Alles auf Zukunft – Das digitale Marketing erfindet sich neu

Bis zum Jahr 2022 sollen sich zehn Prozent der Menschen über ihre Kleidung (Wearables) im Internet der Dinge befinden und eine Billion Sensoren sollen mit dem Internet verbunden sein. Zudem soll eine Perfekte Immersion (Full-Dive-VR) für Menschen möglich sein, die sich zum Beispiel in einem VR-Bekleidungsatelier beraten lassen möchten. Wir schreiben heute das Jahr 2016 und das Jahr 2022 ist zum Greifen nah. Genügen aber sechs Jahre, damit die Vorhersagen, die dem Executive Summary „Neue Dimension der Realität“ von KMPG entstammen, auch eintreffen werden und was bedeutet dies für Marketingverantwortliche und Digitalos, die sich in Kürze auf der dmexco treffen und sich dort über neue Trends zu IoT, VR, AR, Wearables in der Experience Hall informieren wollen?

Wearables: Eines der ganz heißen Themen, das in den letzten Monaten äußerst intensiv in den Medien und auf Messen diskutiert wurde wie zum Beispiel auch auf der CeBIT2016. Die Messe richtete hierfür eigens eine Konferenz aus, die den Namen trug „Wearables Technologies & Digital Health“. Wearables sollen nach Gadgets, Apps und Smartphones den User besonders zu Gesundheitsthemen mit dem Internet verbinden und allzeit begleiten und Krankenkassen und Lebensversicherer wollen mitmischen und – stopp – Wo stehen wir nun heute und wie schaut es eigentlich mit der Nutzung derzeit aus? Der Verkauf von Smartwatches verläuft schleppend, auch obwohl viele Hersteller neue Uhren zu attraktiven Preisen auf den Markt gebracht haben. IDC rechnete aus, dass der Verkauf der Apple Watch im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent eingebrochen ist und nun nur noch 1,6 Millionen Uhren weltweit im 2. Quartal 2016 verkauft wurden. Dafür zeigt sich, dass Wearables aber immer mehr bei Sportartikelhersteller zum Zuge kommen, denn die Zielgruppe ist bereits über Sport-Tracker den Einsatz solcher Geräte gewohnt und bereit, dafür Geld zu investieren und eine Verbindung zum Internet aufgrund vielfältiger Annehmlichkeiten erlauben. Under Armour hat hierbei wohl die innovativste Marketingleistung erbracht,  denn das Sportlabel hat nicht nur eine Wearable Technologie gelaucht, die Under Armour Health Box, die mit IBM‘s Supercomputer Watson verbunden ist, sondern auch gleich noch eine Community hinzugekauft. Für mich ist dies ohne Frage eine perfekte Verbindung, denn was helfen Wearables und deren Informationen, wenn diese nicht für viele einen größeren Zweck erfüllen können? Die anonymisierten Daten können über Watson schnell verarbeitet werden und nicht nur einem einzelnen Sportler helfen, sondern Hinweise für die gesamte Community geben.

Wer sich auf der dmexco zu Wearables und deren Einsatz im Marketing beschäftigt möchte, sollte daher in jedem Fall die Session IoT and Wearable Technologies meet Digital Media besuchen und die Augen nach coolen Communities offenhalten. Denn nicht alles findet in Facebook, Twitter oder Snapchat statt. Besonders heikle Themen, bei denen persönliche Daten der Konsumenten erhoben werden, suchen sich geschlossene Communities.

VR / AR und das Eintauchen in immersive Welten: Ob gestern im Stuttgarter Tatort HAL oder in Kürze bei Snapchat – das Social Network hat Hooywood‘s Effekt Artist Raffael Dickreuter im Juni als „Concept and Augmented Reality Designer“ verpflichtet – VR oder  AR kommen bald überall zum Einsatz und werden uns in neue Welten entführen.

Und auch im Marketing werden wir immer mehr in Berührung mit virtuellen Welten kommen, so testet zum Beispiel Alibaba den Einsatz von Virtual Reality Stores für einen wirklich großen Roll-out, der im Herbst diesen Jahres stattfinden soll. In den Genuss von VR kommt man aber auch im eigenen Wohnzimmer. Mithilfe eines Smartphones und einer VR-Brille wie Google Cardboard lassen sich viele Clips bereits als Virtual-Reality-Video im 360-Grad-Format erleben. So zum Beispiel ein neuer Werbeclip mit Kate Moss, die in einem spektakulären Virtual Reality Video, das von Charlotte Tilbury für eine Parfumkampagne für Robert Cavalli entwickelt wurde, durch eine Weltraumszenerie schwebt. Mode und Technik, wie es scheint, auch in diesem Fall ein Dream-Team, denn nicht nur die großen Labels wie Dior  testen VR, sondern auch kleinere Labels wollen künftig kräftig mitmischen.

Mit dem Einzug von VR-Brillen in unser Leben, sei es eine Oculus Rift oder ein HTC Vive oder auch nur einer Google Cardboard, die Brillen sind da und mit ihnen kommen immer mehr Filme, Shows, Spiele und Marketingkampagnen. Hype oder unaufhaltsamer Trend? Der Wunsch, in neue digitale Welten zu entfliehen, begeistert Menschen, daher liegt zum Beispiel alleine in den USA die Kaufbereitschaft von VR-Brillen bei unglaublichen 68 Prozent unter den 14 bis 19-Jährigen, sofern der Preis angemessen sei.

VR und AR sind daher auch auf der dmexco ein Top-Thema, das man nicht verpassen sollte wie zum Beispiel die Session „Hyperloop Augmented Windows: Next level passenger experience“ und „Visual Communication – a (Virtual) Reality„.

In welche Richtung sich das Marketing bis zum Jahr 2022 entwickeln wird, kann heute also bereits erahnt werden, denn die Treiber sind die großen US-Konzerne. Sie bestimmen das Tempo und immer häufiger auch die Marketingstrategie. Wer sich hierzu näher informieren will, sollte Meredith Kopit Levien, Executive Vice President & CRO of The New York Times, lauschen. In ihrem Vortrag Power to the Creators – The New Era of Narrative will sie die neuen Disziplinen vorstellen und deren Bedeutung für Medien, Marketeers und Journalisten erörtern.

Alle genannten Vorträge finden in der neuen Experience Hall statt, die sich in Halle 8 befinden wird. Falls Sie uns auf der dmexco ganz real treffen wollen, dann freuen wir uns über eine kurze Notiz.

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Heimat für Nachrichten

In unserer Gesellschaft sind Nachrichten das zentrale Element, um sich zu orientieren. Besonders gilt dies für regionale und lokale Nachrichten, aber insbesondere auch für Nachrichten, die uns über das internationale Geschehen informieren. Nachrichten zählen aufgrund ihrer Reichweite und Nutzung zu den wichtigsten Informationen im Netz und sie tragen zu einem beachtlichen Teil zur Monetarisierung von Premiuminhalten bei. Es verwundert daher nicht, dass Publisher daher mit aller Kraft versuchen, auf allen Kanälen mit Nachrichten präsent zu sein, so auch in sozialen Netzwerken, und immer mehr Internetnutzer beziehen bereits Nachrichten ausschließlich über soziale Netzwerke. Das Reuters Institute veröffentlichte in seiner Studie Digital News Survey 2016 / Ergebnisse für Deutschland, dass soziale Medien im Vergleich zum Vorjahr als Nachrichtenquelle 6 Prozentpunkte hinzugewonnen haben und nun bereits einen stattlichen Anteil von 31 Prozent in der Gesamtverteilung aufweisen. Dabei fällt vor allem die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen auf, von denen 21 Prozent ihre Inhalte ausschließlich über Quellen aus dem Internet beziehen; darunter sind 8 Prozent, die ausschließlich Nachrichten über soziale Medien nutzen.

Warum das so ist, liegt nach Aussage der Befragten an der Einfachheit der Nutzung. Knapp über die Hälfte der Nutzergruppe, die angaben, Nachrichten regelmäßig über soziale Netzwerke zu beziehen, ist dies der wichtigste Vorteil und rangiert noch vor den Gründen, dass soziale Netzwerke „Schnell bei Schlagzeilen“ sind und man diese mit anderen teilen kann.

Partizipation ade?

In Bezug auf die Partizipation ist erstmals ein Rückgang zu verzeichnen, und die Herausgeber der Studie vermuten, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass Nachrichten sehr emotional diskutiert werden und schnell die Gefahr besteht, in eine Ecke geschoben zu werden. Daher mischen sich viele Social Media Nutzer nicht mehr aktiv in die Diskussion ein und vermeiden Nachrichten mit ihren Freunden zu teilen, die auf eine bestimmte politische Ausrichtung schließen lassen. Partizipation ist jedoch ein wichtiger Bestandteil der sozialen Medien und Medienhäuser suchen gerade in den sozialen Medien den Vorteil der organischen Verlängerung mit Hilfe der Social Media Nutzer.

Aber was bedeutet dies für soziale Netzwerke, die sich immer mehr zu Medienplattformen wandeln. Verlieren sie dadurch nicht auch einen wertvollen USP für Publisher?

Neben dem massiven Einbruch der eigenen Reichweite, der vor allem in Facebook zu verzeichnen ist und bereits wieder für einige Diskussionen sorgte, versuchen viele Medienhäuser die Reichweite ihrer Nachrichten nun über Live-Videos zu stützen. das prominenteste Beispiel hierfür ist Snapchat, aber auch Persicope von Twitter spielt immer mehr Live-Videos in den Newsfeed. Yahoo will nun mit Tumbler gleichziehen und schaltet einen Streamingdienst für die Bloggerplattform scharf. Facebook hilft sich mit Promis und Top-Medien aus und zahlt diesen noch viel Geld, damit sie ihre Live-Videos in das Netzwerk stellen. Aber wenn man sich die Ergebnisse von Reuters Institute genauer ansieht, dann findet man Aussagen in der Studie, die doch so gar nicht für Nachrichten im Videoformat geschweige denn für Nachrichten in sozialen Netzwerken sprechen.

Laut der Studie ist das Anschauen von Nachrichten-Videos in Deutschland auch im Jahr 2016 nicht außerordentlich weit verbreitet. Es sind nur 17 Prozent der Befragten, die regelmäßig Nachrichten-Videos konsumieren. In Nordamerika ist der Nutzungsanteil fast doppelt so hoch. Es gibt drei Gründe, die gegen Nachrichten-Videos sprechen:

  • Das als schneller und einfacher empfundene Lesen von Artikeln (37 Prozent).
  • Zusätzlich wirkt für jeden Dritten die häufig vor einem Video eingeblendete Werbung abstoßend (21 Prozent)
  • Außerdem bieten Nachrichten-Videos für knapp jeden Vierten keinen Mehrwert. 23 Prozent sagen, dass sie dadurch keine zusätzlichen Informationen im Vergleich zum Lesen eines Artikels erhalten.

In der direkten Gegenüberstellung (Artikel vs. Video-Form wie Clips, Sendungen oder Live-Stream) sagen 43 Prozent der deutschen Onliner über 18 Jahren, dass sie Nachrichten in der Regel in schriftlicher Form nutzen. Und auch bei den Jüngeren bestätigen 1/3 der Befragten zwischen 18- und 24 Jahren, Nachrichten meist zu lesen.  Das mag doch verwundern, denn gerade die jüngere Altersgruppe gilt als sehr Video-affin. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass jüngere Menschen ihren Bewegtbildkonsum bereits durch diverse Entertainmentinhalte auf Youtube oder Snapchat gestillt haben, so dass Nachrichten in Artikelform eine willkommene Abwechslung darstellen. Aber vielleicht ist es tatsächlich doch so, dass Nachrichten heute immer noch überwiegend auf dem großen Screen über lineares TV in Deutschland empfangen werden. Nicht umsonst gilt das Fernsehen weiterhin als die insgesamt am weitesten verbreitete Quelle für Nachrichten. 78 Prozent der Onliner über 18 Jahre schauen weiterhin regelmäßig Nachrichten im TV und mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren nutzen regelmäßig TV-Nachrichten. Auch wenn Fernsehen 18 Prozentpunkte in dieser Nutzergruppe verloren hat, das Fernsehen ist und bleibt das wichtigste Medium für Nachrichten, über welchen Kanal diese auch immer bezogen werden. Denn last but not least gaben 86 Prozent der Befragten an, dass sie regelmäßig Angebote nutzen, die ihren Ursprung bei klassischen TV- und Radioanbietern haben und für die Hälfte der befragten Internetnutzer ist weiterhin das Fernsehen die wichtigste Nachrichtenquelle und nur für ein Viertel ist dies das Internet.

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Studie: Facebook Reichweite schwindet weiter

War die organische Reichweite von Facebook Page eine große Hoffnung für Marketingleute, günstig ihre Marke in die Welt ihrer Freunde zu promoten, so wird es langsam zu einem fragwürdigen und immer schwerer zu bewertenden Unterfangen. Auch wenn es nicht ganz das Ende des Erfolgs der Facebook-Seiten bedeuten mag, so nimmt die kleine Zahl an den Posts doch deutlich ab.

Eine aktuelle Studie von SocialFlow über 3000 Facebook Seiten hinweg zeigt, dass die Reichweite der Seiten doch einen erheblichen Einbruch über die letzten Monate hinnehmen muss. Auf den ersten Blick wirken die Zahlen relativ stabil seit dem deutlichen Abfall im Januar diesen Jahres. Sie bleiben bei rund 36 bis 37 Millionen Impressions.

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Nein zu Flattr Plus

World coins in money glass jar with CHARITY word label place on natural wood table, blank space for text

Spenden statt Werbung. Flatter Plus will mit Spenden Content-Creators bezahlen.

Auf einem bezahlten* re:publica Panel stellte der einst so sympathische Dienst Flattr sein neues Modell Flattr Plus vor, ein Art Spendenkonto für bedürftige Content-Creators. Flattr Plus wurde in Zusammenarbeit mit Adblock Plus entwickelt und soll Ende des Jahres nach einer Beta-Phase mit eingeschränkter Nutzerzahl, europaweit ausgerollt werden. Über das neue Spendenmodell sollen bis zu 500 Millionen US-Dollar eingesammelt werden, die dann an die Publisher in einem noch zu bestimmenden Verhältnis ausbezahlt werden soll. Der Anteil soll sich laut Macher auf die Seiten verteilen, die durch den Einsatz von Adblock Plus keine Erlöse mehr durch Werbung sichern können, zudem zählt die Verweildauer, also wie lange sich ein Leser mit einem Inhalt beschäftigt. Anders als bei Clickbait-Schlagzeilen und Slide-Shows aufgepimpten Reichweitenmodellberechnungen sollen nun endlich Inhalte honoriert werden, die eine Interaktion und ein echtes Interesse beim Leser hervorgerufen haben.

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