Apple‘s neue News App, Blendle, Facebook und Google: Der Run um die News beginnt

„It‘s fast and fluid“ – So beschrieb laut Business Insider Apple‘s VP of Product Marketing Susan Prescott auf dem WWDC 2015 Event die neue News App, die mit dem neuen iOS9 Betriebssystem ausgeliefert wird. Die neue App wird die aktuelle Newsstand App automatisch ablösen. Die Idee dahinter ist relativ einfach: News wie Artikel, Photos und Videos nach jedermanns Vorlieben bündeln und kuratieren. Am Start sind 17 Magazine wie Wired oder Vanity Fair und die New York Times will Apple News Lesern den Zugang zu 30 Artikeln pro Tag frei zugänglich anbieten. Die neue News App soll in diesem Jahr in den USA und UK mit iOS9 zur Verfügung stehen.

Für Deutschland bietet sich im Spätsommer / Herbst ebenfalls ein neuer Zugang zu News auf digitalen Geräten an. Blendle kommt nach Deutschland und bündelt auf einen Schlag die wichtigsten Publikationen unter einem Dach. Insgesamt sollen 17 Tageszeitungen und 15 Wochenzeitungen für die Leser die wichtigsten News bündeln, wie es genau aussehen wird, erfahren wir hoffentlich bald. Anders als bei Apple News werden alle Artikel kostenpflichtig sein und somit den Verlagshäusern eine neue Monetarisierungsquelle erschließen – sofern sich Blendle auch bei den deutschen Lesern etablieren kann. Das zwei Jahre alte Start-up aus den Niederlanden will mit seinem Angebot den klassischen Abomarkt aufmischen und kassiert hierfür 30 Prozent der Einnahmen. Hierfür bietet das digitale Kiosk nach eigener Aussage die besten Artikel aus der deutschen Zeitungslandschaft. Bezahlt wird pro Artikel mit Kreditkarte. Einmal registriert und los gehts. Wenn der Artikel nicht gefällt, gibt es das Geld zurück. Interessant ist zudem, dass auch die New York Times bei Blendle mitmischt. Der Traditionskonzern sucht sich also nicht nur bei Apple‘s neuer News App eine neue Heimat, sondern liebäugelt auch mit dem Niederländischen Modell Blendle.

Bei all den neuen Ankündigungen darf man nicht vergessen, dass Facebook ebenfalls „hinter der News her ist“. So hat Facebook vor kurzem die Partnerschaft mit neun führenden Verlagen verkündet und auch Konkurrent Google will es wissen und kündigte vor einigen Wochen an, 150 Millionen in die Entwicklung innovativer journalistischer Konzepte zu investieren.

Wer zum Schluss das Rennen um die News gewinnt, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Entscheiden wird es der User und zwar nach folgenden Kriterien: Schnelligkeit, Verbreitung, Usability & Content. Und natürlich auch am Preis. Auch wenn Blendle in den Niederlanden 300.000 zahlende Nutzer hat, so steht für mich noch nicht fest, dass es die App auch hierzulande schaffen wird. In jedem Fall wird es eine Alternative zu allen anderen Angeboten sein und eine Möglichkeit, guten Journalismus zu verkaufen.

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