Vor über zwei Jahren bin ich über den wohl diskutierten Post “Psychology of Social Networking” gestoßen. Das Thema beobachte ich auch heute noch sehr oft, wenn ich mich mit Stress-Auswirkungen von Social Media auf unser Hirn oder unser Gedächtnis beschäftige.
In Seminaren fragen mich Manager in letzter Zeit oft, was die Treiber der sozialen Netzwerke sind. Egozentrik, Egoismus, Ego-Shooting, oder ist es am Ende nur Personal Branding, ohne dass der Karriere der notwendige Katalysator fehlt?
Die Begriffs-Definitionen könnte man vermutlich endlos weiterführen. Dass und wie unser Kommunikation in Facebook, Twitter & Co. unser Wesen verändert, hat Rachna Jain in drei Schlüsselargumenten und ihren Gefahren prägnant zusammengefasst. Das kann man auch getroßt so stehen lassen.
Eine neue Infografik von Psychology Degree gibt nun ein paar neue Einsichten in die Thematik. Vor allem die letzten Aussagen finde ich hier interessant und diskussionswürdig, da sie vermutlich noch viel höhere Anteile an Menschen betreffen, als die Zahlen aussagen.
- Die Hälfte aller Nutzer in sozialen Netwzerken vergleicht sich mit anderen, wenn sie sich Bilder oder Status Updates ansehen.
- Wenn Menschen mehr Zeit auf Facebook verbringen, nehmen sie an, dass anderen Menschen ein besseres Leben als sie haben.
- Narzistische Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl verbringen mehr als eine Stunde pro Tag in sozialen Netzwerken.
Die Fragen, die sich stellen… Sind wir alle ein wenig realitätsfremd? Selbstdarsteller, die sich mittels Tweets und Status Updates aufwerten? Sind wir alle ein wenig narzistisch veranlagt, die wir uns in den sozialen Netzwerken tummeln? Oder ist das einfach nur die schöne neue Welt des Vernetzens, die unsere Karriere treibt?

@Martin: wir “Digitalarbeiter” können uns ganz einfach mit einem “Das ist aber doch unser Beruf!” rausreden, oder?
Da könnte aber so mancher, der uns nocht so wohl gesonnen ist sagen: “Aus der Not eine Tugend gemacht, wie…?!”
Ich denke, es gibt noch zwei weitere Gründe: Zum einen mag der Druck, der viele veranlasst in sozialen Netzen aktiv zu sein, auch der Erosion fester Arbeitsstrukturen zugusten virtueller Teams und der Arbeit mit Freelancern geschuldet sein. Web-affine Menschen die über das Internet gezwungen sind, neue Engagements oder Partnerschaften zu suchen, kommen um soziale Netzwerke kaum rum, oder?
Und dann gibt es für mich noch die “Influencer”: Menschen, die in sozialen Netzwerken natürliche Hubs sind und wie Katalysatoren in ihrem Umfeld andere Personen zu verstärkter Aktivität anreizen bzw. motivieren.
@Martin: ersetze “könnte” durch “würde”…..
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