stichwort lautet Re-Targeting. Hilft es Konsumenten weiter, an Ort und Stelle eine neue Wahlmöglichkeit für ein Cafe oder Hotel zu bieten, wenn sie gerade auf der Suche nach einem Treffpunkt oder einer Bleibe sind? Haben sie vielleicht schon ihre Wahl getroffen oder lassen sie sich spontan verführen?

Aber vielleicht hilft Re-Targeting und Geo-Targeting bei der Entscheidungsfindung wirklich weiter. Zumindest könnte das Einblenden zuvor angesehener Produkte Konsumenten bei ihren Entscheidungen helfen, bzw. ihnen das Gefühl vermitteln, richtig entschieden zu haben. Denn in Zeiten der Entscheidungsüberlastung (Choice Overload) könnte Re-Targeting hilfreich sein. „Der Fluch der Möglichkeiten“ (Titel aus einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung vom 25./26.8.2012) macht sich insbesondere im Netz bemerkbar. Im Grunde genommen kann man über das Netz fast alles kaufen, was das Herz begehrt, Partner finden, die man schon immer haben wollte, Versicherungen abschließen, die einem das Gefühl der Sicherheit geben. Aber die Fülle an Möglichkeiten wie sie zum Beispiel die Reiseindustrie bietet, überfordert zunehmend die Konsumenten. Und dies wurde bereits wissenschaftlich bewiesen (TourisManagement, online)

Die Tourismusbranche bieten unendlich viele Wahlmöglichkeiten, eine Entscheidungsüberlastung ist vorprogrammiert. So ging es mir zum Beispiel auch bei der Suche nach einem Kurztrip. Ich war überwältig vom Angebot, klickte ein paar Angebote an, verschwand aber schnell wieder aus dem Netz, denn das was sich mir bot, war einfach zu viel. Ich hätte unendlich viel Zeit für das Durchforsten der Angebote benötigt. Und diese Zeit hatte ich nicht. Ich buchte also wieder bei einem mir bekannten Bauernhof in der Steiermark.

Hätte mir nun eine Re-Targeting Kampagne weitergeholfen? Oder welche Schlüsse hätten Reiseanbieter durch mein Abbruchverhalten ziehen können? Keine. Denn ich habe einen Cookie-Blocker. Hätte ich keinen, wer weiß, vielleicht hätte ich tatsächlich das richtige Angebot für meinen Kurztrip erhalten oder ein Reiseanbieter hätte mir etwas vorschlagen können, das mich überrascht und zum Buchen animiert hätte.

Fakt ist, ein Überangebot im Netz kann dazu führen, dass Konsumenten mit dem Gefühl zurückbleiben, falsch entschieden zu haben, da zu viele passgenaue Angebote unterbreitet wurden. Es kann auch dazu führen, dass Konsumenten sich total verweigern, Einkäufe abbrechen oder eine Urlaubsreise nicht buchen, aus Angst, falsch zu entscheiden. Über einen Kamm scheren lassen sich die Ergebnisse zwar nicht, dennoch ist das Problem der Entscheidungsüberlastung ein Ansatz für Marketeers Kampagnen in Zukunft anders zu konzipieren und anstatt immer neuer Wahlmöglichkeiten zu präsentieren, dem Konsumenten das Gefühl zu geben, dass seine Entscheidung, die er einmal getroffen hat, genau richtig war.

Und vielleicht spielen Daten deshalb eine so große Rolle bei der diesjährigen dmexco. In sehr vielen Panels wird es darum gehen, zielgruppengenauere bzw. personenbezogene Werbung zu realisieren. Es geht nicht darum, noch mehr Angebote zu unterbreiten, sondern den Konsumenten als Individuum zu identifizieren und ihn mit Hilfe von kreativer datengesteuerter Werbung bei seinen Entscheidungen zu unterstützen.

Add to BufferSave on DeliciousDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing

Gedanken zu Mobile Marketing: Kreativität muss her!

Zwischen zwei und drei Prozent der Online-Marketing-Ausgaben fließen derzeit in den mobilen Kanal. Zu wenig, so die Antwort vieler Agenturen wie zum Beispiel von Pilot auf Adzine TV. Denn mittlerweile nimmt die Nutzung der mobilen Geräte in Deutschland eine Stellung bei den Nutzern ein, die sich so manch andere Mediengattung wünschen würde.

Das Smartphone ist überall dabei, von morgens bis spät abends. Es vereint alle Funktionalitäten, die sich junge Nutzer wünschen: Telefonieren, Chatten, Social Media, E-Mailen, Location Based Dienste, Apps, Musik, Videos, Games und und und. Das Smartphone ist ein Alleskönner und wird zunehmend auch von den Nutzern als solches erkannt. Laut Bitkom verbringt die Zielgruppe 14-29 Jahre bereits 55% seiner Mediennutzungszeit mit dem mobilen Gerät, Tendenz weiterhin steigend.

Nun stellt sich aber die Frage, warum der Anteil an den Spendings in den mobilen Kanal immer noch sehr niedrig ist, obwohl das mobile Gerät doch gerade ein idealer Ort für allerlei Spielereien und für Kreative ein Ort zum Austoben ist: Ob Branding, Performance, Sponsoring, Product Placement –zu jeder Uhrzeit, an jedem Ort. Aber die Werbewirtschaft scheint mit dem mobilen Kanal immer noch zu hadern. Das Potential wurde doch schon längst erkannt, die AdServer-Technologie ist gut aufgestellt und bietet vielfältige Möglichkeiten für alle Gerätetypen und Werbenetzwerke gibt es ebenfalls zu genüge. An was liegt es nun?

Liegt es daran, dass die Nutzungssituation nicht greifbar ist? Ein Smartphone oder ein Tablet kann man während der Autofahrt (außer dem Fahrer!), auf dem Weg ins Büro, beim Treffen mit Freunden, vor dem Fernsehen auf der Couch, beim Sport und sogar im Bett nutzen. Es sind unterschiedlichste Situationen, auf die sich die Werbewirtschaft mit ihren Kampagnenideen einstellen muss. Ist das schwierig?

Nein. Es gibt Kreative und mutige Unternehmen, die neue Wege gehen. Es gibt diese Kampagnenideen, die Nutzer lieben und die dazu führen, dass sie sich ausgiebig mit einer Kampagne und mit der Marke beschäftigen. Hierfür muss aber die Kampagne etwas bieten und eben nicht nur ein Banner, auf das man klicken soll oder ein Video, dass schön bunt und laut ist.

Es braucht verrückte Ideen, wie zum Beispiel die Idee von Red Tomato Pizza, die mit ihrem Mobile Add ‘VIP Fridge Magnet’ Gold in der Kategorie Mobile Lion in Cannes gewonnen hat. Hierfür nutzt die Agentur TBWARAAD Dubai kreativ die Technologie, indem sie einen Magnetbutton für VIP Kunden entwickelt hat, der über Bluetooth mit dem Smartphone korrespondiert. Mit dem VIP Pizza Emergency Button wird automatisch eine Bestellung über das Smartphone für seine Lieblingspizza abgeschickt. Eine tolle innovative Idee! Und nicht nur die Idee ist fantastisch, sondern auch die Ergebnisse: Das Marketingbudget betrug für die Kampagne $9.000. Die Bestellungen lagen bei über 500%. 240 Bestellungen kamen von bestehenden Kunden, 97.133 von Neukunden, über 12.000 Erwähnungen und 9.400 neue Stories.

Eine weitere Kampagne, die Silber bei den Mobile Lions in Cannes gewonnen hat, zeigt ebenfalls, dass man bei Mobile andere Wege einschlagen muss, und diese völlig anders sind als für Online oder TV. Coca Cola hat mit der Kampagne “Chok! Chok! Chok!” TV und Mobile in einem Spiel kombiniert. Das Beispiel erinnert vermutlich so manchen Werbeexperten an die iButterfly Kampagne, die sich vor zwei Jahren ziemlich schnell viral verbreitete.

In dem Spiel mussten die Nutzer Kronkorken mit ihrem Smartphone über den TV-Bildschirm einfangen. Und das tolle an der Kampagne war, dass sich die Werber einer seit vielen Jahren gelernte Handlungsweise bedient haben: Gewinnspiel-Codes standen bei Coke schon immer im Verschluss der Flasche und auch in dieser Kampagne stand der Code im Kronkorken, nur diesmal zu sehen im Smartphone. Nach dem Launch der Kampagne rangierte die App auf Platz 1 im lokalen App Store. Die App wurde 40.0000 mal innerhalb von sechs Wochen heruntergeladen und war damit die erfolgreichste Promotion-App die jemals in Hong Kong heruntergeladen wurde. Das Werbemittel wurde neun Millionen mal betrachtet, pro Teenager in Hong Kong mehr als zwölfmal. Und die Kampagne war eine der erfolgreichsten Kampagnen von Coca Cola in den letzten 35 Jahren.

Was zeigen diese Beispiele? Sie verdeutlichen, dass man andere Wege einschlagen und mutiger sein muss. Vielleicht muss man auch mehr Geld in kreative Ideen stecken. Die Beispiele beweisen zudem, dass wenn man mutig ist und neue Schritte wagt, man sehr viel Erfolg mit Mobile Marketing haben kann. Ob bedeutend mehr als mit Bannern und Klicks ist eine Frage für die Zukunft. Seid also mutig ihr Werber und Unternehmen und investiert all eure Ideen in den mobilen Kanal! Die Nutzer werden es euch danken.

Foto Credits: © Julien Eichinger – Fotolia.com

Add to Bufferhttp://digitalstrategie.com/wp-content/uploads/2012/07/fotolia_36907015_xs_c2a9-julien-eichinger-fotolia-com1-150x150.jpgDigg ThisShare via emailShare on Facebook+1Share on LinkedInPin it on PinterestSubmit to StumbleUponShare on TwitterShare on Xing